Psyche: Diesen Einfluss kann die Corona-Impfung haben

Einer US-Studie gelang ein Beweis.
Einer US-Studie gelang ein Beweis. ©APA/HERBERT NEUBAUER (Symbolbild)
Die Covid-19-Impfung ist in der Lage, Menschen psychisch wieder Sicherheit zu verleihen und dafür zu sorgen, dass die Häufigkeit von depressiven Zuständen zurückgeht. Das konnte eine US-Studie mit rund 8.000 Teilnehmern zwischen dem 10. März und dem 31. März 2021 beweisen.

"Covid-19-Vakzine und psychische Belastungen", lautet der Titel der in PLOS One (8. September) erschienenen Studie von Francisco Perez-Arce und dessen Co-Autoren von der Universität von Südkalifornien (Los Angeles). Es handelt sich um eine Auswertung regelmäßig durchgeführter repräsentativer Erhebungen im Rahmen des Langzeit-Projektes "Understanding America Study" (UAS) mit Erwachsenen im Alter über 18 Jahren. Dabei wird auch regelmäßig die psychische Belastung über einen international in der Wissenschaft gebräuchlichen standardisierten Fragebogen erhoben.

Differenzierung soll anhand von Impf-Status erfolgt sein

"Ab 23. Dezember 2020 wurde bei den Erhebungen auch gefragt, ob die Teilnehmer schon ihre erste Dosis einer Covid-19-Vakzine erhalten hatten", schrieben die Autoren. Man habe bei Daten von 8.003 Personen in den Kategorien "geimpft" bzw. "nicht geimpft" unterschieden. Aufgrund der Prioritätensetzung bzw. anfänglichen Impfstoffknappheit war das mittlere Alter in den beiden Gruppen unterschiedlich: rund 60 Jahre unter den Personen mit zumindest einer Vakzine-Dosis, etwa 47 Jahre unter den noch nicht Geimpften.

Insgesamt zeigte sich, dass der Anteil der Menschen unter psychischen Belastungen bei den Personen, die zumindest einmal gegen SARS-CoV-2 geimpft wurden generell niedriger war als bei den nicht Immunisierten. Das könnte mit dem unterschiedlichen Alter zu tun haben, schrieben die Experten. In internationalen Studien hätte sich gezeigt, dass Über-65-Jährige mit den Belastungen durch die Pandemie offenbar besser zurecht kämen als jüngere Altersgruppen.

Menschen passten sich offensichtlich an Pandemie an

Durch die wiederholten Befragungen wurde es schließlich möglich, den Verlauf des mentalen Stresszustandes zu messen. Anfang März 2020 war er demnach in beiden Gruppen am höchsten. Das war die Zeit mit dem Aufkommen der Pandemie. Die Stress-Symptomatik blieb dann relativ stabil bis zu den ersten Wochen des Jahres 2021. Die Menschen hatten sich offenbar an die Pandemie adaptiert.

Mit Verfügbarkeit der Impfung entwickelten sich die Kurven aber schließlich auseinander. Die Wissenschafter: "Die Berechnungen zeigen im Mittel einen Effekt durch die Vakzine (...) mit einer Reduktion der Häufigkeit zumindest milder depressiver Zustände um einen Prozentpunkt (absoluter Unterschied in Häufigkeit oder Reduktion um vier Prozent relative Häufigkeit; Anm.) und um minus 0,7 Prozentpunkte (oder 15 Prozent Reduktion der relativen Häufigkeit; Anm.) bei den schweren Depressionen."

Die Wissenschafter: "Die erste Dosis der Covid-19-Vakzine resultierte in (statistisch) signifikanten Verbesserungen im psychischen Gesundheitszustand über die Verbesserungen hinaus, welche sich bereits nach den höchsten Disstress-Werten im Frühjahr 2020 gezeigt hatten."

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Psyche: Diesen Einfluss kann die Corona-Impfung haben
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen