Liveticker nach Terrorattacken in Paris: Gefahr für französische Regierung nicht gebannt

Der französische Präsident François Hollande.
Der französische Präsident François Hollande. ©AP
Nach den verheerenden Terroranschlägen von Paris sieht Frankreichs Regierung die Gefahr noch nicht gebannt. Prominente rufen für Freitagabend zum Aufstand gegen den Terror auf: "Lasst uns Krach und Licht machen, damit sie verstehen, dass sie verloren haben."
Überblick: Attentäter und Verdächtige
Der Donnerstag im Ticker
Einsatz in Saint-Denis

Auch nach dem Großeinsatz der Polizei in der Pariser Vorstadt Saint-Denis hält die französische Regierung die Terrorgefahr nicht für gebannt. “Die Bedrohung hält an”, sagte Premierminister Manuel Valls am Donnerstag im Fernsehsender France 2.

So wisse man nicht, ob es Personen oder Gruppen gebe, die eine direkte Verbindung zu den Anschlägen in Paris oder zu der in Saint-Denis ausgehobenen Extremistenzelle hätten. Dies sei zumindest vorstellbar.

Es gebe in Frankreich Personen, die eine reale Gefahr darstellten, sagte Valls. “Diese Personen muss man verfolgen, jagen und unschädlich machen.” Demnach ist auch unklar, ob sich der flüchtige Verdächtige Salah Abdeslam in Frankreich oder Belgien aufhält. Der Mann soll einer der Attentäter gewesen sein, die allein in der Pariser Konzerthalle Bataclan 89 Menschen töteten. Insgesamt kamen bei der Anschlagsserie vom Freitagabend etwa 130 Menschen ums Leben.

Getötete Frau war Abaaouds Cousine

Bei der während des Polizeieinsatzes in Saint-Denis getöteten Frau handelt es sich offenbar die Cousine des belgischen Islamisten Abdelhamid Abaaoud. Das verlautete am Donnerstag aus Ermittlerkreisen in Paris. Die 26-Jährige hatte am Mittwoch einen Sprengstoffgürtel gezündet, als Sondereinheiten eine Wohnung in Saint-Denis stürmten. Bei dem Einsatz wurde auch Abaaoud getötet, der als einer der Drahtzieher der Anschläge von Paris gilt.

Mehr Informationen zu Hansa Ait Boulahcen finden Sie hier.

Am Donnerstag fand im Haus der Mutter der 26-Jährigen in der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt Aulnay-sous-Bois eine Razzia statt. Die gesamte Nachbarschaft sei abgesperrt worden, sagte ein Anrainer. Das Haus ihres Vaters in der ostfranzösischen Gemeinde Creutzwald war nach Angaben aus Ermittlerkreisen bereits am Mittwochabend durchsucht worden.

Vor einem halben Jahr radikalisiert

Laut Aussage ihres Bruder hatte sich die junge Frau im vergangenen halben Jahr radikalisiert und angefangen, einen Ganzkörperschleier zu tragen. Vor drei Wochen sei sie in den Pariser Vorort Drancy gezogen. Dort lebte auch der frühere Busfahrer Samy Amimour, der am vergangenen Freitag mit zwei weiteren Angreifern 89 Menschen in der Pariser Konzerthalle Bataclan tötete.

Der 28-jährige Abaaoud gehörte der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) an, die sich zu den Attentaten mit insgesamt 129 Toten in Paris bekannt hat. Der französische Premierminister Manuel Valls bezeichnete ihn als “einen der Drahtzieher” der Anschläge. Nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve war der Islamist zudem in vier der sechs seit dem Frühjahr in Frankreich vereitelten Attentate verwickelt.

Liveticker zu den aktuellen Geschehnissen

[liveticker name=”liveticker-nach-terror-in-paris-20-november-2015″]

  • VIENNA.AT
  • Politik
  • Liveticker nach Terrorattacken in Paris: Gefahr für französische Regierung nicht gebannt
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.