NR-Wahl 2019: Wann werden welche Stimmen ausgezählt und wann steht das Ergbnis fest?

Wann werden welche Stimmen der Nationalratswahl 2019 ausgezählt?
Wann werden welche Stimmen der Nationalratswahl 2019 ausgezählt? ©APA/ROLAND SCHLAGER
Wenn am Sonntag die Wahllokale schließen und die Stimmen ausgezählt sind, wird das vorläufige Ergebnis der Nationalratswahl 2019 verkündet. Darin sind allerdings noch nicht alle abgegeben Stimmen enthalten. Hier erfahren Sie, wann welche Stimmen ausgezählt werden.
Wann die ersten Hochrechnungen kommen
Das unterscheidet Brief- von Wahlkarten-Wahl

Innenminister Wolfgang Peschorn wird am Sonntagabend im das vorläufige Endergebnis der Nationalratswahl verkünden. Darin fehlt allerdings noch ein beträchtlicher Teil der Stimmen. Denn Briefwahl und Wahlkarten werden in zwei Tranchen erst am Montag und am Donnerstag ausgezählt.

NR-Wahl 2019: Neuer Briefwahl-Rekord erwartet

Schon 2017 wurden rund 15 Prozent der Stimmen nicht mehr über die Wahlurne im "eigenen" Wahllokal abgegeben, sondern zum allergrößten Teil über die Briefwahl. Heuer wird ein neuer Rekord erwartet; also werden im Sonntagabend verkündeten vorläufigen Endergebnis vielleicht nur mehr vier Fünftel der Stimmen enthalten sein.

Briefwahlstimmen werden am Montag ausgezählt

Den allergrößten Teil der noch fehlenden Stimmen müssen am Montag die 112 Bezirkswahlbehörden (ab 9.00 Uhr früh) auswerten. Sie zählen die am Postweg abgegebenen Stimmen aus. Das könnten heuer (bei gleicher Wahlbeteiligung) mehr als 900.000 sein. Schon 2017 waren es 758.424 abgegebene Stimmen, von denen 753.497 als gültig erachtet wurden. Das war eine starke Zunahme der - 2013 noch 540.000 - Briefwähler.

Jedenfalls haben die Briefwähler mittlerweile ein gewichtiges Wort mitzureden. 2017 verhalfen sie der SPÖ - die am Wahlsonntag noch hinter der FPÖ lag - letztlich doch noch zu Platz 2. Und bei der aufgehobenen Bundespräsidenten-Stichwahl vom Mai 2016 drehten sie das Ergebnis um: Nach Auszählung der Briefwähler war Alexander Van der Bellen und nicht mehr Norbert Hofer Erster.

Wahlkarten werden am Donnerstag ausgezählt

Sollte es bei der Nationalratswahl Montagabend immer noch ganz knapp stehen, fällt die endgültige Entscheidung erst am Donnerstag. An diesem Tag werden noch einmal zahlreiche Wahlkarten ausgewertet - heuer wohl an die 50.000 (nach 37.300 im Jahr 2017). Den Ausschlag geben werden diese Stimmen aber nur, wenn es "hauchdünne" Differenzen gibt - etwa wenn die FPÖ ganz knapp vor der SPÖ liegt. Denn 2017 machte die Tranche 2 nur 0,73 Prozent der gültigen Stimmen aus.

Wie schon damals enthalten die Donnerstags-Stimmen zum Teil auch - zumindest streng rechtlich gesehen - Briefwähler: Nämlich die am Sonntag irgendwo in Österreich in einem Wahllokal abgegebenen Briefwahlkuverts (ausgefüllt, zugeklebt und unterschrieben). Diese wurden 2013 außerhalb des "eigenen" Wahlkreises nicht angenommen. Außerdem werden wie schon früher am Donnerstag auch die "klassischen" Wahlkarten ausgezählt - wenn Wähler mit unbenutzten (und vor allem nicht unterschriebenen) Wahlkarten ins Wahllokal kommen, sie dort gegen einen Stimmzettel tauschen und diesen in die Urne werfen.

So spät ausgezählt werden die in "fremden" Wahlkreisen abgegebenen Stimmen, weil die Nationalratsmandate nicht nur auf Bundesebene (wie etwa bei der EU-Wahl) vergeben werden, sondern auch in Regionalwahlkreisen und auf Landesebene. Also müssen sie für die Auszählung erst zur richtigen Landeswahlbehörde (sie zählen am Donnerstag aus) gebracht werden - und die ordnet sie dann dem richtigen Wahlkreis zu. Dies ist möglich, weil es für jeden der 39 Regionalwahlkreise einen eigenen Stimmzettel (mit eigenen Vorzugsstimmen-Kandidaten) gibt.

Alle Informationen zur Nationalratswahl 2019 finden Sie hier.

(APA/Red)

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