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NEOS laut Experten mögliche dritte Koalitions-Option für SPÖ

Meinungsforscher sehen die SPÖ im Finish weiter klar im Aufwind - und eine Koalition mit den NEOS (im Bild: Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr) als denkbar
Meinungsforscher sehen die SPÖ im Finish weiter klar im Aufwind - und eine Koalition mit den NEOS (im Bild: Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr) als denkbar ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Umfragen zufolge soll die Wien-Wahl am kommenden Sonntag einen klaren Sieg der SPÖ bringen - und das mit vermutlich mehr als 40 Prozent der Stimmen. Weniger gewiss ist, welche Koalition zustande kommt.
NEOS nennen fünf Koalitionsbedingungen
NEOS wären als Koalitionspartner "aber unbequem"

Die von der APA befragten Meinungsforscher sind sich vier Tage vor der Wahl für die mehr als günstige Ausgangsposition der SPÖ einig. Offen ist die Frage, welche Koalitionsmöglichkeiten danach am Tisch liegen. Für die im Finish weiter erstarkte SPÖ könnte sich neben den Koalitionsvarianten mit Türkis oder Grün auch NEOS als Option auftun, so die Experten im APA-Rundruf.

SPÖ soll 42 Prozent der Stimmen erhalten

Für die SPÖ weisen die jüngsten Umfragen der Institute OGM und Unique Research jeweils Werte von 42 Prozent aus - nach einem stetigen Aufwärtstrend seit dem Frühjahr. Platz zwei wird laut den Erhebungen an die ÖVP gehen, die nach guten Werten im Frühling (22 bis 24 Prozent) auf zuletzt rund 19 Prozent in den Umfragen etwas sank.

Dahinter werden die Grünen erwartet, wobei die letzten Umfragen von OGM und Unique Research für die Öko-Partei etwas unterschiedliche Werte aufweisen, nämlich 17 bzw. 15 Prozent. Die FPÖ lag in den Erhebungen seit dem Frühjahr stets bei rund zehn Prozent, die NEOS pendelten zwischen sechs und sieben Prozent. Eng wird es für das Team Strache, dass mit Werten um vier Prozent um den Einzug in den Landtag bangen muss.

Aufwärtstrend der SPÖ: Die Hintergründe

Dass die SPÖ bis zuletzt im Aufwärtstrend lag, zeigt ein Blick zurück ins Frühjahr, als sie in Umfragen nur auf rund 36 Prozent kam. Noch augenscheinlicher wird der Zuwachs, blickt man weiter zurück: Kurz nach der Übernahme des Bürgermeistersessels durch Michael Ludwig von seinem Vorgänger Michael Häupl am 24. Mai 2018 lag die Wiener SPÖ in einer OGM-Umfrage bei nur 34 Prozent, unmittelbar davor noch bei 32 Prozent. Dass Ludwig die Partei dann stetig aufwärts gebracht hatte, sei umso erstaunlicher, da sich der frisch gekürte Bürgermeister ja davor auch einer Kampfabstimmung um den Posten des Wiener Landesparteichefs gegen Andreas Schieder stellen musste, erinnerten OGM-Chef Wolfgang Bachmayer und Politikberater Thomas Hofer im APA-Gespräch.

Drei potenzielle Koalitionsmöglichkeiten nach Wien-Wahl

Wie auch Meinungsforscher Peter Hajek (Public Opinion Strategies/Unique Research) sehen die beiden Experten durch die stetig gestiegene Zustimmung für die SPÖ eine immer realistischere Chance, dass die Sozialdemokratie nach der Wahl drei potenzielle Koalitionsmöglichkeiten haben könnte (abgesehen von der seitens der SPÖ ausgeschlossenen Variante mit der FPÖ): Neben der Fortführung der rot-grünen Koalition und einer möglichen Zusammenarbeit mit der Stadt-ÖVP könnte sich rechnerisch wohl auch eine Koalition mit NEOS ausgehen. Zwar würden Rot und Pink zusammen keine absolute Stimmenmehrheit haben. Da aber das Wiener Wahlrecht große Parteien nach wie vor bei der Mandatsverteilung bevorzugt, scheint eine rot-pinke Mandatsmehrheit recht wahrscheinlich.

Gründe für die NEOS als Koalitionspartner

"Ich kann mir schon vorstellen, dass die beiden zusammenkommen", schloss Bachmayer im APA-Gespräch eine solche Koalition auch inhaltlich nicht aus. Einerseits wäre es für die SPÖ naturgemäß leichter, mit einem kleinen Partner seine Themen in einer Koalition stärker durchzusetzen. Andererseits könnte Ludwig durchaus Interesse haben "einen starken neuen politischen Akzent zu setzen." Auch Hofer hält es für "absolut im Bereich des Möglichen, dass sich das mandatsmäßig ausgeht" - vor allem wenn Straches Liste den Sprung in den Landtag verpassen sollte.

Strache leidet unter Wahlunwilligkeit potenzieller Wähler

Dass das Team Strache die notwendige Fünf-Prozent-Hürde überspringt ist laut Umfragen keinesfalls gesichert. Man sehe in den Daten, dass Heinz-Christian Strache "ein bisschen abbaut gegen Ende des Wahlkampfes", so Hajek. Das liege daran, "dass seine Wähler am unsichersten sind, ob sie an der Wahl überhaupt teilnehmen". Auch wiederhole der gefallene Vizekanzler in erster Linie stetig seine Erzählung, er habe zwar Fehler gemacht, sei aber der arme Verstoßene und werde wie Phönix aus der Asche steigen - "es kommt nichts Neues nach". Ob er es letztlich schafft oder nicht, sei "nicht messbar".

Die FPÖ wiederum muss laut den Erhebungen mit einem gewaltigen Minus von rund 20 Prozentpunkten rechnen. Hofer verwies hier auf das "Paradoxon", dass das Wahlergebnis für die FPÖ gar nicht wirklich die erste Priorität sei, sondern vielmehr das Ziel, Strache aus dem Gemeinderat draußen zu halten - was auch das Auftauchen von immer neuen Vorwürfen erkläre. Denn sollte es Strache doch schaffen und sich in Wien einen "Sockel" aufbauen können, dann werde er weiterhin versuchen, seiner Ex-Partei wehzutun, so Hofer.

Wien-Wahl: Die Lage bei ÖVP und Grünen

Die ÖVP geriet nach anfänglich guten Werten, die laut Hajek und Bachmayer wohl auch dem im Frühjahr noch guten Image der Bundes-ÖVP als Manager der Coronakrise zu verdanken waren, den Sommer über etwas ins Hintertreffen. Die Werte von nun rund 19 Prozent seien erwartbar gewesen, so Hajek. Dass ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel den Sommer über in seinen Persönlichkeitswerte etwas verloren hatte, sei auch Fehlern zuzurechnen wie seinem Auftritt im U-Ausschuss mit zahlreichen Erinnerungslücken und dem Sager, er habe über keinen Laptop verfügt. "Das hat ihm als Person nicht gut getan", so Hajek.

Das Potenzial der Grünen sieht Hofer bei der Wien-Wahl etwas beschränkt. Das liege einerseits an der etwas mangelnden Strahlkraft von Spitzenkandidatin Birgit Hebein, andererseits an der Themenlage im Bund - Stichwort Flüchtlingslager Moria. Das Mittragen der harten ÖVP-Linie beim diesem Thema sei gerade in Wien für manche grüne Zielgruppe schwierig - auch wenn Hebein dagegen aufgetreten ist. Als Erfolg könnten die Grünen jedes Ergebnis werten, das gegen 15 Prozent geht. Sollte die Stadtpartei aber über ihr niedriges Ergebnis von 2015 (11,84 Prozent) nur wenig hinauskommen, dann könnten Diskussionen folgen, auch auf Bundesebene, so die Experten.

NEOS: Wiederkehr zu wenig bekannt?

Auch bei den NEOS ortete Hofer bei Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr - der zwar um Wahlkampf "keine schlechte Figur" gemacht habe - das Problem der zu geringen Strahlkraft und vor allem des mangelnden Bekanntheitsgrades. Helfen könnte laut Hofer den Pinken, dass die ÖVP beim Thema Moria mit ihrer harten Haltung "etwas überzogen" habe. Dies könnte vor allem im Westen Wiens einige ÖVP-Wähler zu der liberalen Konkurrenz treiben.

Keinerlei Chancen auf einen Einzug wird den Kleinparteien - SÖZ, LINKS und der Bierpartei - attestiert, wobei laut Hofer die Bierpartei "durchaus für eine Überraschung sorgen" und ein bis zwei Prozentpunkte schaffen könnte. Relevant seien die Ergebnisse der Kleinparteien deshalb, weil diese Auswirkungen auf die Mandatsverteilung all jener Parteien haben, die den Sprung in den Gemeinderat schaffen.

>>Alle Infos zur Wien-Wahl 2020

(APA/Red)

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