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Rudolfsheim-Fünfhaus - Gerhard Zatlokal: "Es muss mehr Freiräume für Bewohner geben"

Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal im VIENNA.at-Interview.
Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal im VIENNA.at-Interview. ©www.annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger
Im Zuge der Wien-Wahl 2020 bat VIENNA.at die Bezirksvorsteher zum Interview. Gerhard Zatlokal (SPÖ), Bezirkschef in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus, sprach über die Besonderheiten des Bezirks, die Umsetzung der letzten grßen Projekte im Bezirk und was in den kommenden Jahren mit seiner Hilfe umgesetzt werden soll.

Gerhard Zatlokal ist seit 2008 Bezirksvorsteher in Wien-Rudolfsheim-Fünhaus. VIENNA.at bat den Bezirkschef im Zuge der Wien-Wahl zum Gespräch und wollte genaueres über die Besonderheiten des Bezirks, Herausforderungen während der Coronakrise - vor allem die Gürtelfrische West - und Ziele für die Wien-Wahl 2020 wissen.

Sie sind seit 2008 in der Funktion als Bezirksvorsteher tätig. Was waren in den vergangen 12 Jahren die größten Herausforderungen im Bezirk?

Das Image des Bezirkes zu verbessern. Durch die Gesetzesänderung im Prostitutionsgesetz ist es 2011 gelungen, die Straßenprostitution im 15. Bezirk zu verbieten. Damit begann der Aufstieg des 15. Bezirkes zu einem interessanten Wohngebiet. Durch viele Blocksanierungsgebiete ist es zu Sanierungen und Verbesserungen der Wohnqualität gekommen. Um der Steigerung der EinwohnerInnen von 70.000 auf 76.000 Rechnung zu tragen, war es notwendig, nutzbare und kühlende Freiräume sowie Verkehrsberuhigungen in den Wohngebieten zu schaffen. Wir sind der jüngste, aber auch der ärmste Bezirk Wiens, wo viele Familien aus Kostengründen in kleinen Wohnungen leben. Deshalb muss es mehr Freiräume für die BewohnerInnen geben.

Rückblick: Was wurde in der letzten Legislaturperiode in Ihrem Bezirk umgesetzt?

Die Radfahrstraße in der Goldschlagstraße vom Gürtel bis zur Sturzgasse, Schwammstraße Pelzgasse war die erste im dichtbebauten Gebiet, Neugestaltung Wasserwelt, Forschneritschpark, Verkehrsberuhigung im Bereich Felberstraße, Gürtel, Märzstraße und Tannengasse. Einführung von 100 AnrainerInnenparkplätzen  in diesem Gebiet, das nur in den Abend und Nachtstunden, von 18 Uhr bis 8 Uhr, gilt.

Es wurden 818 Bäume in dieser Legislaturperiode gesetzt. Öffentliche coole Plätze wurden realisiert, wie Gasgasse 6, Schanzstraße 4, Kauergasse 10, in Planung Schwendermarkt, Vergrößerung des Braunhirschenpark, BürgerInnenbeteiligungsverfahren westlich des Neubaus-IKEA.

Kennzeichnung von Wohnstraßen mittels Bemalung, Staglgasse und Mark Graf Rüdigerstraße. Die Vorplätze bei den Schulen wurden vergrößert und sicherer gemacht, Ortnergasse, Selzergasse, Benedikt Schellingergasse und Kauergasse.

Mehrfachnutzung auf der ASKÖ Anlage Schmelz auf  ca. 700 m2 von Juni bis Ende September, immer freitags bis sonntags geöffnet sowie die Zwischennutzung der Baulücke Johnstraße 39 bis Mitte 2021. 

Was macht Ihren Bezirk aus?

  • Die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr. 
  • Die Nähe zur Inneren Stadt und auch in das grüne Umland. 
  • Das friedliche Nebeneinander von Menschen mit verschiedenen Religionen und Herkunft, kulturelle Bereicherung. Beides zeigt sich beim interreligiösen Friedensfest und beim Wasserweltfest, die jährlich veranstaltet werden. 

Was sind die wichtigsten Punkte in Ihrem "Wahlprogramm" zur Wien-Wahl?

  • Schaffung eines barrierefreien Überganges für den Rustensteg. 
  • Freie Flächen für die Bevölkerung auf der Schmelz und im Bereich des Westbahnareals. 
  • Umbau der Mariahilferstraße, breiterer und sicherer Radweg, Pflanzungen von mehr Bäumen und mehr Sicherheit für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel. 
  • Umsetzung des BürgerInnenbeteiligungsverfahren Wieningerpark
  • Fertigstellung der Fahrradstraße (Goldschlagstraße) bis zum 14. Bezirk
  • Umbau des Sparkassaplatzes mit BürgerInnenbeteiligung
  • Clementinengasse Errichtung eines coolen Platzes
  • Prüfen von Verkehrsberuhigungen, damit der 15. Bezirk nicht das verkehrstechnische Durchhaus, mit der West- und Südeinfahrt, bleibt

In den vergangenen Wochen sorgte das Projekt „Gürtelfrische WEST“ für viel Aufmerksamkeit. Was ziehen Sie für ein Resümee daraus?

Dass dieses Projekt von der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde.
Es war eine kulturelle Veranstaltung, mit einem Pool, mit einer Bühne, mit dem Bus, mit der Fahrradwerkstatt, mit einem Stand für Erfrischungsgetränke, mit Liegestühlen, mit einer gestalteten Mittelzone und einer großen Wiese zum chillen und relaxen. Da alle negativen Ankündigungen, wie zum Beispiel: dass der Verkehr zusammenbrechen wird, dass dieses Areal nicht genutzt werden wird, dass das Pool eine Schnapsidee ist und keiner wird den Pool benutzen usw. nicht eingetroffen sind, wurden nur mehr die Kosten diskutiert.

Für jeden Wiener-Steuerzahler hat die dreiwöchige Veranstaltung 12 Cent gekostet. Dafür wurde folgendes geboten:

22 Betriebstage – Öffnungszeit 10-22h

POOL:

Öffnungszeiten 1. Teil (bis 19.8.): 10-20h

Öffnungszeiten wegen großer Nachfrage am Abend verlängert ab 20.8.: 10-21h

Der Pool ist über 15.000 mal von Menschen aus dem nahen und auch weiteren Umfeld genutzt worden.

In erster Linie Anrainer*innen aus den beiden Bezirken 7 und 15 sind zu regelmäßigen Nutzer*innen geworden.

HOLZBÜHNE/AREAL:

30 Kultur- und 15 Sport- u. Freizeitveranstaltungen – In Kooperation mit einer Vielzahl an Initiativen und Vereinen aus dem nahen Umfeld und Partnern wie z.B. Donauinselbus oder Sportunion

Bühne für ca. 100 Künstler*innen und 50 Betreuer*innen der Sport- u. Freizeitveranstaltungen

KÖR – BUSLABOR:

Täglich 16-20h betreut – sehr gute Frequenz

Über 15 zusätzliche Veranstaltungen

Bus-Hotel: täglich ausgebucht – ein Vielfaches an Anfragen

MOBILTÄTSAGENTUR – Gratis Rad-Check

Mehr als 400 gratis Rad Überprüfungen im Wert von € 50/Überprüfung – Top Frequenz

IN SUMME über 25.000 Besucher*innen bei der GÜRTEL FRISCHE West 2020 !

Sie planen auch weitere Projekte mit „Bedeutung für den unmittelbaren Lebensraum“. Was ist hier konkret geplant? Warum ist Ihnen das ein Anliegen?

Wir sind der jüngste Bezirk Wiens, ein dicht bebauter Bezirk mit relativ wenigen Grünflächen, nur 6% von der Gesamtfläche des Bezirkes. Sehr viele sind auf den öffentlichen Raum angewiesen um fußläufige Plätze mit guter Aufenthaltsqualität zu erreichen. 

Der 15. Bezirk ist der Bezirk mit den (prozentuell) meisten nicht EU-Bürgern. Wie sieht das Thema Integration im Bezirk aus?

Es ist relativ gut gelungen, mit Unterstützung der Magistratsabteilung 17, mit Kontakten zu migrantischen Vereinen und persönlichen Kontakten, sowie die Einbindung bei den bereits erwähnten Veranstaltungen, dass es zumindest ein friedliches Nebeneinander gibt.

Ziel muss es sein, dass aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird. 

  • Welche anderen Projekte sollen in den kommenden Jahren im Bezirk mit Ihrer Unterstützung umgesetzt werden? 
    Siehe Wahlprogramm
  • Was waren die großen Herausforderungen während der Corona-Pandemie?
    Dass Schönbrunn gesperrt war und damit auch der Bevölkerung des 15. Bezirkes Freiflächen genommen wurden. Die Vereinsamung, vor allem bei der älteren Generation, durch das Besuchsverbot.
    Jetzt werden erst die negativen finanziellen Auswirkungen sichtbar, durch Arbeitslosigkeit und Konkurse.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den anderen Parteien im Bezirk?

Aus meiner Sicht ist die Zusammenarbeit mit den anderen Parteien gut und respektvoll .

Wo sehen Sie Ihre Partei bei der Gemeinderatswahl 2020?

Als stimmenstärkste Fraktion, zwischen 35% und 40% .

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