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Onlinehandel: Skepsis sinkt, Großteil fühlt sich ausspioniert

"Hey Siri, zeige mir die neuesten Modetrends".
"Hey Siri, zeige mir die neuesten Modetrends". ©APA
Die Österreicher wurden durch die Corona-Pandemie weniger skeptisch im Onlinehandel, der Großteil fühlt sich jedoch von Siri, Alexa und Co abgehört.

Die Coronakrise hat dem Onlinehandel einen großen Aufschwung gebracht. Sechs von zehn Österreichern kaufen mittlerweile mindestens einmal im Monat im Internet Produkte oder Dienstleistungen, ergab eine am Mittwoch vom Internetwerbeberater Otago präsentierte Online-Umfrage unter 1.000 Personen. Die Skepsis, Lebensmittel im Internet zu kaufen, hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Ein Großteil der Österreicher fühlt sich von Siri und Alexa, aber auch Facebook abgehört.

Österreicher gegenüber Sprachassistenten skeptisch

Bei bekannten Sprachassistenten sind die im September Befragten sehr skeptisch. 74 Prozent glauben, dass Amazons Alexa oder Apples Siri sie - unerlaubterweise - abhören, 69 Prozent denken das über Smart-Home-Anwendungen und mehr als zwei Drittel meinen, dass Facebook mitlauscht. Sechs von zehn misstrauen diesbezüglich Online-Meetingplattformen, vier von zehn auch Spielkonsolen. Bei Facebook sei er sich "relativ sicher", dass es mithöre, sagte Markus Inzinger, Gründer und Geschäftsführer von Otago, bei einer virtuellen Pressekonferenz. Er habe unlängst mit einem Mitarbeiter über eine Automarke gesprochen und just am darauffolgenden Tag eine Werbung genau dieser Marke bekommen - obwohl er nicht auf der Website des Autoherstellers gewesen sei. Es sei naheliegend, dass Facebook gelauscht und die Daten für Werbezwecke verwendet habe. Die Facebook-App laufe am Handy meist mit, auch wenn man sie gerade nicht benutze.

Das alles hindert die Österreicher aber nicht daran, via Internet einzukaufen. Die Coronakrise war ein "Turbo" für den Onlinehandel, so Inzinger. 22 Prozent gaben bei der Umfrage an, während der Pandemie mehr im Web zu shoppen, bei den Unter-30-Jährigen waren es sogar drei von zehn. Gleichzeitig meinten aber 62 Prozent, Corona habe keinen Einfluss auf ihr Kaufverhalten. Die Maskenpflicht ist nur für zehn Prozent ein Grund, online statt im Geschäft zu kaufen.

Mehr Online-Käufe bei neuem Lockdown

16 Prozent gaben an, mehr in Geschäften in der Umgebung einzukaufen, die Wiener taten das etwas weniger häufig (11 Prozent). Das Motto "fahr nicht fort, kauf im Ort" habe sich während der Coronakrise verstärkt, sagte Petra Starecek vom Marktforschungsinstitut Integral. Vor allem in kleinen Gemeinden unter 5.000 Einwohnern neigten die Österreicher verstärkt dazu, regional einzukaufen, so Inzinger. Ob der während des ersten Lockdowns entstandene Boom, auch bei kleinen Händlern online zu kaufen, anhalten werde, hänge von den Shopbetreibern ab. Sie müssten es schaffen, aus den Einmalkunden Stammkunden zu machen.

Der neuerliche Lockdown werde den Trend zum Online-Kaufen weiter befeuern, glaubt Inzinger. Stationäre Händler erwarteten heuer kein rosiges Weihnachtsgeschäft. Für Online-Shopper sind jedenfalls Anlässe wie Weihnachten, aber auch der bevorstehende, mittlerweile auch in Österreich etablierte Black Friday oder generell der Ausverkauf Kaufanreize. Insgesamt sind die Österreicher aber beim virtuellen Einkaufen nicht so spontan: 43 Prozent planen ihren Einkauf, nur 11 Prozent lassen sich spontan dazu animieren.

Lebensmittel werden kaum online gekauft

Lebensmittel online zu kaufen, schließen immer noch 28 Prozent der Österreicher für sich aus, 2017 waren es noch 38 Prozent, so Inzinger. Ein Fünftel hat im letzten Jahr Lebensmittel online gekauft. Bei Medikamenten sind die Befragten geteilter Meinung: 29 Prozent kaufen Pillen und Co. bereits im WWW ein. 27 Prozent können sich hingegen nicht vorstellen, diese im Netz zu erstehen - 2017 waren es übrigens weniger, nämlich 20 Prozent. Trotz gestiegener Skepsis waren 2020 Medikamente der Umfrage zufolge schon auf dem sechsten Platz der meistgekauften Produkte im Netz. Am häufigsten werden nach wie vor Bekleidung, Schuhe und Accessoires online geshoppt, gefolgt von Büchen, Kosmetik- und Pflegeartikeln sowie Haushaltsgeräten und Elektronik. Autos und Pflanzen wollen die Österreicher lieber in einem Geschäft kaufen, auch Online-Finanzberatung ist unbeliebt. Die herrschenden Geschlechterklischees bestätigten sich in der Umfrage: Frauen kaufen online viel öfter Kleidung, Kosmetik, Deko und Medikamente, Männer Elektronik, Computerspiele und Heimwerkerbedarf.

(APA/red)

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