"Playface Intercult" im quartier 21

Ab 21. April 2011 wird beim Besuch von "Playface Intercult" Körpereinsatz im Wiener quartier21 verlangt und sogleich in digitale Daten übersetzt.
 ”Der Mensch selbst wird zum Joystick, das ist die große Message der Ausstellung. Denn Kunst muss ja nicht etwas sein, das man an die Wand hängt”, so Georg Russegger, der gemeinsam mit Martin Kaltenbrunner und Ekmel Ertan die Schau “Playface Intercult” kuratierte. Ab morgen können bei der Kooperation von Kunstuniversität Linz und “amber Art and Technology Platform” Istanbul, Köpfe geschüttelt, Fäuste geballt und Stimmen erhoben werden.

Um zu akzeptieren, schütteln Sie Ihren Kopf gewaltsam”, so die harsche Aufforderung bei der Installation “Headbang Hero”. Nach dem Vorbild des Videospiels “Guitar Hero”, bei dem ordentlich in die Saiten der Luftgitarre gegriffen werden muss, soll der Besucher hier beim gewaltsamen Kopfschütteln Punkte sammeln. Eine dementsprechende Perücke mit Langhaarpracht steht zur Verfügung, eine Videowall zeichnet das Ganze auf, das Ergebnis wird ausgedruckt und gibt dem Headbanger dann Auskunft über die körperlichen Schäden, die er sich soeben zugezogen hat.

Der Mensch wird bei “Playface Intercult” zum Joystick

Die Grenze zwischen Mensch und Maschine scheint zu verschwimmen, diesem Phänomen widmen sich auch die weiteren Stationen im quartier21. Bei “Punchout” etwa taucht der gleichnamige Nintendo-Klassiker auf einem Bildschirm auf. Der Besucher besteigt den virtuellen Ring des Boxspieles und kämpft indem er in ein Polster boxt. Keine Faust, dafür die Stimme ist bei der Installation “Soundedge” gefragt. Hier werden Töne, die der Besucher mit seiner Stimme produziert, in geometrische Muster übersetzt und an die Wand projiziert.

“Playface Intercult”: Medienkünstler malt mit dem Alphabet

Weniger mit geometrischen Mustern, als mit Buchstaben arbeitet der kanadische Künstler Travis Kirton: Er malt nicht mit Strichen, sondern mit dem Alphabet. Das Tool dazu, in diesem Fall die Software, schuf er selbst, es ist im quartier21 ausgestellt, ebenso ausgewählte Bilder die auf diese Weise entstanden. “Uns ist wichtig, dass der Künstler auch seine Werkzeuge selbst entwickelt“, so Kaltenbrunner von der Kunstuniversität Linz. Nur so könne sich ein Medienkünstler adäquat ausdrücken und wirklich eigene Werke herstellen.

Wie es sich mit Buchstaben so malt, kann freilich auch der Besucher im quartier21 ausprobieren. Frei nach dem Motto “Do it yourself” funktioniert fast die ganze Ausstellung, das verspricht Spaß für die Gäste und bringt die Kuratoren ihrem Ziel ein Stückchen näher, die Berührungsängste mit Sensoren, Kabeln und Co abzubauen.

“Playface Intercult”, von 21. April bis 8. Mai täglich 10 bis 19 Uhr

 im quartier21, Museumsquartier
Museumsplatz 1, 1070 Wien
  • VIENNA.AT
  • Kultur
  • Wien - 7. Bezirk
  • "Playface Intercult" im quartier 21
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen