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Paketversand bei der Post 2020 stark gestiegen

Es kam zu deutlich mehr Paketzustellungen.
Es kam zu deutlich mehr Paketzustellungen. ©APA/HANS PUNZ
Im 1. Quartal konnte bei der österreichischen Post ein Anstieg beim Paketversand von 23,8 Prozent verzeichnet werden. Das Betriebsergebnis ist durch Corona jedoch eingebrochen.
Postler am Limit

Die Österreichische Post verzeichnete im 1. Quartal 2020 einen Anstieg beim Paketversand von 23,8 Prozent, gleichzeitig verhagelten die Coronavirus-Pandemie und die Vorbereitungen für den Start der konzerneigenen bank99 das Betriebsergebnis (EBIT), das um 41,9 Prozent auf 33,3 Mio. Euro nachgab. Beim Umsatz wurde ein Plus von 2,1 Prozent auf 502,9 Mio. Euro verzeichnet.

Post gibt sich bei Ausblick zurückhaltend

Beim Ausblick für heuer gibt sich die Post mit Verweis auf die Pandemie zurückhaltend, für 2021 aber optimistisch. "Die Zahlen des ersten Quartals 2020 verdeutlichen die aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen", so Postchef Georg Pölzl heute in einer Aussendung. Ein Teil des kräftigen Paketzuwachses sei auch auf die Übernahme des Paketgeschäftes der Deutsche-Post-Tochter DHL zurückzuführen, die im August des Vorjahres umgesetzt wurde.

Schutzmaßnahmen haben Spuren hinterlassen

Neben dem Wechsel des Bank-Anbieters - von der BAWAG zur konzerneigenen bank99 - haben im ersten Quartal auch die Schutzmaßnahmen gegen das Virus deutliche Spuren hinterlassen. In der Division Filiale & Bank gab der Umsatz der teilstaatlichen, börsenotierten Post AG um 39,4 Prozent nach.

Die Kosten für die Mitarbeiter sind um 0,7 Prozent auf 254 Mio. Euro zurückgegangen. Derzeit nimmt die PostBeschäftigte für die Zustellung auf, nicht zuletzt aufgrund steigender Krankenstandszahlen wegen der Pandemie. Außerdem nimmt die Arbeitsbelastung für die Postler zu, da in den Packerln zunehmend auch sperriges Material zugestellt wird - vom Rasenmäher bis zur Bierbank.

Coronavirus und Start von bank99 lasten auf Ergebnis

Das Coronavirus hat die Ergebniskurve der Post abgeflacht, und gleichzeitig die Paketmenge in lichte Höhen geschraubt. Die lange kritisierte Online-Plattform shöpping wird von Händlern und Kunden bestürmt, den ergebnismindernden Anlaufkosten der bank99 steht eine überraschend hohe Kundennachfrage gegenüber, so Post-Chef Georg Pölzl heute bei der Präsentation der Quartalszahlen.

"Wir haben im Paketgeschäft seit acht Wochen Weihnachten", beschreibt Pölzl die Situation seit dem Shut Down im Zuge der Coronavirus-Pandemie. Dies und Krankenstände beim Personal führten dazu, dass es regional zu Lieferverzögerungen kommen könne. Insgesamt hat das Paketaufkommen in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres gegenüber dem 1. Quartal 2019 um 23,8 Prozent zugelegt.

Auf der Positivseite verbucht Pölzl den Ansturm auf shöpping. "Wir haben zur Zeit deutlich über 700 Händler aktiv, ein paar Hundert warten auf das Onboarding", rechnete er vor. Demnach befinden sich auf der Onlineplattform mittlerweile über zwei Millionen "sehr bunte" Artikel, die tägliche Bestellmenge hat sich verfünffacht.

Pölzl sang Loblied auf bank99

Ein Loblied sang Pölzl heute auch auf die im April gestartete bank99 - dem Nachfolge-Kreditinsititut der BAWAG P.S.K. Das Kundeninteresse habe, selbst in Krisenzeiten, die eigenen Erwartungen übertroffen, aktuell gebe es rund 21.000 Kunden. Mit der bank99 habe die Post die Versorgungslücke, die durch die Ausdünnung der Filialnetze der Mitbewerber entstanden sei, auffüllen können.

Die Freude über die neue Bank und den Paketboom wird allerdings durch das Bilanzergebnis getrübt. "Es war das bisher schlechteste Ergebnis im Quartal", so Pölzl mit Verweis auf einen Rückgang des Betriebsergebnisses (Ebit) um 41,9 Prozent auf 33,3 Mio. Euro. Dies sei einerseits den Anlaufkosten durch die Bank, andererseits den virusbedingten Mehrkosten und dem Geschäftsausfall in anderen Bereichen geschuldet.

Werbepost um bis zu 70 Prozent eingebrochen, wenig los in Filialen

So sei die Werbepost um bis zu 70 Prozent eingebrochen. Und auch in den Filialen war weniger los: In der Division Filiale & Bank gab der Umsatz um 39,4 Prozent nach. Der Gesamtumsatz der teilstaatlichen, börsennotierten Post legte um 2,1 Prozent auf 502,9 Mio. Euro. Einen Ausblick auf das Gesamtjahr wagte Pölzl mit Verweis auf die Pandemie ("Das ist noch nicht aus") nicht, für 2021 wird eine Ergebnisverbesserung in allen Divisionen angestrebt.

Kurzarbeit gibt es bei der Post keine - und sei auch keine geplant. "Ganz im Gegenteil, wir haben alle Hände voll zu tun", so Pölzl vor Journalisten. Sehr wohl habe es aber Bereiche gegeben, wo weniger los war. Dank der "tollen Unterstützung" der Mitarbeiter und der Personalvertreter sei hier aber eine flexible Arbeitsverteilung möglich gewesen. "Ganz ohne Betriebsvereinbarung, das ist ja auch nicht selbstverständlich", lobte der Post-Generaldirektor.

(APA/Red)

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