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Museen in ganz Europa sammeln Erinnerungsstücke zur Coronavirus-Pandemie

Schilder wie diese gehörten zum Stadtbild - für Museen haben sie großen Erinnerungswert
Schilder wie diese gehörten zum Stadtbild - für Museen haben sie großen Erinnerungswert ©APA/HANS PUNZ
In den letzten Wochen wurde weltweit Geschichte geschrieben. Noch wütet weltweit die Coronapandemie, da sammeln einige Museen bereits Erfahrungsberichte und Gegenstände aus dem Leben im Lockdown.
Museen bitten um Corona-Alltagsgegenstände
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"Es ist eine so außergewöhnliche Erfahrung", sagt die Kuratorin Beatrice Behlen vom Museum of London. "Als wir wussten, dass es Ausgangsverbote geben würde, haben wir sofort darüber gesprochen, was wir für die Zukunft sammeln müssten."

Londoner Museum bittet um das Spenden von Alltagsgegenständen

Das Museum, das die Geschichte der britischen Hauptstadt dokumentiert, rief die Londoner dazu auf, Gegenstände aus ihrem Alltag während der Coronapandemie zu spenden: "Es könnte etwas sein, das Ihnen Trost spendet - vielleicht die Lieblingshausschuhe, die Sie jeden Tag tragen." Gefragt sind auch Objekte eines neuen Hobbys wie Stricken, Kochen oder das Herstellen von Gesichtsmasken für medizinisches Personal.

Zur bisherigen Sammlung gehören ein Topf Marmelade vom heimischen Herd und eine improvisierte Rassel, die den wöchentlichen Applaus für das Krankenhauspersonal in Großbritannien begleitete. Für Kuratorin Behlen zählt nicht so sehr das Objekt selbst, sondern "die Bedeutung, die es für seinen Besitzer hat".

Gefühle während Heim-Isolation sind schwer einzufangen

Schwerer darzustellen sind die Gefühle während der häuslichen Isolation - von Verlust und Angst, aber auch von Sicherheit, Hoffnung und Liebe. So erzählte eine Familie für das Londoner Museum of the Home, wie sie einen Bildschirm aufstellte, um an Ostern per Videolink in Gesellschaft ihrer Verwandten zu essen. Eine andere Familie verwandelte ihr Wohnzimmer in eine Werkstatt, um Schutzanzüge für das Klinikpersonal zu nähen.

Und wie lebt es sich zuhause, wenn die Wohnung als Büro, Klassenzimmer, Friseursalon und Fitnessstudio genutzt wird? "Was bei den Erfahrungsberichten immer wieder durchscheint, ist die Widerstandskraft der Menschen und wie sie sich anpassen", betont Museumsdirektorin Sonia Solicari.

So erlebt man die Coronavirus-Pandemie in Haus und Wohnung

Der Londoner Amarjit beschreibt, wie sein viktorianisches Haus im Osten der Hauptstadt für ihn während der Ausgangssperren zum Palast wurde, weil "nun alles hier passiert". Im Gegensatz dazu berichtet Alex, dass er sich in seiner kleinen Wohnung ohne Außenbereich wie in "Einzelhaft im Gefängnis" fühle.

Museumsleiterin Solicari zeigt sich überrascht von der Offenheit der Leute. "Es ist eine Sammlung von Gefühlen und Emotionen geworden, wie auch von Bildern und Erfahrungsberichten - was für Museen sehr schwer zu sammeln ist."

Initiativen: Corona-Erinnerungen-Sammeln in ganz Europa

Ähnliche Initiativen gibt es in ganz Europa. Das Stockholmer Nordiska-Museum sammelt derzeit, wie Kindern die Veränderung ihres Alltags wahrnehmen und welche Visionen sie für die Zukunft haben. In Wien gehören ein Foto von einem Geburtstag in Isolation und ein Kuss durch eine Glasscheibe zu 1.800 Beiträgen, die das Wien Museum bereits zusammengetragen hat.

"Man muss über dieses Ereignis Berichte sammeln, um in 100 Jahren erklären zu können, was passiert ist", sagt Sarah Lessire, die ein Online-Archiv-Projekt in Belgien koordiniert. "Wenn wir jetzt nicht handeln, laufen wir Gefahr, all diese Erinnerungen zu verlieren." Ihre Website listet Initiativen wie Facebook-Hilfsgruppen oder eine virtuelle Erste-Mai-Feier auf.

Pandemie diente auch Künstlern als Inspiration

Die Pandemie hat auch Künstler inspiriert: In Barcelona richteten drei Werbetreibende das Covid Art Museum auf Instagram ein, das bereits mehr als 900 Arbeiten aus der ganzen Welt zeigt.

Wann die traditionellen Museen ihre Lockdown-Sammlungen zeigen können, steht in vielen Ländern noch in den Sternen. Einigen wie dem Londoner Florence Nightingale Museum droht sogar das Aus. Es befindet sich auf dem Gelände des St. Thomas-Krankenhauses, in dem auch Premierminister Boris Johnson wegen des Coronavirus behandelt wurde, und ist einer Pionierin der Krankenpflege gewidmet. Nun bittet es um Spenden.

(apa/red)

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