Mordverfahren gegen Wiener Juristen: Staatsanwältin ausgetauscht

Im Falle des Mordprozesses um einen Wiener Anwalt wurde die ermittelnde Staatsanwältin ausgetauscht.
Im Falle des Mordprozesses um einen Wiener Anwalt wurde die ermittelnde Staatsanwältin ausgetauscht. ©Pixabay.com (Sujet)
Seit Ostern sitzt ein Wiener Rechtsanwalt wegen versuchter Bestimmung zum Mord in U-Haft. Nun führt nicht mehr jene Staatsanwältin die Ermittlungen, gegen die sich die angeblichen Mordgelüste des Juristen gerichtet haben sollen. Der Akt wurde einer anderen Kollegin übertragen, gab Mediensprecherin Christina Ratz bekannt.
Anwalt soll Morde in Auftrag gegeben haben
U-Haft verlängert
Prozess um gefälschte Testamente

Wie Ratz am Freitag auf APA-Anfrage darlegte, kam es zu diesem Schritt, “um den Anschein einer möglichen Befangenheit zu vermeiden”. Eine solche hatte die Staatsanwaltschaft Wien Mitte April noch kategorisch ausgeschlossen. Es gebe “keinen konkreten Anhaltspunkt”, dass die ursprünglich zuständige Staatsanwältin Opfer einer Straftat sei. Daher liege keine Befangenheit vor, die es erforderlich machen würde, diese von dem Fall abzuziehen, hieß es seitens der Behörde damals gegenüber der APA.

Gefälschte Testamente: Prozess gegen Wiener Anwalt

Gegen den Rechtsanwalt läuft seit vergangenem Oktober am Wiener Landesgericht ein Prozess wegen Millionenbetrugs. Ihm wird vorgeworfen, mit gefälschten Testamenten auf das Erbe eines ehemaligen österreichischen Botschafters in Athen sowie ein Zinshaus in Hernals aus gewesen zu sein. Wären die Vorhaben geglückt, wären die rechtmäßigen Erben um mehr als 3,7 Millionen Euro gebracht worden. Der Anwalt hat die gegen ihn gerichteten Fälschungsvorwürfe stets bestritten. Die Staatsanwältin, die ihn vor Gericht brachte und die im Betrugsverfahren auch die Anklage vertritt, dürfte ihm ein ziemlicher Dorn im Auge sein. Der Anwalt soll nämlich einem Bekannten – ein Automechaniker bulgarischer Abstammung – erklärt haben, dieser möge die Staatsanwältin “verschwinden” lassen. Überdies soll der Jurist in Bezug auf einen Belastungszeugen in seinem Betrugsverfahren seinen Bekannten beauftragt haben, den 57-Jährigen zu überfahren bzw. ihn durch die Mafia nach Bulgarien verschleppen und verschwinden oder dessen Tochter entführen zu lassen.

Der Anwalt und sein Verteidiger Rudolf Mayer bestreiten die angebliche Anstiftung zum Mord aufs Entschiedenste. Die nächste Verhandlung in dem Betrugsprozess ist für den 19. Juni anberaumt. Noch ist unklar, ob die bisher zuständige Staatsanwältin auch von diesem Verfahren abgezogen wird.

(APA/Red)

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