Salzburg Wahl: Unter Rechtsradikalismus-Verdacht stehender FPÖ-Kandidat nicht im Landtag

Rebhandl wird nicht im Salzburger Landtag sitzen.
Rebhandl wird nicht im Salzburger Landtag sitzen. ©APA/Barbara Gindl
Die Salzburger FPÖ beschloss beim Parteivorstand am Dienstagabend, dass der unter Rechtsradikalismus-Verdacht stehende Kandidat für den Tennengau, Reinhard Rebhandl, kein Landtagsmandat erhalten wird.
Wahlkarten änderten Ergebnis kaum
Erste Sondierungsgespräche

Zumindest vorerst: Der umstrittene Burschenschafter (54) könnte allerdings über die Landesliste nachrücken, sollte es zu einer Koalition der Freiheitlichen mit der ÖVP kommen. In Rebhandls Wahlbezirk hatte die FPÖ am Sonntag kein Direktmandat erzielt. Weil insgesamt fünf der sieben errungenen Landtagssitze über die Bezirke kommen und Parteichefin Marlene Svazek über einen der beiden verbliebenen Plätze auf der Landesliste in den Landtag einzieht, ging der Tennengau leer aus. Das zweite Ticket über die Landesliste ging an den Lungau, wo es ebenfalls kein Grundmandat für die Freiheitlichen gab. Hätte Svazek Rebhandl im Landtag haben wollen, hätte sie nur das Mandat ihres Heimatbezirks Flachgau annehmen müssen.

Umstrittener Kandidat Rebhandl

Ob ihr Schritt vor den möglichen Koalitionsgesprächen mit der ÖVP als Zugeständnis an den Landeshauptmann gilt – Wilfried Haslauer hatte seine Abneigung gegen extreme Positionen stets klar artikuliert – gilt als fraglich.

Rebhandl ist der Sohn des 2006 verstorbenen und wegen Wiederbetätigung verurteilten Waffen-SS-Mitglieds und Landesleiters der später verbotenen National-Demokratischen-Partei (NPD) Friedrich Rebhandl. Der 54-Jährige soll enge Verbindungen zu den Identitären pflegen und im Jahr 2010 eine Turnvereinsfahne mit der Aufschrift “Rassereinheit” gezeigt haben. Rebhandl selbst hatte die Vorwürfe stets dementiert. Im Wahlkampf hatte ihn Partei-Chefin Svazek massiv verteidigt. Sie bezeichnete Medienberichte über Burschenschafter als “Menschenjagd” und schimpfte das Mauthausen-Komitee, das auf Rebhandl aufmerksam machte, einen “linken Agitationsverein.”

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APA/Red.

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