Nächste Atom-Gespräche wieder in Wien

Die nächste Runde der Atom-GEspräche mit dem Iran soll wieder in Wien stattfinden.
Die nächste Runde der Atom-GEspräche mit dem Iran soll wieder in Wien stattfinden. ©AP
Am Donnerstag gehen die Verhandlungen um das umstrittene iranische Atomprogramm in Wien zu Ende. Laut dem iranischen Vizeaußenminister Abbas Araghchi findet die nächste Gesprächsrunde erneut in Wien statt.
Hier fanden die Gespräche statt
Gespräche in der Zielgeraden

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich zu Beginn der Gesprächsrunde stolz, dass diese in Wien stattfinde. Der Iran lud Kurz und Bundespräsident Heinz Fischer bereits Ende vorigen Jahres zu einem Besuch in Teheran ein.

Nach Angaben der israelischen Tageszeitung “Haaretz” (Onlineausgabe) soll die vierte Runde der Verhandlungen Mitte März abgehalten werden. Araghchi (Araqchi) nannte als Zeitraum für die Gespräche den 17. bis 20. März, wie der iranische Sender Press TV meldete.

Konstruktive Gespräche

Araghchi berichtete weiter, dass sich die Gesprächspartner auf einen Fahrplan für die weiteren Verhandlungen über ein umfassendes Abkommen geeinigt hätten. Ein westlicher Delegierter sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Äußerungen Araghchis seien “nicht falsch”. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der iranische Außenminister Mohammed Javad Zarif haben sich bei Gesprächen in Wien auf einen Fahrplan zu einer endgültigen Lösung im Atomstreit verständigt. Das gaben sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien am Donnerstag bekannt.

Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow gab sich im Vorfeld sehr optimistisch über die Erfolgsaussichten. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagnetur Itar-Tass geht er davon aus, dass ein Abkommen vor dem 20. Juli unterschrieben werden könnte.

Wien seit Dienstag Atom-Mittelpunkt

Seit Dienstag hatten die fünf UNO-Vetomächte (USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien) sowie Deutschland (5+1-Gruppe) mit dem Iran weitere Schritte zur Lösung des Atomstreits in der österreichischen Hauptstadt beraten.

Westliche Staaten werfen dem Iran vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies. Ein im November erzieltes Übergangsabkommen erlaubt dem Iran im Austausch für Informationen über seine Nuklearforschung eine vorübergehende Lockerung der Sanktionen. Diese hatten die Wirtschaft des Ölstaates empfindlich getroffen.

Urananreicherung macht Westen Sorgen

Zu den Knackpunkte für eine endgültige Einigung zählen unter anderem die Urananreicherungsanlagen des Iran, darunter auch ein unterirdischer Stützpunkt in Fordow, sowie die Plutoniumgewinnung am Standort Arak und das Raketenprogramm des Iran.

Experten halten das iranische Atomprogramm für zu weit fortgeschritten, um die zivile Nutzung völlig einzustellen. Durch die Verhandlungen soll der Iran aber soweit gebracht werden, seine Forschung und den Ausbau seiner Kapazitäten klar einzuschränken. Dadurch soll ein Zeitraum von sechs Monaten gewährleistet werden, die der Iran mindestens braucht, um aus seinem nuklearen Know-how tatsächlich eine Atomwaffe zu fertigen. Das Raketenprogramm des Iran wurde bei den Atom-Gesprächen in Wien allerdings nicht angesprochen.

(APA/Red)

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