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Mieter der Arsenal-Wohnungen in Wien sehen Nachteile durch Privatisierung

Nach dem Verkauf durch die BIG erleben die Mieter des Arsenals in Wien Nachteile.
Nach dem Verkauf durch die BIG erleben die Mieter des Arsenals in Wien Nachteile. ©APA
Die Folgen der Privatisierung der Arsenal-Wohnanlage in Wien wurden von der Arbeiterkammer untersucht. Das Ergebnis zeigt: Die Mieter sehen nur Nachteile. Für Altmieter sind die Wohnbedingungen schlechter, für Neumieter die Mietpreise höher.

Konkret handelt es sich um 800 Wohnungen in Wien-Landstraße , die 2003 als Teil eines Wohnungspakets der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) verkauft wurden. “Es gibt für die Bewohner deutliche Verschlechterungen”, fasste Thomas Ritt, Leiter der AK-Abteilung Kommunalpolitik, am Mittwoch zusammen.Derzeit sind rund 700 der Wohnungen auf dem Arsenal-Areal bewohnt. Davon wurden vom Stadt- und Regionalwissenschaftlichen Zentrum, das im Auftrag der AK die Studie erstellte, 129 Haushalte zu ihren Erfahrungen vor und nach der Privatisierung befragt. Das Ergebnis: Sowohl für die Alt- als auch die Neumieter gab es Konsequenzen. Denn die neuen Eigentümer wählten eine – laut AK – typische Verwertungsstrategie bei Groß-Privatisierungen: Erst wenn ein Mieter auszieht, wird eine Wohnung modernisiert und anschließend teuer weitervermietet. Für viele Bewohner bedeute dies permanent Baustellen in der Nachbarschaft.

Mietpreise der Arsenal-Wohnungen gestiegen

Auch die Mietpreise zogen an: Das Niveau lag laut AK kurz vor der Privatisierung im Schnitt bei 8,53 Euro Gesamtmiete pro Quadratmeter. Im Herbst 2012 wurden Wohnungen für 13,71 Euro pro Quadratmeter angeboten. “Je länger der Mieter schon dort wohnt, desto weniger zahlt er”, berichtete Peter Moser vom Stadt- und Regionalwissenschaftliche Zentrum. In der Studie beklagten Mieter außerdem Verschlechterungen durch die neuen Eigentümer: 39 Prozent verloren das Nutzungsrecht auf dem Dachboden, 12,5 Prozent auf Abstellflächen für Kinderwagen und ebenfalls 12,5 Prozent verloren ihre Autoabstellplätze. Grund für die Änderungen waren Aufstockungen und Dachgeschoßausbauten in den Objekten.

Bewohner sehen viele Nachteile der Privatisierung

Auch was Sanierungen betrifft, zeigte die Studie wenig Zufriedenheit bei den Bewohnern. Es gab etwa einen Rückgang bei der Instandsetzung von Stiegenhäusern und Fassaden. Im Gegensatz dazu habe es mehr Dachsanierungen als vorher gegeben. Grund dafür waren Dachausbauten und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums, wurde heute betont. Auch der Zustand der Außenanlagen veränderte sich: Diese seien vor der Privatisierung deutlich gepflegter und sicherer gewesen, hieß es. So bewerteten zum Beispiel 78 Prozent der Mieter den Zustand der Gehwege vor 2003 mit gut oder sehr gut, 2012 waren es nur mehr 32 Prozent.

Wenig zufrieden zeigten sich die Bewohner auch mit der Hausverwaltung. Nach der Privatisierung wechselte diese mehrmals. Seit dem Vorjahr gibt es eine neue Hausverwaltung mit etwas besseren Bewertungen. Besonders schlecht fühlten sich Befragten dabei über die Vorhaben der Eigentümer informiert. Für die Zeit vor 2003 gaben noch 36 Prozent dafür eine Benotung von gut bis sehr gut an, für 2012 waren es nur mehr 13 Prozent. Sinkende Zufriedenheit gab es auch mit der Verständlichkeit der Miet- und Betriebskostenabrechnungen.

Vor weiteren Verkäufen wird gewarnt

Der Verkauf der Bundeswohnungen sei nicht nur ein Beispiel für “Entstaatlichung”, sondern auch für das Auftreten eines neuen Akteurs auf dem Immobilienmarkt – des institutionellen Anlegers, unterstrich Moser. Dieser handle bilanzorientiert, die Immobilie sei ein “Asset”, im Gegensatz zum eher substanzerhaltenden Eigentümer wie einen gemeinnützigen Bauträger. Die Arsenal-Wohnanlage befindet sich heute im Besitz zweier Immo-Gesellschaften.

Mit Verweis auf die Studienergebnisse forderte Ritt, dass es zu keinen weiteren Wohnungsprivatisierungen kommen darf. Zudem solle ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Bundeswohnungen wieder in den Wohnbau fließen. Konkret sprach er von 350 Millionen Euro als Fördersumme für 6.500 Wohnungen – so viele geförderte Apartments fehlen in Österreich jährlich. Zudem müssten Mieter durch Mietobergrenzen vor weiteren Anstiegen geschützt werden. (APA)

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