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Ludwig: Corona-Ampeln für Wiener Bezirke nicht sinnvoll

Schärfere Corona-Maßnahmen seien laut Ludwig in Wien derzeit nicht vorgesehen.
Schärfere Corona-Maßnahmen seien laut Ludwig in Wien derzeit nicht vorgesehen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Im Rahmen des Corona-Ampelsystems schließt Michael Ludwig eine Differenzierung nach einzelnen Wiener Bezirken aus. Dies sei in einer Großstadt nicht möglich, er sehe Wien "als eine gesamte Einheit".
Corona-Ampel soll Risiko einstufen

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat am Freitagnachmittag vor Journalisten versichert, dass er dem am Donnerstag angekündigten Corona-Ampelsystem der Bundesregierung "sehr offen" gegenüber steht.

Was der Stadtchef allerdings betont: Eine Differenzierung der Bundeshauptstadt nach einzelnen Bezirken bei der Ampelfarbgebung wird nicht kommen. Das mache in einer Großstadt keinen Sinn.

Corona-Ampel: Ludwig will in Wien nicht nach Bezirken differenzieren

Die Bundesregierung will die Corona-Lage in Österreich mithilfe eines Ampelsystems möglichst regional differenziert betrachten können. Dass in Wien hier ebenfalls bei der Beurteilung der Situation nach einzelnen Stadtteilen oder Bezirken unterschieden wird, kann sich der Bürgermeister aber nicht vorstellen. "Wien wird sicher nicht einzelne Bezirke anders behandeln, weil das in einer Großtstadt auch nicht möglich ist. Von daher sehe ich Wien immer als eine gesamte Einheit", sagte er.

Wien als Großstadt unterscheide sich "ganz stark" von den Flächenbundesländern, da Bezirke hier viel enger gelegt seien: "Ein Wiener, eine Wienerin, wohnt in einem Bezirk, arbeitet im nächsten und im übernächsten verbringt diese Person ihre Freizeit." Die Entscheidung über die jeweils aktuelle Ampelfarbgebung Wiens werde in Zusammenarbeit des medizinischen Krisenstabs und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) erfolgen, meinte er.

Österreichweit einheitliche Teststrategie notwendig

Ludwig betonte im Zusammenhang mit dem Ampelsystem, dass es eine österreichweit einheitliche Teststrategie geben müsse: "Es sollten ja nicht jene Städte und Bundesländer benachteiligt sein, die besonders intensiv und umfassend testen." Die Bundeshauptstadt teste zum Beispiel sehr intensiv, mache auch viele Umfeldscreenings.

Schärfere Maßnahmen, wie sie nun in Bundesländern wie Oberösterreich, Kärnten oder Salzburg eingeführt wurden, sind in Wien derzeit nicht angedacht. Ludwig gab zu bedenken, dass es hier immer noch strenge Zugangsbeschränkungen für Spitäler, Pflegeeinrichtungen oder Pensionistenwohnhäuser gebe. Außerdem bestehe in der Stadt nach wie vor Maskenpflicht in Amtsgebäuden.

Wiener Bürgermeister für strengere Grenzkontrollen

Um nicht zu viele Infektionen aus derzeit problematischen Regionen außerhalb des Landes einzuschleppen, forderte der Wiener Bürgermeister strenge Grenzkontrollen zu jenen Ländern, für die es eine erhöhte Reisewarnung gibt - etwa Staaten am Westbalkan. Dem Vorstoß des Bundes, mehr Polizisten für das Contact Tracing zur Verfügung zu stellen, kann Ludwig nicht viel abgewinnen. "Ich habe langsam den Eindruck, das Bundesheer kümmert sich um die Post und die Polizei um die Gesundheitsagenden. Und ich frage mich, wer kümmert sich um die Sicherheit?"

Insofern wird die Hauptstadt auch weiterhin auf die Mithilfe der Exekutive beim Kontaktmanagement im Umfeld von Infizierten verzichten. Man sei beim Contact Tracing sehr gut aufgestellt. "Ich denke, die Kriminalpolizei hat in Wien andere Aufgaben als Telefongespräche im Gesundheitsbereich zu führen", so Ludwig.

(APA/Red)

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