Omikron-Variante in den Bundesländern im Überblick

Die Omikron-Variante des Coronavirus wurde in Österreich bereits in drei Bundesländern nachgewiesen.
Die Omikron-Variante des Coronavirus wurde in Österreich bereits in drei Bundesländern nachgewiesen. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Am Montag gab es die ersten drei bestätigten Fälle der Corona-Variante Omikron (B.1.1.529) in Österreich. Am Dienstag sind keine weiteren dazugekommen. Ein Überblick zu den Bundesländern.
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In Tirol haben sich drei Menschen mit der Mutation angesteckt. In Oberösterreich gibt es zwei, in Salzburg und Vorarlberg je einen Verdachtsfall. Da warten die Behörden auf die Sequenzierung der AGES. In allen anderen Bundesländern ist Omikron bisher nicht nachgewiesen.

Erster Omikron-Fall im Bundesland Tirol

Der erste Fall in Tirol betrifft eine Person, die nach einer Südafrika-Reise positiv auf Corona getestet wurde und derzeit keine Symptome aufweist. Auch zwei Personen aus dem familiären Umfeld dieser Person im Tiroler Bezirk Schwaz sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer ging im Interview mit dem ORF Tirol Montagabend davon aus, dass es sich "zu über 95 Prozent" um die Omikron-Variante handeln dürfte. Die Detail-Sequenzierungen liefen aber noch, informierte das Land Tirol.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sprach sich am Dienstag bei einer Pressekonferenz gegen "Panikmache" im Zusammenhang mit der Omikron-Variante aus. Er versicherte, dass man die Mutante "sehr ernst" nehme, fügte jedoch hinzu: "Panik machen müssen wir aber auch nicht." Alle anderen Testergebnisse von Reiserückkehrern sind negativ, teilte das Land mit. Die Absonderung der drei betroffenen Personen im Bezirk Schwaz habe laut Platter gut funktioniert. Platter sprach von "ordentlichen Maßnahmen". Wie schon so oft betonten der Tiroler Landeshauptmann und Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) die Wichtigkeit der Impfung. "Das ist das einzige, was hilft", unterstrich Platter.

Zwei Verdachtsfälle mit neuer Virusvariante in Oberösterreich

In Oberösterreich, wo es derzeit zwei Omikron-Verdachtsfälle gibt, befinden sich aktuell neun Kontaktpersonen in Quarantäne, teilte der Krisenstab mit. Ob es strengere Vorgaben für die Absonderung gibt als normal - etwa was die Einstufung von Geimpften als K2 betrifft -, sei derzeit noch eine Einzelfallentscheidung. Es gebe bisher keine zentrale Vorgabe, worauf man den Bund bereits hingewiesen habe, hieß es aus Oberösterreich.

Bei den zwei bisher bekannten Verdachtsfällen in Oberösterreich handelt es sich um eine Person, die aus Südafrika heimgereist ist, sowie eine, die aus Namibia zurückkehrte. Die AGES müsse auch hier erst abklären, ob wirklich die neue Variante vorliegt, hieß es. Das werde sieben bis zehn Tage dauern.

Wiener Omikron-Fall am Montag in Salzburger Labor nachgewiesen

Auch in Salzburg hat ein Labor bereits am Montag einen ersten Omikron-Verdachtsfall an die Gesundheitsbehörden gemeldet. Wie das Land informierte, stammt die positive Probe von einem Wiener, der am Freitag mit dem Flugzeug aus Südafrika heimgekehrt ist. Der Mann hatte sich offenbar an seinem Zweitwohnsitz in einer Teststraße einem PCR-Test unterzogen. Die Probe wurde darum in Salzburg ausgewertet und zeigte Auffälligkeiten.

Vorarlberg: Ungewiss ob ein Reiserückkehrer neue Variante hat

In Vorarlberg war es am Dienstag ebenfalls weiter ungewiss, ob sich ein Corona-positiver Reiserückkehrer aus dem südlichen Afrika mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hat. Das Ergebnis der Sequenzierung der Probe durch die AGES in Wien lag noch nicht vor. Bei fünf anderen Personen, die sich im Süden Afrikas aufgehalten haben, steht noch das Ergebnis eines PCR-Tests aus, wie Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) am Dienstag informierte.

In Vorarlberg haben sich bis Dienstag 15 Reiserückkehrer gemeldet, alle wurden umgehend getestet und abgesondert. Von den 15 PCR-Tests fiel bisher einer positiv aus - dabei handelt es sich eben um jene Probe, die jetzt in Wien weiter analysiert wird. Neun Tests waren negativ, in fünf Fällen muss das Ergebnis der PCR-Testung noch abgewartet werden.

Keine Omikron-Verdachtsfälle am Dienstag in Wien gemeldet

In allen anderen Bundesländern wurden keine Fälle der SARS-CoV-2-Variante Omikron gemeldet. Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vermutete jedoch bereits am Montag, dass die Mutation wohl auch Wien erreichen werde. Allerdings wurde bis Dienstag aus der Bundeshauptstadt kein Fall vermeldet. Der Stadtrat hob umso mehr die Wichtigkeit der Impfung hervor.

Um der Mutation Herr zu werden, hat der Laboranbieter Lifebrain, der die PCR-Tests des "Alles gurgelt"-Programms auswertet, seine Kapazitäten in Wien ausgebaut, berichtete das Unternehmen. Man tue dies angesichts der nach wie vor signifikant steigenden Testvolumina im gesamten Bundesgebiet sowie der "ernsten Schwierigkeiten" in vielen Bundesländern, ein starkes, zuverlässiges und niederschwelliges Testangebot mit Befunden innerhalb von 24 Stunden gewährleisten zu können, hieß es. Lifebrain ist laut eigenen Angaben inzwischen in der Lage, positive Testergebnisse auf eine allfällige Omikron-Infektion zu untersuchen. Pro Woche führt das Unternehmen 1.000 Untersuchungen zur Sequenzierung des Virus durch, um Mutationen zu erkennen.

Kein Verdachtsfall mit neuer Corona-Variante in Niederösterreich

Auch in Niederösterreich lag weiterhin kein begründeter Verdachtsfall im Hinblick auf die Omikron-Variante vor. Zudem ist laut Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) das Vertragslabor Novogenia beauftragt worden, das Analyseverfahren entsprechend anzupassen, um diese Variante im Vorscreening feststellen zu können. "Künftig wird jede bestätigte PCR-Probe einer weiteren Testung mit einem Spezial-Primer unterzogen. Dieser entdeckt ganz bestimmte Genom-Veränderungen, die einen Hinweis auf eine eventuell vorliegende Mutante liefern. Wenn bei einer Probe das Mutations-Screening positiv ausfällt, wird diese Probe zum Zwecke einer Ganzgenom-Sequenzierung zur AGES nach Wien gebracht", erläuterte die Landesrätin.

Steiermark gibt flächendeckende Mutationsanalyse in Auftrag

Das Land Steiermark, das bisher ebenfalls keinen Fall der Omikron-Variante aufzeigt, hat aber deshalb eine flächendeckende Mutationsanalyse in Auftrag gegeben, die von den zuständigen Labors geprüft wird. Ziel sei es, alle positiven PCR-Testungen auf die Omikron-Variante hin zu überprüfen. "Mit Hilfe dieses Verfahrens kann die Ausbreitung bestmöglich nachverfolgt werden. Zeigt die Analyse einen positiven Fall, so wird diese zur detaillierten Sequenzierung weitergeleitet", hieß es in der Aussendung.

Auch in der Steiermark gab es eine klare Impfempfehlung: "Omikron darf Menschen keinesfalls davon abhalten, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und alle empfohlenen Schutzmaßnahmen, das Tragen der Maske, das Abstandhalten und die Händehygiene weiter einzuhalten", unterstrich Herwig Lindner, Infektiologie und Präsident der Ärztekammer Steiermark. Sein Fachkollege Robert Krause von der Medizinischen Universität Graz sagte: "Omikron ist eine neue SARS-CoV-2-Variante, die von der WHO als 'Variant of concern′ eingestuft wurde. Die genaue Klärung der Weiterverbreitungsrate, des Erkrankungspotenzials und der Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe sind die nächsten wichtige Schritte für die Bewältigung dieser neuen SARS-CoV-2-Variante."

Zuerst wurde die Omikron-Variante im südlichen Afrika nachgewiesen

Die Omikron-Variante war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. Es wurden weiterhin Reiserückkehrer, die in den vergangenen 14 Tagen aus den Ländern Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini zurückgekehrt sind, aufgerufen, umgehend vorsorglich einen PCR-Test zu machen.

(APA/Red)

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