Rot-weiß-rot dominiert Charity Box Gala

Gogi Knezevic (r) landet einen Treffer
Gogi Knezevic (r) landet einen Treffer ©expa/Haumer
Die Charity-Gala in der Stadthalle, die unter dem Ehrenschutz von Bundeskanzler Faymann und Sportminister Darabos stand, begann mit einem Wiener 4:2-Sieg im Amateurduell gegen Berlin.
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Davudov überfährt chancenlosen Velky
Im ersten Halbschwergewichtsprofikampf des Tages blieb der 34-jährige Oberösterreicher Magomet Davudov vom Boxteam Iron&Steel einstimmiger Punktesieger gegen den völlig chancenlosen und überforderten tschechischen Debütanten Evzen Velky.

Berger siegt durch technisches KO 
Den dritten rot-weiß-roten Erfolg feierte Patrick Berger im Cruisergewicht. Er bearbeitet seinen slowakischen Gegner Robert Borok immer wieder mit harten, klaren Treffern was dazu führte, dass dieser insgesamt zwei Mal zu Boden ging und drei Mal angezählt wurde. In der dritten Runde stoppte der Ringrichter den einseitigen Kampf und entschied auf technisches Ko.  

Apanovic gewinnt Debütkampf
Der Wiener Sladi Apanovic vom Ottakringer Boxteam Bounce feierte bei seinem Profidebüt im Halbschwergewicht einen einstimmigen Sieg nach Punkten. Er bewies Geduld und landete vor allem in den letzten beiden Runden gegen den zu diesem Zeitpunkt bereits ausgepowerten Michal Paris aus Tschechien immer wieder klare Treffer. Sein Trainer Daniel Nader, der Bruder von Sauerland-Fighter Marcos Nader, war voll des Lobes: “Sladi hat eine gute Leistung gebracht. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden, jetzt schauen wir einmal wie er sich weiterentwickelt.”

Knezevic macht die Lichter aus
So richtig Stimmung kam in der gut besuchten Halle beim Kampf von Gogi Knezevic auf. Der Wiener Lokalmatador marschierte mit einem Bild des im Vorjahr ermordeten Champs Edip Sekowitsch ein. “Ich widme meinen Kampf dem Champ”, hatte Knezevic vor dem Fight gesagt. Damit stand die Halle hinter dem Wiener. Mit dem technisch sauber boxenden Slowaken Joseph Sovijus hatte Knezevic in den ersten beiden Runden viel zu tun. Anfang der dritten Runde gingen dann die Lichter aus – aber für alle! Ein Kurzschluss ließ die Ringbeleuchtung ausfallen, nach einer kurzen Unterbrechung wurde im Hallenlicht weiter geboxt. Ein Stimmungskiller. 

So wollte Knezevic anscheinend nicht weitermachen. Nach nur einer Minute ließ der Wiener die Lichter erneut ausgehen – diesmal nur für seinen Gegner: Eine Rechte durch die Deckung, gefolgt von einem rechten Haken zum Kopf beendete den Kampf vorzeitig. Knezevic sprang auf die Seile – seine Pailettenhose glitzerte auch noch im fahlen Hallenlicht. “Ich bin die Nummer 1”, schrie er ins Publikum.

Dombaev gegen Tomko überlegen
In einem technisch hochwertigen Kampf holte sich das slowakische Halbschwergewicht Michal Tomko gegen den Österreicher Chussein Dombaev ziemlich rasch eine blutige Nase. Dombaevs Geraden landeten während der acht Runden immer wieder im Gesicht des Slowaken, der heimische Boxer siegte einstimmig nach Punkten.

Balog behält weiße Weste 
Im letzten Kampf des Abends standen sich mit dem Ungarn Vilmos Balog und dem Ukrainer Vasil Klyusa zwei noch unbesiegte Boxer im Kampf um den Titel des WBC-Mittelmeermeisters gegenüber. Der 34-jährige Balog (26 Siege, davon durch 14 KO) begann stark, sein 22-jähriger Kontrahent aus Kiew (11 Siege, davon 7 durch KO) überstand mit Glück und Nehmerqualitäten die ersten Runden. Klyusa versuchte in der Folge, die Reichweitenvorteile seines Gegners wettzumachen, indem er rasch und kompromisslos in den Infight ging. 

Die Taktik des Ukrainers ging auf, Balog ließ sich in intensive Nahkampf-Scharmützel verwickeln. In den letzten Runden hielt sich Balog seinen Gegner besser vom Leib und erkämpfte sich wieder Vorteile. Nach zwölf Runden entschieden die Ringrichter zugunsten des Ungarn (116:112, 118:112, 116:114), der damit auch seinen 27. Profikampf gewinnen konnte und sich den WBC-Mittelmeertitel holte.

“Boxsport holt Junge von der Straße weg”
Den Ehrenschutz der Charity Box Gala hatte Sportminister Norbert Darabos übernommen. Einen Teil des Reinerlöses der Charity-Boxveranstaltung erhielt der Verein “Happy Kids”. Der Minister verfolgte die Kämpfe aus der ersten Reihe: “Boxen hat ein ganz ein eigenes Flair, mir hat diese Veranstaltung sehr gut gefallen. Ich würde Boxen nicht als Randsportart bezeichnen, dieser Sport hat viele soziale Komponenten. Der Boxsport holt viele junge Leute von der Straße weg und das Sportministerium versucht das tatkräftig zu unterstützen.”

Philipp Glanner / Martin Ucik
Vienna Online

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