NÖ: Situation auf Intensivstationen "sehr, sehr angespannt"

Auch für das Personal ist die Situation eine große Belastung.
Auch für das Personal ist die Situation eine große Belastung. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Laut LHStv. Pernkopf ist die Lage auf den niederösterreichischen Intensivstationen "sehr, sehr angespannt". Auch für das Krankenhauspersonal ist die Situation eine große Belastung.

Als "sehr, sehr angespannt" hat LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) am Donnerstag die Situation auf den Intensivstationen in den niederösterreichischen Landeskliniken bezeichnet. Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum St. Pölten, sprach davon, dass eine Plateauphase erreicht sein sollte. Es bleibe zu hoffen, dass sie nicht überschritten werde.

Intensivbetten könnten nicht aus dem Boden gestampft werden

Auch in Zeiten den Corona-Pandemie könnten andere Notfälle wie Schlaganfälle, Herzinfarkte oder nach Verkehrsunfällen nicht abgeschafft werden, erinnerte Hörmann in einem Pressegespräch. Ebenso könnten Intensivbetten nicht aus dem Boden gestampft werden. 333 für Erwachsene gibt es aktuell laut Markus Klamminger, Direktor für Medizin und Pflege bei der Landesgesundheitsagentur (LGA), im Bundesland. Bei 304 Betten bestehe Beatmungsmöglichkeit. Bis zu jeweils mehr als 130 "Normal"- und Corona-Intensiv-Patienten hätten zuletzt auf den Stationen behandelt werden müssen.

Das Personal stehe unter massiver Belastung, Durchhaltevermögen sei seit mehr als einem Jahr gegeben, sagte Klamminger weiter. Er verwies auch darauf, dass die psychologische Betreuung für Mitarbeiter verstärkt worden sei. Sie könne in Anspruch genommen werden, wenn es gewünscht sei. Zudem merkte der LGA-Direktor an, dass das Operationsvolumen zurückgeschraubt worden sei. Die derzeitige Leistung bezifferte er mit etwa 75 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie. Knapp zwei Drittel seien es bei geplanten Operationen, die jedoch nicht dringend seien.

Jeder dritte Corona-Intensivpatient stirbt

Auf Intensivstationen sterbe etwa jeder dritte Corona-Patient, erläuterte Hörmann. Er wies weiters darauf hin, dass es nach schweren Verläufen ein halbes bis ein Jahr der Rehabilitation bedürfe, ehe es eine Rückkehr ins normale Leben geben könne. Der Altersschnitt der Covid-Patienten beträgt laut Klamminger derzeit 61,5 Jahre.

Hörmann appellierte in der aktuellen Situation auch an die Bevölkerung, Risikovarianten von Aktivitäten bei der Freizeitgestaltung zu unterlassen. Nicht zuletzt rief er zum Testen und dazu auf, jede Impfdosis auch zu verimpfen, "die Österreich zur Verfügung steht".

Die Lage sei "ernst", sagte Pernkopf. Testen - das Angebot solle genützt werden - und zu impfen bezeichnete der Landesvize als einzige Wege in der Pandemie.

(APA/Red)

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