Mohammed-Film: Protest vor US-Botschaft in Wien

In Pakistan sorgten die Proteste gegen den Film für gewalttätige Ausschreitungen.
In Pakistan sorgten die Proteste gegen den Film für gewalttätige Ausschreitungen. ©EPA
Vor der US-Botschaft in Wien ist am Samstag eine Demonstration gegen das umstrittene Mohammed-Video geplant. Der Titel: "Protest gegen die Unzumutbarkeit der US-Filmindustrie und den Schmähfilm gegen den Propheten Mohammed".
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Die Demo wurde von 17.00 bis 19.00 Uhr an der Ecke Boltzmanngasse/Strudlhofgasse angemeldet, bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger einen entsprechenden Bericht des “Kurier” (Freitag-Ausgabe). Die Veranstalter erwarten 500 Teilnehmer.

Die Demonstration wurde von einem jungen Österreicher tunesischer Herkunft, Abdulla F., angemeldet. Der Mann ist dem Innenministerium bekannt, er werde aber nicht überwacht. “Wenn es ein akutes Gefährdungspotenzial geben würde, wäre die Demonstration untersagt worden”, sagte Hahslinger. Die Sicherheitsmaßnahmen, die ohnehin auf dem “höchsten Level” seien, würden nicht verschärft.

Abdullah F. hat sich laut “Kurier” in dem Internet-Videoportal “YouTube” als Aktivist engagiert, sowie auch bei der “Aktion Lies”. Bei dieser Missionierungsaktion hatten radikal-islamische Salafisten in deutschen Städten kostenlos Koran-Exemplare verteilt. Ableger fand die Aktion auch in der Schweiz und Österreich. Im April positionierte sich Abdullah F. demnach mit einem Bücher-Stand am Viktor-Adler-Platz.

Mohammed-Film: Gewaltsame Proteste

Die islamische Glaubensgemeinschaft, die die gewaltsamen Proteste in der islamischen Welt kritisiert hatte, hat mit der geplanten Aktion am Samstag “nichts zu tun. Der Veranstalter ist uns unbekannt”, sagte der Sprecher der IGGiÖ, Zekirija Sejdini. Es gebe keine Gespräche zwischen der IGGiÖ und Abdullah F. Die Glaubensgemeinschaft betrachtet die Demonstration als Aktion einer “Privatperson”.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und die Initiative Liberaler Muslime distanzierten sich ebenfalls. “Wir rufen alle Moslems und insbesondere aus der Türkei stammende Mitbürger auf, hier bei diesem schmutzigen Spiel nicht mitzumachen. Das ist nämlich eine Falle”, betonte die Generalsekretärin der Türkische Kulturgemeinde, Melissa Günes. Die Muslime müssten Ruhe bewahren und dürften “Hetzern und Hassern” keinen “Showroom” bieten.

Amer al-Bayati von der Initiative Liberaler Muslime sagte: “Wir Muslime wären gut beraten, Karikaturen oder Filme nicht zum Anlass zu nehmen, auszurasten und gegen Unschuldige vorzugehen.”

(APA)

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