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Psychisch Kranker wollte Touristen in Wien vor die U-Bahn stoßen

In der Station Neubaugasse ereignete sich der Vorfall im April 2014.
In der Station Neubaugasse ereignete sich der Vorfall im April 2014. ©Wiener Linien/ Johannes Zinner
Ohne ersichtlichen Grund wollte ein 47-jähriger Mann im April 2014 in der U-Bahn-Station Neubaugasse einen russischen Touristen auf die Gleise stoßen. Der psychisch kranke Mann musste sich nun deswegen vor Gericht verantworten.
Zwischenfall in U3-Station

“Es ist ihm nur deshalb nicht gelungen, weil der Tourist von massiger Statur war”, stellte Staatsanwältin Iris Braitenberg-Zennenberg fest, die dem 47-Jährigen nicht versuchten Mord oder versuchte schwere Körperverletzung anlastete. Einem psychiatrischen Gutachten zufolge war er zum Tatzeitpunkt nämlich nicht zurechnungsfähig. Der Mann leidet an einer paranoiden Schizophrenie und war daher nicht schuldfähig, weshalb die Anklagebehörde seine Unterbringung im Maßnahmenvollzug beantragt hat.

Angeklagter für weiteren Zwischenfall verantwortlich

Nur wenige Stunden vor dem Zwischenfall in der U3-Station hatte der Akademiker, der in New York studiert und später in Wien jahrelang bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA gearbeitet hatte, im City Airport Train (CAT) für einen Wirbel gesorgt. Als die Zugbegleiterin seine Fahrkarte sehen wollte, soll er die Tür entriegelt und Anstalten gemacht haben, die Frau aus dem fahrenden Zug zu drängen.

“Ich habe diese Frau nicht berührt. Ich wollte sie nicht umbringen”, erklärte der Mann einem Schwurgericht (Vorsitz: Stefan Apostol), das darüber entscheiden muss, ob der 47-Jährige in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen wird. Er habe die Tür “irrtümlich” aufgemacht: “Ich wollte die Notbremse drücken, um mit dem Fahrer zu sprechen.” Er habe sich prinzipiell zum Flughafen begeben wollen, nachdem er einem Gratisblatt entnommen hatte, dass russische Panzer auf dem Luftweg über Wien nach Kuwait geliefert werden sollten: “Ich wollte das mit eigenen Augen sehen.”

Angeklagter wollte Touristen nicht stoßen

Dem Touristen, der mit zwei anderen Russen auf die U-Bahn wartete, habe er auch nichts Böses wollen, versicherte der Mann. Er sei über seine eigenen Füße gestolpert und in weiterer Folge gegen den anderen Mann geprallt. Zeugenaussagen zufolge soll er allerdings mit Anlauf und voller Wucht gegen den Russen gelaufen sein und versucht haben, diesen in Richtung des Schachts zu stoßen.

Prozess in Wien wurde vertagt

Seit rund zehn Jahren soll der an sich hochintelligente Mann an paranoider Schizophrenie leiden. Zuletzt nahm er die ihm verschriebenen Medikamente nicht mehr ein, da er diese als “Gift” einstufte, welches ihm schade.

Die Verhandlung wurde zu ergänzenden Beweisaufnahme auf Anfang April vertagt. (APA)

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