Neuer Glanz und alte Probleme: Umgestaltungen im Praterviertel

Auch das neue "Viertel Zwei" ist im Gebiet zwischen Prater und Stadion entstanden.
Auch das neue "Viertel Zwei" ist im Gebiet zwischen Prater und Stadion entstanden. ©APA/ Georg Hochmuth
Seit der U2-Verlängerung hat sich im Praterviertel viel getan. Der Riesenradvorplatz und der Bahnhof Praterstern wurden umgestaltet, die Straßenprostitution wurde verboten. Trotz des neuen Glanz bleiben alte Probleme.
Lokalaugenschein am Praterstern
Prostitution im Prater

Der Bereich Prater, Messe, Krieau und Stadion gehört zu einem “Zielgebiet der Wiener Stadtentwicklung”, wie es in der Sprache der Stadtplanung heißt. Und tatsächlich: So viel wie dort hat sich in den vergangenen Jahren in kaum einem anderen Stadtviertel getan. Dass dies überhaupt möglich war, liegt an der verbesserten Erschließung. 2008 wurde die U-Bahn-Linie U2 bis zum Stadion – und später bis in die Donaustadt – verlängert.

Bahnhof Praterstern und Riesenradvorplatz umgestaltet

Der neue Glanz zeigt sich bereits beim “Entree” zum Zielgebiet, dem Bahnhof Praterstern. Der hat seinen einst eher herben Charme nach dem Umbau verloren und präsentiert sich inzwischen als moderne Zugstation. Wobei manches aber auch noch an frühere Verhältnisse erinnert: Obdachlose und Gruppen von Alkoholikern sind rund um den Platz weiterhin präsent.

 Neu gestaltet wurde auch der benachbarte Riesenradplatz, im Gegensatz zum Praterstern aber nicht modern. Finanzierung und Ästhetik des Bauwerks waren und sind höchst umstritten. Die dort ansässigen Unternehmen – ein Restaurant, eine Großraumdisco und auch ein Wachsfigurenkabinett – sind mit dem Standort aber durchaus zufrieden, wie eine APA-Recherche erst kürzlich ergab.

Prestigeprojekt Messe Wien

Das wohl größte Projekt im Praterviertel war wohl der Neubau des Wiener Messe- und Kongresszentrums, inklusive einem fast 100 Meter hohen Büroturm mit imposanter Spitze. Errichtet wurde das Messezentrum nach Plänen des Architekten Gustav Peichl. Das Areal verfügt über eine Nutzfläche von rund 70.000 Quadratmeter. Der neue Campus der Wirtschaftsuniversität entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft der Messehallen, im – von der U-Bahn aus gesehen – hinteren Teil, direkt an der Südportalstraße.

 Ebenfalls im Entstehen begriffen ist das Projekt “Messecarree Nord”, das auf der anderen Seite des Zentrums, also an der Ausstellungsstraße bzw. Vorgartenstraße, errichtet wird. Geplant sind dort unter anderem Gewerbeflächen und Lokale.

Straßenprostitution im Prater

Nicht so wirklich geplant war die Stärkung eines anderen Gewerbes: Seit in Wien der Straßenstrich aus den Wohngebieten verbannt wurde, hat sich die Prostitution großteils in den Prater verlagert. Nach Protesten wurde dort zumindest eine zeitliche Einschränkung auf die Nachtstunden fixiert. (APA)

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