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ÖVP-Karas ist auch beim dritten Mal erfolgreich

Der "Schwarze" Karas führte die Türkisen in der Europawahl an.
Der "Schwarze" Karas führte die Türkisen in der Europawahl an. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Der EU-Routinier Othmer Karas wird auch weiterhin im EU-Parlament vertreten sein. Dabei sah es lange so aus, als ob der Mann aus der alten Garde und Sebastian Kurz nicht miteinander auskommen.
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Ob die ÖVP wegen oder trotz Othmar Karas bei der heutigen EU-Wahl reüssiert hat, wird man erst nach Auswertung der Vorzugsstimmen wissen. Klar ist freilich schon heute: Verhindert hat der Frontmann aus der alten schwarzen Garde den türkisen Erfolg nicht.

Karas nicht immer einig mit Kurz

Dass Karas überhaupt wieder als Listenerster in den Urnengang durfte, war nicht besonderer Zuneigung durch Parteichef Sebastian Kurz zu verdanken. Vielmehr wollte man in der neuen türkisen Parteispitze vermeiden, dass der bedingungslose Europäer Karas, der schon zwei erfolgreiche Vorzugsstimmen-Kampagnen hinter sich hat, mit einer eigenen Liste zur Konkurrenz wird.

Leicht war der Wahlkampf für ihn auch diesmal nicht, denn einerseits hatte man Karas mit Staatssekretärin Karoline Edtstadler eine EU-kritischere quasi Co-Spitzenkandidatin zur Seite gestellt und andererseits hatte er in die Lippen zu beißen, als der eigene Parteichef kurz vor Platzen der Bundesregierung mit EU-kritischen Tönen in den Wahlkampf eingriff. Fast eine Erlösung schien es für Karas, als er zuletzt den Ballast der freiheitlichen Regierungsbeteiligung los wurde, die ihm stets ein Gräuel zu sein schien.

Seit 1999 in Brüssel

Das hängt damit zusammen, dass er eben tatsächlich ein glühender Europäer ist und europafeindliche Gruppierungen für ihn so ein natürliches Feindbild sind. Schon seit 1999 sitzt er in Brüssel, lange nicht in der ersten Reihe, aber immer bemüht, die europäische Idee in Österreich populär zu halten. Stets hielt man ihn für zu spröde für die erste Reihe, ehe er 2009 in einem Vorzugsstimmen-Wahlkampf auf knapp 113.000 persönliche Unterstützungen kam. Dies hatte er freilich auch indirektem Protest der VP-Wähler gegen die Kür von Ernst Strasser zum Listenersten zu verdanken. Spätestens seit er fünf Jahre später immerhin noch fast 83.000 Vorzugsstimmen holte, gilt der Schwiegersohn des früheren Bundespräsidenten Kurt Waldheim als überraschendstes Atout der Volkspartei.

Damit kann sich der Obmann des niederösterreichischen Hilfswerks mehr leisten als manch anderer. Angelegt hat sich der ÖVP-Delegationsleiter in den vergangenen Monaten daher auch mit der eigenen Partei. Die von Türkis-Blau forcierte Kürzung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder etwa hält er für EU-rechtswidrig. Kritisch sah er auch, dass Österreich den UNO-Migrationspakt nicht unterzeichnet hat.

Routinier durch und durch

Dabei war Karas einst Stimme der Partei, unter Wolfgang Schüssel war er von 1995 bis 1999 nämlich Generalsekretär. Damals war er noch keine 40 und doch schon Routinier. Denn Karas schwang sich jung zum Obmann der ÖVP-nahen Union Höherer Schüler (UHS) und der Jungen ÖVP auf. Von 1983 bis 1990 saß Karas im Nationalrat. Im EU-Parlament wird er wohl weitere fünf Jahre absitzen, sollte nicht just das sich abzeichnende freie Spiel der Kräfte im österreichischen Nationalrat ihn zum EU-Kommissar küren.

Zur Person: Othmar Karas wurde am 24. Dezember 1957 in Ybbs an der Donau als Sohn eines Bezirksschulinspektors und einer Volksschuldirektorin geboren. Der Niederösterreicher begann seine politische Laufbahn früh, als Obmann der ÖVP-nahen Union Höherer Schüler (UHS) und der Jungen ÖVP. Von 1983 bis 1990 saß Karas im Nationalrat, 1995 wurde er unter Wolfgang Schüssel ÖVP-Generalsekretär. 1996 schloss er sein Politikwissenschafts-Studium ab, 2017 das Doktorat. Seit 1998 ist Karas Präsident des Österreichischen Hilfswerks und seit 1999 Mitglied des Europaparlaments. Er ist verheiratet mit der Tochter des früheren Bundespräsidenten Kurt Waldheim, Christa, und hat einen Sohn.

(APA/red)

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