Prozess um Opec-Anschlag in Wien beendet: Freispruch

Sanitäter tragen einen Mann aus dem Opec-Gebäude in Wien, der bei dem Terroranschlag am 21.12.1975 verletzt wurde
Sanitäter tragen einen Mann aus dem Opec-Gebäude in Wien, der bei dem Terroranschlag am 21.12.1975 verletzt wurde ©dpa
Fast vier Jahrzehnte liegt der tödliche Opec-Anschlag in Wien bereits zurück - nun hat das Landgericht Frankfurt die Angeklagte Sonja Suder vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Der Prozess dauerte fast 14 Monate.
Erneut Verzögerung
Klein vor Gericht
Prozess geht weiter
Suder brachte Waffen

Die Staatsanwaltschaft hatte der inzwischen 80-jährigen Angeklagten zur Last gelegt, den Überfall auf die Konferenz der Organisation Erdöl exportierender Länder im Jahr 1975 mitvorbereitet zu haben. Drei Menschen starben damals.

Urteil im Prozess um Opec-Anschlag

Das Frankfurter Gericht verurteilte Suder am Dienstag allerdings wegen der Beteiligung an mehreren Bomben- und Brandanschlägen Ende der 70er Jahre in Süddeutschland zu dreieinhalb Jahren Haft. Der Prozess um den Opec-Anschlag hatte fast 14 Monate gedauert.

Details zu Vorfällen und Anklage

Der Prozess um den tödlichen Überfall auf die Wiener Opec-Konferenz vor fast 40 Jahren ist in Deutschland mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Die Mordvorwürfe gegen Sonja Suder sind nach dem Urteil des Frankfurter Landgerichts nicht erwiesen.

Die inzwischen 80-Jährige war ursprünglich angeklagt gewesen, das Attentat auf die Konferenz der Organisation erdölexportierender Länder im Jahr 1975 mitvorbereitet zu haben. Der Überfall, bei dem drei Menschen starben, stand unter dem Kommando des venezolanischen Terroristen Ilich Ramirez Sanchez alias Carlos.

Das Gericht verurteilte Suder am Dienstag allerdings wegen der Beteiligung an drei Anschlägen Ende der 1970er Jahre in Süddeutschland zu dreieinhalb Jahren Haft. Die Taten wären erst nach 40 Jahren endgültig verjährt gewesen.

Suder reagierte emotionslos

Suder nahm das Urteil äußerlich ungerührt entgegen, die Augen mit einer Sonnenbrille verdeckt. Die heute 80-Jährige soll einst den Revolutionären Zellen (RZ) angehört haben, einer deutschen linksextremistischen Terrorgruppierung. Sie konnte den Gerichtssaal nach dem Urteil auf freiem Fuß verlassen. Der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, da Suder bereits mehr als zwei Drittel der Gefängnisstrafe in der Untersuchungshaft abgesessen hat. Rund 100 Sympathisanten feierten sie anschließend vor dem Landgericht.

Der Prozess in Frankfurt hatte fast 14 Monate gedauert. Die Staatsanwaltschaft selbst war im Lauf des Verfahrens vom Mordvorwurf gegen Suder abgerückt, weil eine Mittäterschaft an dem Opec-Attentat nicht nachweisbar gewesen sei. Das Gericht sprach bei der Urteilsverkündung von einer “ungeheuer beschwerlichen Sachaufklärung”.

Widersprüche lösten sich nicht auf

Suder soll sich vor dem Opec-Anschlag im Frankfurter Stadtwald mit dem Terroristen Hans-Joachim Klein getroffen und Waffen für Carlos beschafft haben, lautete die Anklage. Doch Widersprüche in den Aussagen Kleins, der mehrere Verhandlungstage lang befragt wurde, konnten auch aus Sicht des Gerichts nicht aufgelöst werden.

Der Ex-Terrorist Klein war wegen seiner Beteiligung am Opec-Anschlag bereits im Jahr 2001 verurteilt worden war. Die Verteidigung hatte in allen Anklagepunkten Freispruch gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(apa/red)

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