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Mit Hammer und Schraubenzieher getötet: Mordprozess ohne Leiche in Wien

Die Leiche wurde nie gefunden - dennoch findet der Mordprozess in Wien statt.
Die Leiche wurde nie gefunden - dennoch findet der Mordprozess in Wien statt. ©APA (Sujet)
Ein 29 Jahre alter Mann soll Ende Mai einen 43-Jährigen in Wien-Ottakring getötet haben. Dabei soll er seinem Bekannten zwei Schraubenzieher mit einem Hammer in den Kopf geschlagen haben. Am kommenden Donnerstag müssen sich der gebürtige Ungar und eine 30-jährige Wienerin wegen Mordes am Landesgericht verantworten. Die Frau soll der Tötung zugestimmt haben. Die Leiche wurde nie gefunden.
Leiche in den Müll geschmissen
Verdächtige hatten Sex neben Leiche

Die Angeklagten hatten den Toten in eine Decke gewickelt und einige Tage neben dem Leichnam in der Wohnung der 30-Jährigen verbracht. Am 29. Mai entsorgten sie die dann Leiche, indem sie diese in den Müllraum verfrachteten und in einen Müllcontainer hievten.

Leiche in Wiener Müllverbrennungsanlage verbrannt

Der Körper wurde in weiterer Folge in der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig verbrannt. Dabei hatte der 29-Jährige am 31. Mai die Bluttat einem Obdachlosen gestanden, auch eine Sozialarbeiterin erfuhr von dem Verbrechen. In den Abendstunden des 31. Mai wurden die Ermittlungen aufgenommen und die Suche nach dem Leichnam gestartet. Der Müll der betreffenden Wohnhausanlage wurde am Vormittag des 1. Juni von der MA 48 auf den Flötzersteig gebracht. Als man dort von der Suchaktion erfuhr, war ein Großteil des angelieferten Mülls schon verbrannt. Obwohl nicht gesichert war, dass darunter auch der vermisste Leichnam war, wurde auch der restliche Müll der Verbrennung zugeführt. Eine weitere Suche nach der Leiche wäre "ohne Gefährdung des unabdingbaren Ablaufs der Müllverbrennung nicht möglich gewesen", ist dazu der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Wien zu entnehmen.

Die beiden Ungarn hatten sich mit der Frau zum Trinken in deren Wohnung getroffen. Das spätere Opfer soll die 30-Jährige plötzlich zu küssen versucht haben, worauf ihm der 29-Jährige zwei bis drei Faustschläge verpasste. Der 43-Jährige verlor darauf das Bewusstsein. Weil er dieses nicht wieder erlangte, kamen die nunmehr Angeklagten der Staatsanwaltschaft zufolge zum Entschluss, den Mann zu töten.

(APA/Red.)

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