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Paketmenge stagniert: Post setzt auf kontaktlose Übergabe

Die Paketmenge hat auch während der Corona-Krise nicht zugenommen.
Die Paketmenge hat auch während der Corona-Krise nicht zugenommen. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Paketzusteller haben täglich viele Kontakte zu anderen Menschen. Bei der Post setzt man derzeit auf kontaktlose Übergabe. In der Krisenzeit fällt jedoch auf, das die Paketmenge stagniert.

Man hat's nicht leicht - aber leicht hat's einen: Dieser Sprichwortklassiker trifft in der Corona-Krise wohl für jeden zu, aber besonders für manche Berufsgruppen. Das sind neben den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Supermärkten, Fleischereien, Bäckereien und Co auch die Paketzusteller, die täglich viele Kontakte zu anderen Menschen haben. Gewachsen ist die Paketmenge in der Krise aber nicht.

Pakete bei Privatkunden gestiegen, bei Firmen gesunken

"Während die Sendungsmengen im Privatkundenbereich steigen - Stichworte: E-Commerce und Online-Bestellungen -, gehen dafür die Sendungen im Geschäftsbereich stark zurück, da viele Betriebe und Unternehmen derzeit geschlossen haben oder nur eingeschränkt tätig sind", erläuterte ein Sprecher der Post gegenüber der APA. Das Gleiche gelte für Sendungen aus dem Ausland, vor allem außerhalb Europas, da der Flugverkehr so gut wie eingestellt ist.

Bei der Post werden auch Handschuhe sowie Desinfektionsmittel "großflächig ausgerollt, weiters werden alle Post-Mitarbeiter so rasch wie möglich mit einem Mundschutz ausgestattet".

Zusteller versuchen, Paket persönlich aber kontaktlos zu übergeben

Die Zustellung soll angesichts des Virus kontaktlos erfolgen - ohne körperliche Berührung und mindestens einem Meter Abstand. "Sendungen, für die eine Unterschrift erforderlich wäre, werden nach Anläuten und mündlicher Information in die Briefkästen gelegt oder vor der Eingangstür abgestellt", erläutert der Postler-Sprecher. "Der Kunde muss nicht mehr selbst unterschreiben, die Zusteller übernehmen das in seinem Auftrag."

Dass Pakete ohne Zustellversuch in Paketshops bzw. Poststellen abgegeben werden, schließt der Postsprecher aus. "Unsere Zusteller versuchen nach wie vor das Paket persönlich oder an einen Ersatzempfänger kontaktlos zu übergeben, eine bestehende Abstellgenehmigung bzw. eine Post-Empfangsbox zu nutzen. Hinterlegt wird wo möglich in einer Abholstation und nur in letzter Konsequenz in der Filiale am Schalter bzw. bei einem Post-Partner. Außerdem wurde die Hinterlegungsfrist für alle Paketsendungen auf eine Woche reduziert."

DPD: Minus 20 Prozent im Paketgeschäft

Bei DPD gibt es ein Minus von 20 Prozent im Paketgeschäft, erläuterte eine Sprecherin auf Anfrage der APA. Der bis zu 50-prozentigen Rückgang im B2B-Geschäft werde aber zunehmend im B2C-Bereich kompensiert. Einen Zustellversuch gebe es immer, verspricht die DPD-Vertreterin.

Sei dies einmal nicht der Fall und dies werde DPD bekannt, "führen wir selbstverständlich ein persönliches Gespräch mit unseren Transportpartnern, um unsere Qualitätsansprüche nochmals darzulegen". Auch DPD liefert kontaktlos. Fahrer seien mit Sicherheitsmasken, Handschuhen und Desinfektionsmittel ausgestattet sowie zum Thema Präventionsmaßnahmen geschult worden.

DHL berichten von "enormen Wachstum im E-Commerce Bereich"

Auch DHL firmiert noch in Österreich nachdem DHL Paket in Österreich zum größten Teil von der Post übernommen wurde. Ein Sprecher von DHL Express berichtete auf Anfrage der APA von einem "enormen Wachstum im E-Commerce Bereich". "Unsere Kuriere achten darauf, sich und ihre Fahrzeuge sauber und hygienisch einwandfrei zu halten. Die Hände und Scanner werden nach jeder Abholung oder Lieferung gereinigt." DHL Express verwende Handschuhe, Mund- und Nasenschutz und auch Schutzbrillen. "Bei der Sendungsübernahme wird selbstverständlich der gebotene Abstand eingehalten."

Ein standardmäßiger Zustellversuch sei bei DHL "selbstverständlich". Das Unternehmen betreibt zwar keine Paketshops, verfügt aber über "Service Points" in Wien und Linz. Gerade in der Corona-Krise sei das Service einer Ablagegenehmigung für die erwartetet Sendung an einem sicheren Ort bedeutend, so der Sprecher. "Dabei wird einem die Unterschrift völlig abgenommen."

Schokolade kommt vielleicht nicht rechtzeitig bis Ostern

Ein Wiener Schokoladenhersteller teilte indes am Montag seinen Kunden mit, dass es "aufgrund der aktuellen Situation bei der Post zu stark verzögerten Lieferzeiten kommt, weswegen wir nicht mehr garantieren können, dass Sie unsere Ware noch rechtzeitig vor Ostern erreicht". Daher wurde der Versand neuer Osterschokoladen-Bestellungen in andere Bundesländer eingestellt.

Die Post hat auf ihrer Homepage www.post.at/p/c/corona einen eigenen Bereich rund Fragen und Antworten zu COVID-19 eingerichtet, der täglich aktualisiert wird.

(APA/Red)

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