Mehr Diversität bei der Oscar-Verleihung 2021

"Mank" führt das Rennen um die Academy Awards mit zehn Nennungen an.
"Mank" führt das Rennen um die Academy Awards mit zehn Nennungen an. ©AP
In der Nacht von 25. bis 26. April findet die Oscar-Verleihung 2021 statt. Heuer dürfte es keine großen Debatten rund um mangelnde Diversität geben - diese ist heuer viel mehr gegeben als sonst.
Nominierungen im Überblick

Die Oscar-Verleihung 2021, die pandemiebedingt verschoben in der Nacht von 25. auf 26. April stattfindet, bietet diesmal keine Angriffsfläche in puncto Diversität. Stand in den Vorjahren oftmals die Debatte um die geringe Zahl dunkelhäutiger Darstellerinnen und Darsteller oder von Regisseurinnen auf der Nominierungsliste im Fokus, ist das Feld heuer breiter aufgestellt. Das Favoritenfeld mit zehn Nennungen indes führt ein klassisches Hollywood-Biopic an.

"Mank" führt Rennen um Academy Awards mit zehn Nennungen an

David Finchers Schwarz-weiß-Drama "Mank" über die Entstehung des Hollywoodklassikers "Citizen Kane" liegt bei der Zahl der Nominierungen klar in Führung. Sowohl Gary Oldman als titelgebender Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz kann auf eine Trophäe hoffen, als auch Regisseur Fincher oder Nebendarstellerin Amanda Seyfried. Vom Oscar für den besten Film ganz zu schweigen.

Dahinter folgt ein geschlossenes Verfolgerfeld aus sechs Werken mit je sechs Gewinnchancen. So geht Chloé Zhaos Golden-Globe-Gewinner "Nomadland" ebenso mit sechs Nominierungen in die cineastische Nacht der Nächte wie "Minari" von Lee Isaac Chung oder "The Father" von Florian Zeller. Ebenfalls auf sechs Nennungen brachten es das Gehörlosendrama "Sound of Metal", Aaron Sorkins "The Trial of the Chicago 7" sowie "Judas and the Black Messiah" von Shaka King über die Black-Panther-Bewegung in den 1960ern. All diese Werke sind auch in der Königskategorie des besten Films nominiert. Diese Runde komplettiert einzig noch Emerald Fennells Rache-Satire "Promising Young Woman", die es auf fünf Nominierungen bringt.

Nominierungen in der Regiekategorie

Darunter findet sich auch die Regiekategorie, wo sich die Britin Fennell unter anderen auch mit "Nomadland"-Regisseurin Chloé Zhao matcht - womit erstmals in dieser Sparte zwei Frauen die Chance auf einen Sieg haben. Ungeachtet aller Geschlechtergerechtigkeit verhindern wollen dies "Mank"-Macher David Fincher, Lee Isaac Chung für "Minari" und der dänische Regisseur Thomas Vinterberg. Letzterer ist mit seinem Erfolgswerk "Der Rausch" (Drunk) mit Mads Mikkelsen auch in der Sparte des besten Auslandsfilms im Rennen.

Hier macht das Werk unter anderem einer österreichischen Koproduktion Konkurrenz, Jasmila Zbanics Kriegsdrama "Quo vadis, Aida?". Allzu große rot-weiß-rote Vorfreude wäre allerdings unangebracht, wurde der Film doch nicht von Österreich, sondern von Bosnien und Herzegowina eingereicht. Komplettiert wird diese Sparte von "Better Days" (Hongkong), "Collective" (Rumänien) sowie "The Man Who Sold His Skin" (Tunesien).

Mehr Diversität bei Darstellerkategorien

Diverser als in den Vorjahren präsentiert sich auch das Nominiertenfeld bei den Darstellerkategorien. In der Sparte der männlichen Hauptdarsteller wurde mit Riz Ahmed ("Sound of Metal") erstmals ein Muslim nominiert, der sich für einen Sieg unter anderem gegen den verstorbenen afroamerikanischen Star Chadwick Boseman ("Ma Rainey's Black Bottom") und den US-Südkoreaner Steven Yeun ("Minari") durchsetzen müsste. Die Riege der Stars komplettieren hier die beiden "weißen, alten Männer" Anthony Hopkins ("The Father") und Gary Oldman ("Mank").

Rekrutieren sich die Herren primär aus "Mank" und der Riege der Verfolger mit je sechs Siegchancen, haben bei den Damen auch Darstellerinnen eine Chance, die in anderen Filmen aufgetreten sind - sieht man von Frances McDormand ("Nomadland") ab. So besteht die Fünferbande weiters aus den beiden Afroamerikanerinnen Viola Davis ("Ma Rainey's Black Bottom") und Andra Day ("The United States vs. Billie Holiday") sowie Vanessa Kirby ("Pieces of a Woman") und Carey Mulligan ("Promising Young Woman").

Bei den Nebendarstellerinnen dürfen sich Maria Bakalova ("Borat 2"), Glenn Close ("Hillbilly Elegy"), Olivia Colman ("The Father"), Amanda Seyfried ("Mank") und Yuh-Jung Youn ("Minari") Hoffnungen machen. Ihre männlichen Pendants sind Sacha Baron Cohen ("The Trial of the Chicago 7"), Daniel Kaluuya ("Judas and the Black Messiah"), Leslie Odom Jr. ("One Night in Miami..."), Paul Raci ("Sound of Metal) sowie Lakeith Stanfield ("Judas and the Black Messiah").

40 Nominierungen für Streamingdienst Netflix

Bereits jetzt als Gewinner kann sich der Streaminggigant Netflix fühlen. Er konnte die Zahl seiner Nominierungen im Vergleich zum Vorjahr von 24 auf 40 steigern (inkludiert man "News of the World", den man international vermarktet) - womit man alle klassischen Hollywoodstudios hinter sich ließ. Vom Topfavoriten "Mank" über "Trial of the Chicago 7" bis zu "Ma Rainey's Black Bottom" reicht die Netflix-Kohorte.

Wie auch immer das Siegertableau am Ende aussehen wird, halten die Oscar-Organisatoren die Fahne des Liveevents auch in Coronazeiten hoch - auch wenn die Zahl der bei der Gala Präsenten auf die getestete Zahl der rund 200 Nominierten samt deren Gäste sowie die Produzenten limitiert ist. Auf Zoom-Zuschaltungen will man verzichten. Allerdings wird der Oscar-Abend nicht nur an einem Ort über die Bühne gehen. Im traditionellen Dolby Theatre von Hollywood sollen die Showelemente zu sehen sein, während im Hof des 13 Kilometer entfernten Bahnhofsgebäudes Union Station in LA City die Mehrzahl der Nominierten sitzt. Und für Nominierte aus Europa, die die coronabedingt schwierige Anreise in die USA scheuen, soll London als dritter Standort dienen.

Erste Details zur eigentlichen Show

Und erste Details zur eigentlichen Show, zu deren Produzenten unter anderem Starregisseur Steven Soderbergh gehört, sind mittlerweile ebenfalls veröffentlicht. So soll diese im Stile eines Films inszeniert werden. Dessen Besetzung steht dabei ebenfalls in Teilen fest. So sind unter anderen die Oscar-Preisträger Renée Zellweger, Joaquin Phoenix, Brad Pitt und Laura Dern mit von der Partie, ebenso Halle Berry, Reese Witherspoon oder Harrison Ford.

(APA/Red)

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