Neue Obduktionseinheit in Simmering

Die Stadt Wien richtet eine neue Obduktionseinheit am Zentralfriedhof ein, mit der man Belastungsspitzen bei den Totenöffnungen abfangen will.

“Die Wienerinnen und Wiener können nicht so lange warten, bis sich der Bund wieder mit einer neuen Gerichtsmedizin um ihre Sicherheit kümmert”, so Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) am Donnerstag in einer Aussendung. Die neue Einheit in Simmering soll am 3. November in Betrieb gehen.

“Die Obduktionseinheit Simmering entlastet die Pathologen in den Spitälern der Stadt Wien”, so Landessanitätsdirektorin Karin Spacek. Auch biete sich bessere Möglichkeiten, Leichen mit Verwesungszeichen zu obduzieren. Am Zentralfriedhof sind ein klimatisierter Obduktionsraum, Kühlräume mit einer Kapazität von bis zu 30 Leichen sowie Sanitärräumlichkeiten vorhanden.

Ungeachtet dessen gelte auch weiterhin, so betonte Wehsely: “Es muss wieder ein funktionsfähiges Gerichtsmedizinisches Institut an der Medizin Universität Wien geben, an dem auch wieder obduziert werden kann.” Wien habe keine Zuständigkeit für die Medizinuniversität, die Polizei oder die Justiz. Nach der Sperre des desolaten Gerichtsmedizinischen Institutes habe sich Stadt jedoch gezwungen gesehen, den Obduktionsbetrieb in vier Spitälern des Krankenanstaltenverbundes (KAV) zu ermöglichen.

Mit Jahresanfang war das baufällige Department für Gerichtliche Medizin in der Sensengasse geschlossen worden. Die Gerichtsmediziner führen seither die staatsanwaltschaftlich angeordneten Obduktionen in zwei Spitälern – dem SMZ Ost und dem Kaiser-Franz-Josefs-Spital – durch. Aus Kostengründen hat Wien außerdem die sanitätspolizeilichen Obduktionen von der Wiener Gerichtsmedizin abgezogen, die nun von Pathologen in verschiedenen Krankenhäusern des Wiener Krankenanstaltenverbunds durchgeführt werden – im Wesentlichen allerdings nur mehr dann, wenn keine Todesursache festgestellt werden kann und keine Hinweise auf Fremdverschulden vorliegen. Dies hatte am Dienstag für heftige Kritik der Grünen gesorgt, die vor einem “Paradies für Mörder” warnten.

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