Neues Besucherzentrum im Parlament in Wien entsteht

Das neue Besucherzentrum soll am Nationfeiertag 2022 eröffnet werden.
Das neue Besucherzentrum soll am Nationfeiertag 2022 eröffnet werden. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Im Zuge der laufenden Sanierung wird das Parlament in Wien auch ein neues Besucherzentrum erhalten. Dafür budgetiert sind 5,4 Millionen Euro.
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Österreichs Parlament bekommt im Zuge der seit 2017 laufenden Sanierung auch ein neues Besucherzentrum. Errichtet wird es auf 1.500 Quadratmetern im neu erschlossenen Bereich unterhalb der Säulenhalle, und zwar in schlichtem Grau, Weiß und Dunkelblau. Die Gestaltung stammt von Atelier Brückner aus Stuttgart, das ähnliches schon im EU-Parlament in Brüssel ungesetzt hat. Budgetiert sind 5,4 Mio. Euro, die Eröffnung ist für den Nationfeiertag kommenden Jahres vorgesehen.

Besucherzentrum wird von Atelier Brückner gestaltet

In einer Pressekonferenz am Dienstag, die im künftigen Medienraum namens "Auditorium" stattfand, war ein erster Blick in das noch unfertige Zentrum möglich. Spiegelbildlich gegenüber liegt künftig das interaktive "Demokratikum", das Einblicke in den Parlamentarismus geben soll und die Beantwortung - vorgegebener - Fragen durch die Klubobleute bietet, aber auch einen Quiztisch für Kinder. Dazwischen befindet sich die sogenannte "Agora" mit einem Gebäudemodell, Infowänden und Medientischen.

Rene Walkenhorst, dessen Büro den Zuschlag nach europaweiter Ausschreibung erhalten hatte, bezeichnete in der Pressekonferenz das Wiener Parlament als "starkes, dominantes architektonisches Prachtstück". In dessen Architektur habe man sich bewusst eingegliedert, und zwar in enger Kooperation mit den Generalplanern der Sanierung, dem Büro Jabornegg & Palffy_AXIS.

Walkenhorsts Atelier hat vor zehn Jahren das Besucherzentrum im EU-Parlament in Brüssel realisiert. Jüngst fertig geworden ist das "Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung" in Berlin, in Arbeit sind zurzeit das "Grand Egyptian Museum" in Gizeh und das "Museum of the Future" in Dubai.

Sobotka lobte "sensationelle" Architektursprache

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) lobte bei der Präsentation die "sensationelle" Architektursprache und die "mit Abstand modernste Konzeption der Interaktivität". Er erwartet sich künftig - bei freiem Eintritt - an die 300.000 Besucher pro Jahr, um die Hälfte mehr als bisher. Sie werden zudem ein neues Cafe, aber auch das Restaurant am Dach und den Plenarsaal von oben besuchen dürfen. Andere Bereiche, etwa der historische Sitzungssaal, wird es nur mit Führung zu sehen geben.

Für die inhaltliche Planung und Umsetzung gibt es einen Fachbeirat. Dieser setzt sich aus Dirk Lange (Didaktik der Politischen Bildung an der Universität Wien), Alexander Kleinig (Abteilungsleiter Konzept & Design, Generaldirektion für Kommunikation im Europäischen Parlament) und dem Historiker und Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs Helmut Wohnout zusammen.

Sobotka versprach, dass das neue Besucherzentrum das Parlament als "offenen Ort für alle Menschen und als Herz der Demokratie erlebbar machen" werde, und zwar durchgehend barrierefrei: "Wir wollen bei den Besuchern das Interesse an Parlamentarismus und Demokratie fördern und motivieren, an unserer Demokratie aktiv teilzuhaben."

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(APA/Red)

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