Lockerungen ab 10. oder 17. Juni: Für Experten "kein Unterschied"

Popper: Situation mit den Impfeffekten sehr stabil.
Popper: Situation mit den Impfeffekten sehr stabil. ©APA/HANS PUNZ
"Im Moment macht das keinen Unterschied", meinte Simulationsexperte Niki Popper (Technische Universität Wien) am Dienstag zur Frage, ob es bei weiteren Lockerungen auf eine Woche auf oder ab ankommt.
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Für Mückstein Lockerungen ab 10. Juni denkbar

Auch der Wiener Komplexitätsforscher Peter Klimek (Complexity Science Hub Vienna) sieht nur einen geringen Unterschied, keinen der Epidemiologe Gerald Gartlehner.

Mit Impfeffekt ab Mitte Mai war zu rechnen

Man habe schon vorher gewusst, dass die Situation mit den Impfeffekten ab Mitte Mai sehr stabil sein werde. Und das werde auch so bleiben, so Popper. "Gut, dass wir etwas gemacht haben", kommentierte er die Maßnahmen, die im Februar und März getroffen wurden. Und man dürfe auch nicht alles fahren lassen. "Überspitzt gesagt: Händewaschen wäre schon noch gut" - damit auch im Herbst alles stabil bleibt. Bei aller Freude über die guten Corona-Zahlen müsse man weiter vernünftig sein - insbesondere in Sachen Impfen.

Was die Aufhebung bzw. Lockerung der Maskenpflicht betrifft, sei er der falsche Ansprechpartner. Sicher seien wenig Indoor-Kontakte besser. "Alles Outdoor ist von Vorteil", meinte Popper.

Genaue Lockerungen ab Juni noch nicht bekannt

Eine genaue Aussage könne er nicht treffen, stellte Klimek fest, da man auch noch nicht wisse, wie die weiteren Öffnungsschritte konkret aussehen werden. Den sehr starken Abschwung der Zahlen, den man zuletzt bemerkt habe, gebe es nicht mehr. "Ob es nun einen Anstieg, generell oder in bestimmten Gruppen, geben wird, muss man sich anschauen", so der Experte zu den bereits in Kraft getretenen Öffnungen.

Eine Woche bringe nur geringen Unterschied bei Impfungen oder Wetter

Das Wetter und die Zahl der Impfungen würde innerhalb einer Woche nur einen geringen Unterschied machen. Man müsse aber schauen, generell nicht in eine Entwicklung zu kommen, die die Situation gefährdet, meinte Klimek.

Epidemiologe Gerald Gartlehner (Donau-Universität Krems) glaubt ebenfalls nicht, dass eine Woche einen Unterschied machen würde. "Bis 10. Juni wissen wir, wie sich die bisherigen Öffnungsschritte ausgewirkt haben." Dann könne man bei einer schlechten Entwicklung, was nicht zu erwarten sei, reagieren.

Fidler und Nowotny warnen vor zu schnellen Aufhebung der Maskenpflicht

Vor einer zu schnellen Aufhebung der Maskenpflicht warnten der Public-Health-Experte Armin Fidler und der Virologe Norbert Nowotny. Gegenüber dem Nachrichten-TV-Kanal "Puls 24" sagte Fidler, die Maskenpflicht "überall, wo viele Menschen auf engen Raum sind, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Flugzeugen, Zügen, im Taxi, wo ich nicht weiß, ob der Taxifahrer geimpft oder genesen ist", solle bleiben. Eine allgemeine Maskenpflicht draußen mache aus epidemiologischer Sicht hingegen keinen Sinn mehr. Anderen Öffnungsschritten stand Fidler skeptisch gegenüber.

Nowotny hält Diskussionen über weitere Öffnungsschritte für verfrüht, wie er "Puls 24" sagte. "Wir werden erst Ende Mai sehen, wie sich die Öffnungsschritte auswirken." Der Virologe kann sich ein Ende der Maskenpflicht mit 1. Juli vorstellen, aber auch dabei müsse man weiterhin das Infektionsgeschehen im Auge behalten. U-Bahnen seien "gesteckt voll", da brauche man die Maske noch. Wenn die Zahlen bis Anfang Juli gut seien, "kann man von mir aus alles aufsperren". Den Vorschlag von FFP2-Maske wieder zu Mund-Nasen-Schutz zu wechseln, sah er kritisch.

(APA/Red)

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