Massentests freiwillig: Kurz bittet um Beteiligung

Kanzler: "Einige Minuten für einen Test können einige Wochen Lockdown verhindern".
Kanzler: "Einige Minuten für einen Test können einige Wochen Lockdown verhindern". ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die Teilnahme an den Corona-Massentests erfolgt freiwillig, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag. Er gab aber zu bedenken, dass "einige Minuten für einen Test einige Wochen Lockdown des ganzen Landes verhindern können".
Massentests Anfang Dezember für Lehrer

Kurz: "Deshalb bitten wir schon jetzt die gesamte Bevölkerung, dieses bundesweite Projekt zu unterstützen und sich daran zu beteiligen. Diese Massentests sind bis zur Impfung eine große Chance für Österreich, den Weg zur Normalität zurückzufinden."

Kurz: "Mit Massentests Weihnachtsfest im engen Familienkreis ermöglichen"

"Mit den Massentests eröffnen wir im Kampf gegen die Pandemie ein neues Kapitel und wollen damit den Menschen ein Weihnachtsfest im engen Familienkreis ermöglichen. Dieses Vorhaben erfordert einen hohen logistischen Aufwand, aber bringt enorme Vorteile. Wir können schnell eine hohe Zahl an infizierten Personen lokalisieren und Infektionsketten durchbrechen. Massentests waren bisher nicht möglich, sind aber jetzt eine Alternative zu Lockdowns", so Kurz.

Regelmäßige Corona-Testungen in diesem Maß geplant

Ziel der in Abstimmung mit Ländern, Gemeinden, Sozialpartnern, Ärztekammer und der Wissenschaft geplanten Massentests ist es auch, eine Bestandsaufnahme aktiver Infektionen zu bekommen, aktive Infektionsfälle zu lokalisieren und dadurch Infektionsketten zu durchbrechen. Der logistische Aufbau soll Grundlage für regelmäßige Testungen bieten.

Zusätzliche Maßnahme zu Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygiene

"Damit Testungen epidemiologisch sinnvoll sind, müssen diese mehrmals wiederholt werden. Sie müssen außerdem niederschwellig und gratis zugänglich und auf freiwilliger Basis erfolgen", ergänzte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Intensive Testungen, Screenings und Massentestungen können ein probates Mittel zur Pandemiebekämpfung sein, entscheidend sei aber, dass durch die Tests kein falsches Sicherheitsgefühl entsteht, "sondern dass sie nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Maßnahme zu Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygiene angenommen werden", so Anschober.

Kurz hat kein bestimmtes Ziel für Beteiligung

Der Bundeskanzler hat kein bestimmtes Ziel, ab welchem Prozentsatz die Massentests als Erfolg gewertet werden können. "Je mehr mitmachen, desto besser und desto mehr haben wir davon", sagte Sebastian Kurz (ÖVP) bei einem kurzen Medientermin am Freitagabend in Wien. Laut Umfragen seien weit mehr als die Hälfte bereit, sich testen zu lassen.

Noch vor einigen Monaten sei es nicht möglich gewesen, eine derart große Zahl von Menschen zu testen. Nun hätte man Millionen Schnelltests bestellt und die Chance, Positive zu identifizieren und die Infektionsketten zu durchbrechen, so der Kanzler. Zunächst würden Lehrer getestet, um einen möglichst sicheren Schulstart zu ermöglichen, später würde das Angebot auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet, um so Infizierte zu finden und andere zu schützen.

Die Massentests seien kein Allheilmittel, stellte Kurz fest, sondern nur ein Instrument im Kampf gegen Corona. Es sei wichtig, Weihnachten zu retten, damit sich die Menschen im kleinen Kreis mit ihren Verwandten treffen können. Nach neun Monaten Pandemie würde bald ein Impfstoff zur Verfügung stehen und man werde ab Sommer zur Normalität zurückkehren können. "Bis dahin heißt es aber noch einige Monate durchzuhalten."

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(APARed)

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