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Mehr als nur hitzefrei für Fiaker-Pferde: Vier Pfoten will neue Corona-Strategie

Die Fiaker-Pferde in Wien bekommen an heißen Tagen zwar hitzefrei, doch Tierschützer fordern strengere Auflagen
Die Fiaker-Pferde in Wien bekommen an heißen Tagen zwar hitzefrei, doch Tierschützer fordern strengere Auflagen ©APA (Sujet)
Am Dienstag wird das Thermometer in Wien wohl zum zweiten Mal in diesem Jahr auf mehr als 35 Grad steigen. Hitzefrei für die Fiaker ist für den Tierschutzverein Vier Pfoten aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
VGT fordert niedrigere Hitzefrei-Grenze
Corona-Hilfspaket für Wiener Fiaker

Die Fiakerpferde werden heute wahrscheinlich hitzefrei bekommen - aber erst, nachdem sie bereits Stunden auf dem heißen Asphalt stehen bzw. gehen mussten. Vier Pfoten fordert seit Jahren ein Verbot von Fiakerfahrten in der Innenstadt bzw. ein Verlegen des Betriebs in die städtischen Grünanlagen.

Corona-Hilfspaket für Fiaker hätte auch Tierschutz inkludieren sollen

Dass das von Mai bis Juli 2020 ausbezahlte Corona-Hilfspaket der Stadt Wien für die krisengebeutelte Branche nicht an Auflagen für mehr Tierschutz geknüpft wurde, ist für Vier Pfoten ein schweres Versäumnis und eine Riesenenttäuschung.

"Aus unserer Sicht wäre gerade die Covid-19-Krise der perfekte Zeitpunkt gewesen, um Tourismusattraktionen nachhaltig und damit auch krisensicher zu gestalten. Wir haben durch sie vor Augen geführt bekommen, dass gewisse Konzepte nicht nur aus Tierschutzgründen problematisch sind, sondern sich darüber hinaus auch als extrem fragil und anfällig erweisen", sagt Vier Pfoten Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Vier Pfoten: Tiere als Einnahmequelle problematisch

Dazu gehören für Vier Pfoten gerade jene Freizeit- und Tourismussparten, die auf den Einsatz von Tieren als Einnahmequelle setzen, sei es für den Tourismus oder zu Unterhaltungszwecken. Darunter fallen das Fiakergewerbe, aber auch Zirkusse und gewisse Zoos.

"Diese Branchen, die auf den missbräuchlichen und fragwürdigen Einsatz von Tieren zu Profitzwecken und damit auf völlig überholte Konzepte setzen, sollten daher nicht auch noch zusätzlich mit Steuergeldern ohne Auflagen gefördert werden", so Weissenböck. Vielmehr sollten Förderungen auf nachhaltige und zukunftsträchtige Modelle setzen und Umstrukturierungen bzw. Systemwechsel unterstützen. "Daher war auch die Förderung für die Wiener Fiaker, ohne diese an Bedingungen für mehr Tierwohl zu knüpfen, ein falsches Signal", meint die Vier Pfoten Kampagnenleiterin.

Fiaker-Petition für den Tierschutz

In den letzten Jahren sei die Zahl der Menschen, die Mitgefühl mit den Pferden empfinden, auch stark gestiegen: "Man sieht daran, dass Tierschutz immer mehr dem Zeitgeist entspricht. Gerade an Hitzetagen beschweren sich sehr viele Menschen bei uns über das Leid der Pferde, ob telefonisch, via Email oder über die Social Media Kanäle", erzählt Weissenböck. Bereits knapp 80.000 Menschen haben die Vier Pfoten Fiaker-Petition unterschrieben.

Vier Pfoten hat außerdem 2019 bei einer repräsentativen Umfrage von Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung (Stichprobe: 210) herausgefunden, dass neun von zehn Touristen auch nach Wien kommen würden, wenn Fiaker nur noch in Grünanlagen erlaubt wären. Nur jeder fünfte Tourist war darüber hinaus der Ansicht, dass Wien dezidiert durch eine Verlegung an Attraktivität verlieren würde.

Handlungsbedarf in der Corona-Krise

Die Corona-Krise wäre für Vier Pfoten wirklich der geeignete Zeitpunkt, um endlich Innovationen im starren Fiakergewerbe durchzusetzen: "Wenn die Stadt Förderungen vergibt, dann sollten diese ausschließlich für die zielgerichtete Investition in Tierschutzmaßnahmen verwendet werden. Einfach ohne Auflagen finanziell zu unterstützen ist absolut nicht nachhaltig", kritisiert Weissenböck und ergänzt: "Der derzeitige Zustand kann noch Monate, im schlimmsten Fall Jahre andauern; Touristen werden also möglicherweise noch lange fernbleiben. Daher fordern wir - gerade jetzt vor den Wahlen in Wien - eine konkrete Strategie statt einer nicht durchdachten Einzelmaßnahme."

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