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NÖ rüstet sich mit Impfzentren für größere Impfstoffmengen

Impfzentren in Niederösterreich: Vollbetrieb ab der zweiten Maihälfte.
Impfzentren in Niederösterreich: Vollbetrieb ab der zweiten Maihälfte. ©APA/dpa/Tobias Hase
Niederösterreich rüstet sich mit 20 Impfzentren für größere Impfstoffmengen. Der Teilstart soll mit 19. April erfolgen, für die zweite Maihälfte ist der Vollbetrieb vorgesehen.
NÖ: 20 Impfzentren sollen entstehen

Geöffnet sein soll einheitlich sieben Tage die Woche. Die Organisation und der Betrieb der Zentren wurde vergangenen Freitag ausgeschrieben, 75 Millionen Euro werden investiert. "Wir stellen uns mit den Impfzentren auf massiv mehr Impfstoff ein", sagte LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) am Donnerstag.

NÖ: 100.000 Corona-Impfungen pro Woche als Ziel

St. Pölten. Ziel seien insgesamt 100.000 Corona-Impfungen pro Woche in den 20 Zentren. Gerechnet wird mit einer Verdreifachung der Impfstoffmenge im zweiten Quartal. Wenn dies wie angekündigt eintreffe, brauche man entsprechende Kapazitäten, um viele Menschen durchimpfen zu können, begründete Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) vor Journalisten die Entscheidung zur Errichtung von Landesimpfzentren - eines in jedem Bezirk. Weiters sei man mit diesem System "maximal flexibel", wenn mehr oder weniger Dosen als erwartet geliefert werden.

14 der 19 bestehenden Impfstraßen der Gemeinden werden als Standorte beibehalten, hieß es zu Kritik von einzelnen Kommunen am künftigen zentralen System des Landes. Ärzte im niedergelassenen Bereich sollen weiterhin Spritzen gegen das Coronavirus verabreichen - hier sollen AstraZeneca und Johnson & Johnson zum Einsatz kommen. In den Landeszentren sollen die logistisch aufwendigeren mRNA-Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna verwendet werden, erläuterte Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka. Die Anmeldung funktioniert wie bisher über die Internetplattform. "Die Leute buchen Termine in ihrer Nähe und möglichst rasch", berichtete Chwojka. Alle bereits vergebenen Termine finden wie geplant statt, betonte er.

Ergänzung zum niedergelassenen Bereich

Von einer "Mangelwirtschaft" bei Impfstoffen komme man nun in eine Phase, in der es darum gehe, "dass wir große Teile der Bevölkerung schnell impfen", sagte Patientenanwalt Gerald Bachinger. Die Zentren könnten das als Ergänzung zum niedergelassenen Bereich "in großer Qualität und hoch professionell" bewältigen. Ein wichtiges Thema seien für die Bürger die Öffnungszeiten. Die Impfzentren sollen täglich, auch an Feiertagen, aufgesperrt haben - Montag bis Freitag von 14.00 bis 20.00 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Der Zuschlag im Vergabeverfahren für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren soll im Mai erfolgen. Bis dahin übernimmt das Rote Kreuz diese Aufgabe, das Land hat 400 Beschäftigte für die Arbeit in den Zentren aufgenommen, sagte Filip Deimel, Leiter der Gruppe Gesundheit und Soziales. Die 75 Millionen Euro schwere Investition werde dem Bund weiterverrechnet.

74 Prozent der Ab-65-Jährigen in Niederösterreich zumindest teilgeimpft

"Die Strategie Testen und Impfen wirkt", sagte Pernkopf. In den Pflege- und Betreuungszentren im Land seien derzeit nur noch sieben Bewohner mit dem Coronavirus infiziert, Ende November seien es über 400 gewesen. 74 Prozent der Ab-65-Jährigen in Niederösterreich sind aktuell den Angaben zufolge bereits mindestens einmal geimpft oder haben einen Termin dafür, bei den Personen ab 80 sind es 84 Prozent. Insgesamt 420.000 Personen haben bisher mindestens einen Stich oder einen Termin dafür erhalten, das entspricht rund einem Drittel der gesamten impfbaren Bevölkerung in Niederösterreich.

Neben den Impfkapazitäten sollen auch das Testangebot weiter ausgebaut werden, betonten Pernkopf und Königsberger-Ludwig. Einerseits würden künftige Öffnungsschritte mit Eintrittstests verbunden sein, andererseits bräuchten Personen in Hochinzidenzgebieten entsprechende Nachweise für Ausreisekontrollen. Derzeit werden täglich 75.000 Tests an rund 700 Standorten in Gemeinden, Betrieben und Apotheken in Niederösterreich durchgeführt. Bei der Verwendung von Nasenbohrer-Tests forderte Pernkopf rasches Handeln, was eine Verordnung des Gesundheitsministeriums betrifft.

Zur Lage auf den Intensivstationen sagte der Landeshauptfrau-Stellvertreter: "Die Situation bleibt weiter angespannt. Wir haben die Kapazitäten aufgestockt, aber der begrenzende Faktor ist der Mensch." Bei den Neuinfektionen ortete Königsberger-Ludwig eine "Bewegung leicht nach unten". Es gelte, eine Überlastung der Intensivstationen hintanzuhalten.

(APA/Red)

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