Marcos Nader gewinnt mitreißenden Fight in der Stadthalle

Marcos Nader bei der Wiener Heimpremiere als Profi
Marcos Nader bei der Wiener Heimpremiere als Profi ©expa/Haumer
Der Wiener Marcos Nader gewann bei seinem Heimdebüt seinen vierten Profikampf in Serie einstimmig nach Punkten. Nader kassierte in der zweiten Runde gegen den starken Slowaken Robert Blazo zwei Cuts, doch er steckte die Gegentreffer weg und dominierte vor allem gegen Ende seinen Gegner.
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Die Halle kochte und die Lichttechnik versagte zum zweiten Mal an diesem Abend, als Marcos Nader zu den Klängen von Falcos “Vienna Calling” zum ersten Mal in seiner Profikarriere den Boxring der Wiener Stadthalle betrat. Der 19-Jährige Wiener mit spanischen Wurzeln bekam es in seinem vierten Kampf mit dem Rechtsausleger Robert Blazo aus der Slowakei zu tun.

Österreichs Boxhoffnung begann etwas verkrampft. In der zweiten Runde landete der stark boxende Blazo einige klare Treffer, was Nader unter dem linken Auge und über dem rechten Auge jeweils ein Cut bescherte. In der dritten Runde erfing sich der Boxer und in der vierten Runde schaltete der Wiener einen Gang höher und bediente seinen Gegner unter lautstarker Unterstützung der 1.800 Zuschauer mit schweren Körpertreffern. 

In der vorletzten Runde schenkten sich beide Boxer nichts und verteilten klare Treffer, wobei Nader den Slowaken kurz vor Ende der Runde mit zwei rechten Hacken ins Wanken brachte. In der sechsten und letzten Runde schmetterte Naders rechter Haken immer wieder auf Blazo ein, doch der Slowake rettet sich über den Gong. Nader entschied den bisher schwierigsten Kampf seiner jungen Profi-Karriere einstimmig nach Punkten für sich. 

Nader und sein Trainerteam waren durchaus zufrieden. Trainer Otto Ramin betonte die Leichtungsdichte im Mittelgewicht und sieht für seinen Schützling nach wie vor Luft nach oben: “Die Einstellung hat gepasst, sein Gegner war stark und nicht zu unrecht bei den den Junioren Bronzegewinner. Marcos steht erst am Anfang und hat sich heute bei seinem ersten Sechsrunder (Rundenanzahl, Anm.) die Kräfte gut eingeteilt. Er musste sich heute quälen, solche Gegner sind wichtig für einen jungen Boxer.”

Der technische Leiter vom Team Sauerland, Hagen Döring, zeigte sich ebenfalls mit dem Kampf der österreichischen Boxhoffnung zufrieden und überlegt bei entsprechender sportlicher Weiterentwicklung eine größere Sauerland-Veranstaltung in Wien: “Marcos muss jetzt erst einmal ein paar Acht- und Zehnrunder boxen. Vielleicht können wir dann in zehn, zwölf Monaten um einen kleinen Titel boxen und den Sauerland-Event vor 4000-5000 Zuschauern wieder in Wien machen. Wir hoffen den Boxstandort Österreich zu beleben.” 

Nader fuhr direkt nach den Kampf ins Wilhelminenspital zum Nähen und dann heim zu seiner Freundin Sandra Soknic. Die Miss Vienna zweifelte nie an dem Sieg ihres Lieblings, gestand jedoch: “Als er zu bluten begonnen hatte, ging es mir nicht mehr so gut, aber ich habe ihn angefeuert und gewusst dass er es schaffen wird.” Nader wird im November noch einen Kampf bestreiten, wann genau hängt von seiner Gesundung ab, für die nächsten 14 Tage hat er jedenfalls Sparringverbot.

Marcos Nader: “Ich habe gewusst, dass ich gegen einen starken Gegner boxe. Er hat zwar nicht so eine tolle Statistik, aber bereits gegen sehr gute noch ungeschlagene Boxer gekämpft, denen er schon die eine oder andere Runde abgenommen hat. Es ist fantastisch in Wien zu boxen, das Publikum ist voll hinter mir gestanden. In der zweiten Runde hat er mich auf die Deckung getroffen, dadurch erlitt ich das Cut über dem rechten Auge. Beim anderen Cut hat er mich direkt getroffen.”
 
Über seine Cuts: “Gerade zuhause muss ich so ausschauen, wenns mich jetzt öfters nähen schaue ich bald aus wie ein Fleckerlteppich.”

Philipp Glanner / Martin Ucik
Vienna Online 

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