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Plakatwahlkampf ist in Salzburg voll im Gange

Landtagswahl in Salzburg: Die Plakatoffensive der Parteien hat begonnen.
Landtagswahl in Salzburg: Die Plakatoffensive der Parteien hat begonnen. ©APA
Nachdem die Großparteien bereits ihren Wahlkampf eingeläutet haben, wird nun vor allem auf Plakatwerbung gesetzt.
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SPÖ startete in Wahlkampf
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Wahlkampfauftakt der FPÖ

Auf kleinen DIN-A1-Ständern und großen 16-Bogen-Plakaten führt dabei kein Weg an einem Thema vorbei: dem Salzburger Finanzskandal. Der lastet vor allem auf den Schultern der Regierungsparteien, ein Faktum, welches die anderen um Stimmen werbenden Gruppen dem Wähler großflächig unter die Nase reiben. “Casino”, “Finanz-Chaos”, “Kontrolle” oder “Spekulation” sind als Schlagworte allerorts affichiert. SPÖ und ÖVP geben sich hingegen staatstragend, seriös und werben um das Vertrauen der Menschen. Was ebenfalls auffällt: Von Beginn an setzte bis auf die SPÖ keine einzige Fraktion auf den Spitzenkandidat als zentrales Sujet.

SPÖ wirbt mit Gabi Burgstaller

Nur die Sozialdemokraten kamen nicht umhin, ihren größten Trumpf im Wahlkampf gleich auf die ersten Plakate zu setzen: Gabi Burgstaller. Die Landeshauptfrau wirbt in zwei Sujets um Stimmen. Erstmals jedoch ist sie ohne Lächeln abgebildet, einmal mit ernstem Blick und geschlossenen Lippen, einmal mit erklärend, argumentativer Geste. Mit Slogans wie “Wer den Menschen im Wort ist, läuft nicht davon” und “Ich kämpfe um das Vertrauen der Menschen” versucht Burgstaller ihr angeschlagenes Image (und das der Partei) wieder aufzupolieren. Ob noch weitere Sujets folgen, ist noch nicht klar. “Eine zweite Plakatwelle ist möglich”, kündigte Landesgeschäftsführer Uwe Höfferer an. “Aber wir haben heuer die Plakatflächen im Wahlkampf deutlich reduziert.”

ÖVP setzt auf “Stabilität und Lebensqualität”

Die ÖVP hat ihren Spitzenkandidaten Wilfried Haslauer am Beginn der Kampagne zunächst nicht im Bild plakatiert, sondern auf stimmige Bilder gesetzt. Etwa ein Gärtner, der einem kleinen Mädchen vor der Kulisse der Salzburger Festung einen kleinen Blumentopf reicht, dazu Schlagworte wie Stabilität und Lebensqualität. Seit Anfang dieser Woche ist nun auch der Landesparteichef in zwei Motiven großflächig im Stadtbild zu sehen. Haslauer wirkt seriös, einmal mit zuversichtlichem Lächeln, einmal ernsthafter und überlegt. Allen ÖVP-Sujets gemein ist das Generalmotto “Auf Salzburg schauen, heißt …”, jeweils ergänzt um Teilsätze wie “… entschlossen handeln”, “… Weitblick zeigen” oder “… mit vollem Einsatz dabei sein.” Eine dritte Plakatwelle wird es laut Landesparteigeschäftsführer Wolfgang Mayer zwei Wochen vor der Wahl geben.

FPÖ für “Sicherheit statt falscher Toleranz”

Die FPÖ hat bisher drei Sujets affichiert: Mit Slogans wie “Weil das Leben kein Luxus sein darf” (und garniert mit dem Bild einer Zapfsäule und einem Haus im Bau) soll der Teuerung der Kampf angesagt werden. Ein Foto zweier Einarmiger Banditen kritisiert auf einem zweiten Motiv die Casino-Mentalität der Landesregierung. Und auch ein “freiheitlichen Klassiker” fehlt im Plakatwahlkampf nicht: “Weil wir Sicherheit statt falscher Toleranz brauchen”, ist auf dem dritten Sujet zu lesen, ergänzt von einem sich drehenden Blaulicht. “Eine andere, freundlichere Linie” soll laut Parteipressesprecher Mario Apriessnig in der kommenden Woche folgen. Spitzenkandidat Karl Schnell war bisher nicht auf den Plakaten zu sehen, ob er es auf die zweite Plakatwelle schafft, wollten sich die Parteistrategen noch nicht entlocken lassen.

Die Grünen setzen auf freche Slogans

Frech, witzig und originell geben sich die Grünen auf ihren Wahlplakaten, zumindest wenn man dem Feedback aus der Bevölkerung glaubt. “Finanz-Chaos: Es gilt die Unfähigkeitsvermutung” ist da zu lesen, mit dem Bild eines Affen, der sich die Augen zuhält. Oder: “Rot-Schwarz: Nichts geht mehr”, geziert von einem hilflos auf dem Rücken liegenden Marienkäfer. “Wir wollten bewusst Sujets, die Aufsehen erregen. In der Situation, in der sich das Land befindet, kann man durchaus stärker auftreten”, so Landesparteigeschäftsführer Rudi Hemetsberger. Auch das Generalthema ist eindeutig: Der Sager “Mehr Grün. Mehr Kontrolle” findet sich auf allen Plakaten. Nächste Woche folgt die zweite Plakatwelle, dieses Mal fokussiert auf die Spitzenkandidatin Astrid Rössler.

Stronach-Plakate kassieren Spott

“Mit Salzburg spekuliert man nicht”, findet auch das Team Stronach. Den Parteigründer sucht man auf den Plakaten allerdings weitgehend vergeblich. Nur eines von vier Sujets – alle unterlegt vom bekannten Triptychon “Wahrheit, Transparenz und Fairness” – zeigt den Austro-Kanadier, gemeinsam mit den ersten Drei der Salzburger Team-Stronach-Liste. Das affichierte Quartett sorgte allerdings zuletzt für unfreiwillige Erheiterung: Es posiert am Plakat vor der Kulisse des Zeller Sees, der – zum Gespött zahlreicher Kommentatoren in den Sozialen Netzwerken – spiegelverkehrt abgebildet wurde. “Eventuell kommt noch das eine oder andere Plakat hinzu, aber im Großen und Ganzen war es das”, so Parteisprecher Walter Rettenmoser. “Unser Wahlkampf lebt vor allem von den fünf Terminen, bei denen Frank Stronach persönlich auftritt.”

Piraten mit bisher 50 großen Plakaten

Bescheiden müssen sich im Plakatwahlkampf die Piraten geben. Das aus Spendengeldern lukrierte Wahlkampfbudget reichte bisher für 50 große 16-Bogen-Plakate, die im Bundesland aufgestellt werden. Das in violett gehaltene Sujet gibt dafür argumentativ klar eine Richtung vor: “Mehr als 340 Millionen Gründe, die Piratenpartei zu wählen”, ist als Anspielung auf den ursprünglich bezifferten Schaden im Finanzskandal vor dem Schema der Salzburger Festung zu lesen, gefolgt von der freibeutergemäßen Aufforderung an die Wähler “Klarmachen zum Ändern”. “Wenn aus Spenden noch Geld kommt, wird vielleicht noch einmal aufgehängt”, sagte Spitzenkandidat Wolfgang Bauer.

Keine Großplakate der KPÖ in Salzburg

Haushalten muss auch die KPÖ. Auf Großplakate wurde gänzlich verzichtet, in der Stadt Salzburg werden ab nächster Woche 100 bis 150 Ständer mit Plakaten im DIN-A1-Format aufgestellt. “Protest jetzt!”, wird darauf zu lesen sein – und drei tiefrote Kernforderungen: Die Schaffung von leistbaren Wohnungen, eine Steuer auf leer stehende Wohnungen und – im allgemeinen Tenor – den Stopp von Spekulationen. Anstelle von Plakaten will sich die KPÖ vor allem mit einer – in der Auflage von 10.000 Stück gedruckten – Sondernummer der “Salzburger Stimme”, der Stadtzeitung der Partei, an die Wähler richten.

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