LIVE zur Lage in Paris: Weiterer Anschlag offenbar verhindert, Drahtzieher tot

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Die Lage in Paris ist nach wie vor angespannt.
Die Lage in Paris ist nach wie vor angespannt. - © EPA
Nach den verheerenden Terroranschlägen von Paris will die französische Regierung die Sicherheitsgesetze verschärfen. Vorgesehen sind unter anderem Änderungen des Gesetzes zum Ausnahmezustand. Mit dem Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis am Mittwochabend haben Ermittler indes möglicherweise einen neuen Anschlag verhindert. 

Die wichtigsten Vorschläge der Regierung im Überblick:

Hausarrest: Es gibt bereits Regelungen zum Hausarrest, die aber nun verschärft werden sollen. Personen, die ernsthaft im Verdacht stehen, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bedrohen, sollen mit Hausarrest belegt werden können. Betroffenen könnte untersagt werden, mit anderen Verdächtigen in Kontakt zu treten und die Papiere können ihnen abgenommen werden.

– Hausdurchsuchungen: Ausdrücklich erwähnt wird nun, dass auch elektronische Daten etwa auf Computern sichergestellt werden können. Die Büros sensibler Berufsgruppen wie Abgeordneten, Anwälten, Richtern, Staatsanwälten oder Journalisten sollen laut Vorschlag künftig für Durchsuchungen tabu sein.

– Pressefreiheit: Die Möglichkeit zur “Kontrolle der Presse” im alten Gesetz wird abgeschafft.

– Auflösung von Vereinigungen: Während des Ausnahmezustands sollen Gruppierungen, die als “schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung” eingestuft werden, aufgelöst werden können.

Weitere Maßnahmen der französischen Regierung

– Aberkennung der Staatsbürgerschaft: Die Regierung will Möglichkeiten ausweiten, Bürgern die französische Nationalität abzuerkennen, wenn sie wegen eines Angriffs auf “fundamentale Interessen der Nation” verurteilt worden sind – vorausgesetzt, dass sie noch eine weitere Nationalität haben.

– Ausländische Kämpfer: Franzosen, die sich im Ausland als terroristische Kämpfer verdingen, sollen zudem bei ihrer Rückkehr nach Frankreich schärfer überwacht werden. Doppelstaatsbürgern soll auch die Einreise verweigert werden können, wenn sie als Terror-Risiko eingestuft werden.

– Verlängerung des Ausnahmezustands: Der Ausnahmezustand in Frankreich wird vorerst für eine Dauer von zwölf Tagen verhängt. Er gilt aktuell seit dem Samstag und soll nun ab dem 26. November um drei Monate verlängert werden.

– Mehr Sicherheitskräfte: Im Sicherheitsapparat sollen 85.00 zusätzliche Stellen entstehen, 5.000 davon bei Polizei und Gendarmerie, 2.500 im Justizministerium und 1.000 beim Zoll.

Saint-Denis: Offenbar weiterer Anschlag vereitelt, Drahtzieher tot

Der Anti-Terror-Einsatz im Vorort Saint-Denis hat Paris nach Angaben der Ermittler möglicherweise vor einem neuen Anschlag am Mittwoch bewahrt. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, wurde dabei getötet. Das bestätigte die französische Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

LIVE im Ticker: Die Geschehnisse rund um Paris am Donnerstag

LIVE zur Lage in Paris: Weiterer Anschlag offenbar verhindert (19.11.2015)
18:10 | David Mayr

Italiens Muslime demonstrieren am Samstag gegen Terror: "Nicht in meinem Namen": Mit diesem Slogan ruft die muslimische Gemeinschaft in Italien zur Beteiligung an zwei Großdemonstrationen am kommenden Samstag in Mailand und Rom auf. Damit soll gegen den fundamentalistischen Terror protestiert werden, "der die wahre Botschaft des Islam verrät", betonten die Organisatoren.

In Rom findet die Veranstaltung auf der zentralen Piazza Santi Apostoli statt. In Mailand ist die Kundgebung auf der Piazza San Babila unweit des Doms geplant. Zur Demonstration in Mailand, die vom italienischen Parlamentarier marokkanischer Abstammung Khalid Chaouki mitorganisiert wurde, ist auch der Chef der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, eingeladen.

"Wir in Italien lebende Muslime verurteilen jede Form von Gewalt und sind dem französischen Volk sowie den Familien der Opfer nahe. Das Krebsgeschwür des Fundamentalismus beleidigt und verrät die wahre Botschaft des Islam, einem Glauben, der den Dialog und ein friedliches Zusammenleben fördert", hieß es im Appell der Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft in Italien.
18:03 | David Mayr

Antoine Leiris verlor bei dem Attentat am Freitag im Pariser Konzertsaal Bataclan seine Ehefrau. In einer berührenden Botschaft schrieb er dennoch: "Ich werde euch nicht das Geschenk machen, euch zu hassen."
17:27 | David Mayr

Neun Festnahmen bei Razzien in Brüssel: Bei neuen Razzien in Brüssel sind am Donnerstag neun Verdächtige im Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen in Paris festgenommen worden. Sieben der Festgenommenen seien bei sechs Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Selbstmordattentat des Franzosen Bilal Hadfi in Gewahrsam worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit.

Die anderen beiden Festnahmen stünden in einem weiteren Zusammenhang mit den Anschlägen in der französischen Hauptstadt, bei denen am Freitag vergangener Woche 129 Menschen getötet worden waren. Nähere Angaben dazu, wie lang die Verdächtigen festgehalten werden, wollte die Staatsanwaltschaft am Freitag bekannt geben.
16:51 | David Mayr

Sébastien rettete eine schwangere Frau im Bataclan-Konzertsaal, bevor er von den Terroristen als Geisel genommen wurde. Der New York Times gab er ein Interview.

He rescued a pregnant woman hanging from the window of the Bataclan concert hall in Paris. Then he was taken hostage by the gunmen. (via Video From The New York Times)

Posted by The New York Times on Donnerstag, 19. November 2015

16:49 | David Mayr

Frankreich für enge EU-Kooperation im Anti-Terror-Kampf: Die französische Regierung hat im Kampf gegen den Terrorismus eine engere Zusammenarbeit der EU-Staaten angemahnt. "Jeder muss verstehen, dass es dringlich ist, dass Europa sich wieder fasst, sich organisiert, sich gegen die terroristische Bedrohung verteidigt", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstag in Paris. "Die Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus ist von größter Bedeutung."

Cazeneuve äußerte sich nach der Bekanntgabe des Todes des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge von Paris. Der belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud war am Mittwoch bei einem Anti-Terror-Einsatz in der Pariser Vorstadt Saint-Denis getötet worden. Sein Leichnam wurde am Donnerstag formell identifiziert. Eigentlich war das 28-Jährige Mitglied der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien vermutet worden. Wie er unerkannt nach Europa zurückkehren und nach Frankreich gelangen konnte, ist bisher unklar.
16:21 | David Mayr

Am Wochenende wird die französische Nationalhymne vor allen Spielen der englischen Premier League in den Stadien ertönen.

15:54 | David Mayr

Österreich plant kein Verbot von Wertkarten: Anders als etwa Luxemburg und Belgien plant Österreich als Sicherheitsmaßnahme kein Verbot von anonymen Handy-Wertkarten. Das werde derzeit nicht diskutiert und sei in Österreich auch gar nicht so einfach, sagte der Sprecher von Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ), Christoph Ertl, am Donnerstag auf APA-Anfrage. Hierzulande müsste man das Telekommunikationsgesetz ändern.
15:49 | David Mayr

Zeuge spricht über Selbstmordattentäter beim Stade de France: "Ich stand Auge in Auge gegenüber."
15:34 | David Mayr

Rathausplatz-Tanne erstrahlt in Blau-Weiß-Rot: Am späten Donnerstagnachmittag wird Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) die Festbeleuchtung des Christbaums am Wiener Rathausplatz einschalten. Die 28 Meter hohe Tanne erstrahlt nunmehr in den Farben Frankreichs Blau-Weiß-Rot - im Gedenken an die Opfer der Pariser Terror-Anschläge. Mehr Infos dazu gibt es hier im Artikel.
14:44 | David Mayr

USA setzen Millionen-Kopfgeld auf Rekrutierer aus: Auf einen in Saudi-Arabien geborenen Jihadisten, der für den Islamischen Staat (IS) ausländische Kämpfer rekrutieren soll, haben die USA ein Kopfgeld in Millionenhöhe ausgesetzt. Hinweise, die zur Ergreifung von Tirad al-Jarba führten, würden mit fünf Millionen Dollar (4,7 Millionen Euro) belohnt, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mit.

Al-Jarba ist auch unter seinem Kampfnamen Abu Muhammad al-Shimali bekannt und gilt als hochrangiges IS-Mitglied. Die USA und der UNO-Sicherheitsrat haben al-Jarba bereits als Terroristen eingestuft. Der Sicherheitsrat verhängte ein Reiseverbot gegen ihn und rief dazu auf, seine Guthaben einzufrieren. Nach UN-Angaben wird al-Jarba an diesem Freitag 36 Jahre alt. Früher soll er dem Terrornetzwerk Al-Kaida angehört haben.
14:44 | David Mayr

Messenger-App Telegram sperrte 78 Propaganda-Kanäle des IS: Die in Berlin ansässige Messenger-App Telegram hat 78 Propaganda-Kanäle der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gesperrt. Der Kurzbotschaftendienst habe besorgt zur Kenntnis genommen, dass der IS öffentliche Konten für seine Propaganda nutze, teilte Telegram in der Nacht zum Donnerstag mit.

In dieser Woche seien deshalb nach Hinweisen anderer Nutzer 78 Kanäle in zwölf Sprachen gesperrt worden, die mit der Jihadistenmiliz in Verbindung stünden. Die individuelle Kommunikation möglicher IS-Anhänger ist von diesem Schritt nicht betroffen.

Die kostenlose Messenger-App wirbt damit, dass die verschickten Botschaften verschlüsselt vom Absender zum Empfänger gelangen und sich auf Wunsch von selbst zerstören. Seit kurzem gibt es zudem Kanäle, über die sich - ähnlich wie bei Twitter - Botschaften an ein großes Publikum schicken lassen. Telegram wird vorgeworfen, für Dschihadisten aufgrund seiner Kommunikationsmöglichkeiten attraktiv zu sein.
14:13 | David Mayr

Rom sperrt seinen Luftraum während Jubiläumsjahrs: Nach den Terroranschlägen in Paris dehnt die Stadt Rom im Zusammenhang mit dem am 8. Dezember beginnenden Heiligen Jahr seinen gesperrten Luftraum aus. Der gesamte Luftraum über der Ewigen Stadt werde während des bis November 2016 laufenden Jubiläumsjahres geschlossen bleiben, kündigte Roms Präfekt Franco Gabrielli am Donnerstag in Rom an.

"Wir arbeiten an einer Stärkung des Systems zur Abwendung von Attacken durch Drohnen, oder Kleinflugzeuge", berichtete Gabrielli. Er kündigte auch eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in den U-Bahn-Stationen, auf den Bahnhöfen und den Flughäfen Roms an.
14:12 | David Mayr

Fingerabdrücke bestätigten Tod: Der Tod des mutmaßlichen Drahtziehers Abaaouds bei einer Razzia in einem Wohnhaus im Pariser Stadtteil Saint-Denis wurde laut Staatsanwaltschaft durch Fingerabdrücke bestätigt. "Es war die Leiche, die wir in dem Gebäude gefunden haben", hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Sie sei von Kugeln durchsiebt gewesen.

Der 28-jährige Belgier aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek wird verdächtigt, die Anschläge organisiert zu haben, bei denen am vergangenen Freitag 129 Menschen getötet wurden. Eigentlich war vermutet worden, dass Abaaoud sich in Syrien aufhält. Vor der Schießerei in Saint-Denis hatten die Behörden allerdings den Verdacht, dass er in Paris sein könnte.

Bei dem Einsatz gab es noch einen weiteren Toten. Vermutlich sprengte sich eine Frau mit einer Sprengstoffweste selbst in die Luft - die Obduktion wird darüber noch Klarheit schaffen müssen.
14:12 | David Mayr

Europol-Chef fordert "echten Informationsaustausch": Nach den Anschlägen von Paris hat der Leiter der europäischen Polizeibehörde Europol, Rob Wainwright, die EU-Staaten aufgefordert, mehr Informationen über Terrorismusverdächtige auszutauschen. Europa sehe sich der stärksten Bedrohung "der vergangenen zehn Jahre" gegenüber, sagte Wainwright vor dem Innenausschuss des Europaparlaments am Donnerstag. Weitere Anschläge seien "wahrscheinlich".

Angesichts von "enorm vielen Verdächtigen in vielen Ländern" benötige die EU "ein echtes System für den Austausch von Informationen und Ermittlungsergebnissen". Nur so könnten weitere Anschläge verhindert werden.
13:41 | David Mayr

Drahtzieher ist tot: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist tot. Das teilte die französische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Abaaoud sei bei der Razzia im Pariser Stadtteil Saint-Denis ums Leben gekommen.
13:40 | David Mayr

Bosnien geht bei Attentat auf Soldaten von Terrorakt aus: Nach dem tödlichen Angriff auf zwei Soldaten nahe der bosnischen Hauptstadt Sarajevo geht die Staatsanwaltschaft offiziell von einem Terroranschlag aus. Es gebe Indizien, dass es sich bei dem Attentat, bei dem am Mittwochabend ein Mann zwei Soldaten in einem Wettlokal erschossen hatte, um einen Terrorakt handelt, erklärte Boris Grubesic, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dem TV-Sender N1.

Dass der Angriff "Elemente" eines Terroraktes habe, erklärte unterdessen laut Medienberichten auch eine Sprecherin des bosnischen Nachrichtendienstes SIPA. Laut bosnischen Medienberichten soll der Täter Anhänger der strengen wahhabitischen Auslegung des Islam gewesen sein. Augenzeugen berichteten, der Angreifer habe das Wettlokal mit dem Ausruf "Allahu Akbar" gestürmt. Nach der Erschießung der beiden Soldaten im Wettlokal beschoss der Angreifer auch einen Bus, wobei drei Personen verletzt wurden. Der Täter tötete sich anschließend durch eine Bombenexplosion in seinem Haus selbst, erklärte die Polizei.
13:11 | David Mayr

Nationalversammlung billigte längeren Ausnahmezustand: Die französische Nationalversammlung hat am Donnerstag die Verlängerung des Ausnahmezustands nach den Anschlägen von Paris auf drei Monate gebilligt. Die von der Regierung erbetene Maßnahme muss noch vom Senat verabschiedet werden, bevor sie in Kraft treten kann. Eine entsprechende Sitzung wird für Freitag erwartet.

Die Vollmachten erlauben es der Polizei unter anderem, Verdächtige leichter festzunehmen und Razzien auszuführen. Bei dem Angriff der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" am Freitag vergangener Woche waren mindestens 129 Menschen getötet worden.
12:45 | abeganovic

Frankreich: Zusätzlich 600 Mio. Euro für Sicherheit
Nach den Anschlägen von Paris kalkuliert die französische Regierung für 2016 zusätzliche Sicherheitsausgaben von rund 600 Mio. Euro ein. Wie Finanzminister Michel Sapin am Donnerstag erläuterte, soll für die von Präsident Francois Hollande angekündigten Maßnahmen vor allem in den Zuständigkeitsbereichen des Innen-, des Justiz- und des Verteidigungsministeriums das Personal verstärkt werden.

Die aktuellen Planungen der Regierungen sehen 5.000 neue Stellen im Bereich des Innenministeriums in den Jahren 2016 und 2017 vor. Im Bereich des Justizministeriums soll es im gleichen Zeitraum 2500 neue Stellen geben, beim Zoll weitere tausend. Im Verteidigungsministerium wird es laut Sapin keine neuen zusätzlichen Stellen geben, allerdings werde die Schaffung von 2300 bereits eingeplanten neuen Stellen bekräftigt.
12:28 | abeganovic

Italien: Opposition will Imam-Register einführen
Die oppositionelle Mitte-Rechts-Partei Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi hat der Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf für die Einführung eines nationalen Registers für Imame in Italien eingereicht.

Nur Imame, die sich an die nationalen Gesetze halten und die Integration fördern, sollen in das Register, das das Innenministerium führen soll, eingetragen werden. Imame sollen sich verpflichten, auf Italienisch zu predigen. Damit wolle man das Phänomen der "Hassprediger" bekämpfen, hieß es in Rom. Das Innenministerium solle kontrollieren, dass die italienischen Moscheen nicht zu geheimen Finanzierungszentren islamischer Kämpfer werden, forderten die Parlamentarier der Forza Italia. Diese unterstrichen, dass die Moscheen fast immer entscheidend für die Rekrutierung von Fundamentalisten seien.

Der Präsident der Region Lombardei, Roberto Maroni, rief die Regierung von Premier Matteo Renzi auf, ihren Einspruch gegen ein vom lombardischen Regionalparlament im Jänner verabschiedetes Gesetz zurückzuziehen, das starke Einschränkungen für den Bau neuer religiöser Einrichtungen vorsieht. Damit soll vor allem die Errichtung von Moscheen in der Region gestoppt werden.
11:58 | abeganovic

Forensiker sichern nach wie vor Spuren im Pariser Vorort Saint-Denis, wo gestern weitere mutmaßliche Extremisten hochgenommen und ein weiterer möglicher Terroranschlag verhindert wurde. (Bild: EPA)
11:50 | abeganovic

Ermittler suchen nach Spuren von Abdeslam in Österreich
Die Frage, was der 26-jährige Salah Abdeslam, der seit den Anschlägen in Paris vom vergangenen Freitag gesucht wird, im September in Österreich gemacht hat, beschäftigt weiter die heimischen Ermittler. Abdeslam war im September aus Deutschland kommend in Oberösterreich eingereist und hatte sich in einer Polizeikontrolle verfangen, wie das Innenministerium am Dienstag bekannt gegeben hatte.

Dass er tatsächlich, wie er bei der Kontrolle angegeben hat, einen Woche Urlaub in Wien gemacht hat, wollen die Ermittler nicht recht glauben. Der 26-Jährige dürfte sich kaum in einem Hotel eingemietet und einen Meldezettel ausgefüllt haben, was die Nachforschungen eher schwierig machen dürfte. Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, sagte am Donnerstag, die Ermittlungen laufen sehr intensiv, Ergebnisse gebe es noch nicht.
11:11 | abeganovic

Neue Sicherheitsvorkehrungen FC-Bayern-Reaktion auf Terror
Deutschlands Fußball-Meister und Tabellenführer FC Bayern München wird nach den Anschlägen von Paris und der Terrorwarnung in Hannover bei seinen Heimspielen auf die neue Sicherheitslage reagieren. In Abstimmung mit der Polizei wird es in der Allianz Arena zusätzliche und veränderte Sicherheitsvorkehrungen geben.

"Wir stehen in engem Kontakt mit DFL und DFB und den für die Sicherheit zuständigen Behörden. Ich kann bestätigen, dass es künftig intensivere und umfassende Personenkontrollen geben wird", erklärte Jan-Christian Dreesen, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Rekordmeisters für das Thema Sicherheit zuständig ist. "Zu weiteren Details möchte ich mich mit Rücksicht auf das mit den Behörden abgestimmte Sicherheitskonzept nicht äußern. Unsere Fans und alle Zuschauer bitten wir um Verständnis dafür, dass es am Einlass zu Verzögerungen kommen kann", sagte Dreesen.
11:07 | abeganovic

Interpol hat 5.800 “Jihad-Touristen” identifiziert:

Die internationale Polizeibehörde Interpol hat 5.800 ausländische Kämpfer identifiziert, die sich den Jihadisten im Irak und in Syrien angeschlossen haben. Sie seien aus etwa 50 Ländern in die Krisenregion eingereist, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock am Mittwoch bei einer Anti-Terror-Konferenz im spanischen Sevilla - mehr dazu hier.
11:01 | abeganovic

Belgien intensiviert Maßnahmen zur Terrorbekämpfung
Der belgische Ministerpräsident Charles Michel hat die Bereitstellung von 400 Millionen Euro für die Terrorismusbekämpfung angekündigt. Außerdem sollen Gesetze gegen Hassprediger verschärft, aus Syrien heimkehrende Kämpfer der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) inhaftiert und der anonyme Kauf von SIM-Karten für Handys unterbunden werden. (Bild: EPA)
10:44 | abeganovic

Wieder Razzien in Belgien
Bei einem Anti-Terror-Einsatz hat die Polizei im Großraum Brüssel am Donnerstag wieder mehrere Häuser durchsucht. Nach Informationen der belgischen Nachrichtenagentur Belga handelte es sich dabei um Häuser von Freunden und Familienangehörigen des gesuchten Selbstmordattentäters Bilal Hadfi.

Der 20-jährige Hadfi war einer der Selbstmordattentäter von Paris. Er ist französischer Staatsangehöriger, der in Belgien lebte, und soll sich in Syrien dem IS angeschlossen haben.
10:21 | abeganovic

Valls warnt vor Anschlägen mit chemischen Waffen
Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat vor Anschlägen mit chemischen und biologischen Waffen gewarnt. "Wir dürfen nichts ausschließen", sagte Valls am Donnerstag in der Nationalversammlung bei einer Debatte über eine Verlängerung des Ausnahmezustands. "Es kann auch das Risiko chemischer oder bakteriologischer Waffen geben."

Solche Aussagen müssten mit großer "Vorsicht" gemacht werden. "Aber wir wissen es, und es ist uns bewusst."
10:01 | abeganovic

Fabius begrüßt "Öffnung" Russlands im Kampf gegen Terrormiliz
Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat das Engagement Moskaus im Kampf gegen den IS begrüßt. "Es gibt eine Öffnung Russlands" sagte er.

Russland fliegt seit längerem Luftangriffe in Syrien, will dabei nun aber stärker mit Frankreich zusammenarbeiten. Differenzen bleiben allerdings: Während der Westen auf den Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad hofft, hält Moskau an ihm fest. Fabius unterstrich erneut: "Bashar kann nicht die Zukunft Syriens sein."

Fabius erklärte, die Welt müsse die Bedrohung durch die IS-Terrorkämpfer in den Griff bekommen. "Das sind Unmenschen. Aber es sind 30.000." Die "Gesamtheit der Staaten der Welt" sollte in der Lage sein "30.000 Personen auszumerzen", sagte er.
09:38 | abeganovic

Video der Daily Mail UK aus einem Lokal in Paris am Freitagabend, Gäste gehen verzweifelt in Deckung, als plötzlich ein Bewaffneter das Feuer eröffnet - wie durch ein Wunder überlebten die Lokalbesucher.
09:31 | abeganovic

Syrer in Honduras mit gefälschten Pässen gefasst
In Honduras sind nach Polizeiangaben sechs Syrer festgenommen worden, die mit gefälschten griechischen Pässen eingereist waren. Fünf von ihnen hätten eine Weiterreise in die USA geplant. Es gebe keine Hinweise, dass die Syrer mit den Anschlägen in Paris in Verbindung stünden.

Fünf der Syrer seien in der Hauptstadt Tegucigalpa festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Sie seien aus Costa Rica gekommen. Bei ihren Pässen seien die Fotos ausgetauscht worden. Ein sechster Syrer sei am Flughafen bei der Einreise aus El Salvador abgewiesen und zurückgeschickt worden. In jüngster Zeit sind mehrfach Syrer in Südamerika mit gefälschten Pässen aufgegriffen worden.
09:30 | abeganovic

De Blasio: Keine konkrete Gefahr in New York
Trotz einer neuen Videobotschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), in der indirekt ein Anschlag auf New York in Aussicht gestellt wird, sehen die Behörden keine akute Bedrohung für die Millionenmetropole. Es gebe keine konkrete Gefahr, betonten Bürgermeister Bill de Blasio und Polizeichef Bill Bratton am späten Mittwochabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.
Das Video enthält auch eine Bildsequenz aus New York und dann, offenbar an einem anderen Ort aufgenommen, die Aufnahme eines Selbstmordattentäters. Das Video sei offensichtlich in den vergangenen Tagen - nach den Terrorattacken von Paris - hastig zusammengeschnitten worden, hieß es. Es gebe darauf keine konkreten, glaubwürdigen Hinweise auf eine aktuelle Bedrohung, sagte De Blasio
09:27 | abeganovic

Während des am 8. Dezember beginnenden Jubiläumsjahres des Vatikan könnten Teile des Luftraums über Rom gesperrt werden. Experten des Innenministeriums schließen Angriffe mit Flugzeugen oder Drohnen nicht aus. Roms Präfekt Franco Gabrielli kündigte am Mittwoch eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in den U-Bahn-Stationen, auf Bahnhöfen und Flughäfen der Ewigen Stadt an. Zugleich werden auch die Kontrollen in Stadtvierteln mit vielen Lokalen verschärft. Die Kompetenzen der Geheimdienste werden ausgedehnt.

Die Maßnahmen wurden auch nach einem Hinweis der US-Bundespolizei FBI verstärkt. Diese habe die italienischen Behörden auf fünf Personen mit arabischen Namen aufmerksam gemacht, die angeblich Anschläge auf den Petersdom in Rom sowie auf den Mailänder Dom und das Mailänder Opernhaus Scala geplant haben.
09:27 | abeganovic

Renzi: "Dürfen auf unsere Identität nicht verzichten"
Italiens Premier Matteo Renzi hat nach den Anschlägen in Paris betont, dass Europa aus Angst vor dem fundamentalistischen Terrorismus nicht auf seine Freiheit verzichten dürfe. "Wir unterschätzen die Terrorgefahr nicht, doch wir dürfen nicht auf unsere Identität verzichten", sagte der Regierungschef nach Angaben italienischer Medien vom Donnerstag.

Renzi hob die Notwendigkeit hervor, eine Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden. Italien habe schärfste Sicherheitsvorkehrungen zur Vorbeugung von Anschlägen ergriffen. Staatspräsident Sergio Mattarella rief unterdessen die Regierung auf, den Italienern höchste Sicherheit zu garantieren ohne wesentliche Rechte abzubauen. "Wir werden Extremismus mit absoluter Strenge bekämpfen, zugleich jedoch Toleranz und Dialog zwischen den Kulturen fördern", meinte Mattarella. Der Dialog mit Mitgliedern der islamischen Gemeinschaft in Italien müsse offen bleiben.
08:56 | abeganovic

In ganz Italien waren nach den Anschlägen von Paris die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Am 8. Dezember beginnt in Rom ein außerordentliches Heiliges Jahr, zu dem Millionen von Pilgern erwartet werden. Am Freitag soll das Sicherheitskonzept dazu vorgestellt werden. Der IS hatte schon in der Vergangenheit in seiner Propaganda geprahlt, er wolle Rom erobern. (Bild: EPA)
08:54 | abeganovic

Fünf Terrorverdächtige in Italien identifiziert
In Italien sind laut Medienberichten fünf Terrorverdächtige identifiziert worden, die Anschläge auf bekannte Sehenswürdigkeiten geplant haben könnten. Die US-Bundespolizei FBI habe die italienischen Behörden auf diese Personen mit arabischen Namen hingewiesen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Bisher seien sie aber noch auf freiem Fuß.

Nach einem Bericht der Onlineausgabe der Zeitung "La Repubblica" könnten sie Anschläge auf den Petersdom in Rom sowie auf den Mailänder Dom und das Mailänder Opernhaus Scala geplant haben.
08:36 | abeganovic

Frankreichs Präsident François Hollande hat nach den Anschlägen in Paris eine rasche Resolution des Sicherheitsrates zur Verstärkung des Kampfes gegen den IS gefordert. Paris will dafür einen eigenen Entwurf in New York einbringen. Der russische Vorschlag werde nun "sorgfältig geprüft", um zu sehen, ob Teile davon in den französischen Resolutionsentwurf aufgenommen werden könnten. (Bild: EPA)
08:35 | abeganovic

Russland legte UNO-Resolutionsentwurf für Kampf gegen IS vor
Russland hat am Mittwoch im UNO-Sicherheitsrat einen überarbeiteten Resolutionsentwurf für den Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingebracht.

"Wir rufen zu einer engeren Zusammenarbeit unter all denen auf, die in Syrien und im Irak kämpfen", sagte Moskaus UNO-Botschafter Witali Tschurkin nach der Sitzung hinter verschlossenen Türen. Der Sicherheitsrat strebe eine Einigung an, er sehe "keine große Kluft".
08:25 | abeganovic

Japan will Terrorabwehr vor G-7-Gipfel verstärken
Japan will sich als Gastgeber des nächsten G-7-Gipfels verstärkt vor Terrorismus schützen. Während Einsatzkräfte mit Anti-Terror-Übungen begonnen haben, bereitet die Regierung ein Expertenteam vor, das Informationen über den internationalen Terrorismus sammeln und auswerten soll.

Angesichts der Terroranschläge in Paris solle das künftig beim Außenministerium angesiedelte Gremium nicht erst wie geplant im April, sondern früher seine Arbeit aufnehmen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Vom 26. bis 27. Mai 2016 ist Japan Gastgeber des G-7-Gipfels.

Experten schätzen die Terrorgefahr in Japan als sehr niedrig ein. Das Land gilt als eines der sichersten der Welt. Dies wird unter anderem mit den scharfen Waffengesetzen begründet, die den Besitz von Schusswaffen verbieten. Andere verweisen darauf, dass Japan ungeachtet der rapiden Überalterung der Gesellschaft auf einer restriktiven Zuwanderungspolitik beharrt.
08:18 | abeganovic

Republikaner Paul will Einreise für Franzosen erschweren
Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Rand Paul will nach den Anschlägen von Paris die Einreise von Touristen aus Frankreich und einer Reihe anderer Länder erschweren. Er sorge sich, das Franzosen mit "großer Feindschaft" gegenüber der Zivilisation, ihrer Regierung und dem Frieden "die gleiche große Feindschaft gegenüber uns haben", sagte er.

Mehrere der Angreifer, die bei ihren Anschlägen am Freitagabend in Paris insgesamt 129 Menschen töteten, waren französische Staatsbürger. Er sorge sich, "dass sie ins Flugzeug steigen und herkommen", sagte der US-Senator. Paul hatte am Montag einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der für sämtliche Einreisenden eine Wartezeit von 30 Tagen einführen würde, während der sie überprüft werden sollen. Derzeit brauchen Bürger aus 38 Ländern - darunter 23 EU-Staaten - für Tourismus-Reisen keine Visa.
08:14 | abeganovic

Das Video-Material sei nicht vollkommen neu, bestätige aber dennoch, "dass New York nach wie vor ein Top-Terrorziel ist", sagte Davis. Nach Angaben der auf die Beobachtung extremistischer Internet-Seiten spezialisierten Analysefirma Site enthält der etwa sechsminütige Clip Aufnahmen von New York, die aus einem bereits im April veröffentlichten IS-Video stammten. Überwiegend würden aber Szenen aus Paris gezeigt sowie Frankreichs Präsident Francois Hollande. (Bild: AP)
08:11 | abeganovic

Neues IS-Video zu New York als Anschlagsziel
Die radikal-islamische IS-Miliz hat nach Angaben der New Yorker Polizei ein neues Video veröffentlicht, in dem die US-Ostküstenmetropole als potenzielles Anschlagsziel auftaucht. Allerdings liege "derzeit keine gegenwärtige oder konkrete Drohung gegen die Stadt" vor, erklärte der stellvertretende Polizeichef Stephen Davis am Mittwoch.

Das gilt auch für die USA insgesamt, wie die Anti-Terror-Beraterin von Präsident Barack Obama, Lisa Monaco, dem Sender MSNBC sagte. Weder gegen die Hauptstadt Washington noch gegen andere Landesteile liege eine "glaubwürdige Drohung" vor.
08:11 | abeganovic

Unterdessen wurde in Marseille der Lehrer einer jüdischen Schule am Mittwochabend Opfer einer Messerattacke. Die Angreifer hätten sich als "Unterstützer des IS" ausgegeben, berichtete der Sender France24. Der Geschichtslehrer wurde von drei Personen angegriffen, die antisemitische Parolen äußerten. Es besteht keine Lebensgefahr

Weiters wurde in Marseile auch eine junge Frau angegriffen, die einen Schleier trug, der das Gesicht freilässt. Französische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, der Angreifer habe die Frau als "Terroristin" beschimpft und ihr einen Schlag versetzt, möglicherweise mit einem kleinen Messer, das sie leicht an der Brust verletzte.
08:03 | abeganovic

Die Einsatzkräfte schlugen um 04.20 Uhr morgens zu - stießen aber sofort auf große Probleme, wie Molins sagte: Die Beamten der Spezialeinheit Raid konnten die Sicherheitstür zu der Wohnung zunächst nicht öffnen, was den "Terroristen" Zeit zur reagieren gab. Die Verdächtigen lieferten sich ein rund einstündiges Feuergefecht mit den Beamten, die rund 5.000 Kugeln abfeuerten. Die Sondereinheiten hätten "Sturmgewehre, Scharfschützen, Offensivgrananten, Sprengstoff" eingesetzt, sagte Molins. Bei dem "extrem schwierigen" Einsatz wurden fünf Polizisten verletzt.
08:03 | abeganovic

Bei dem siebenstündigen Einsatz in Saint-Denis am Mittwoch gab es mindestens zwei noch nicht identifizierte Tote, unter denen sich theoretisch auch Abaaoud befinden könnte. Spezialeinheiten hatten am Morgen eine Wohnung in der nördlich von Paris gelegenen Vorstadt Saint-Denis gestürmt. Es gab heftige Schießereien, eine Frau sprengte sich in die Luft. Der Einsatz galt dem 28-jährigen Islamisten Abaaoud. Die Behörden hatten nach Angaben von Staatsanwalt Molins am Montag einen Hinweis bekommen, wonach sich das Mitglied der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Frankreich befinde. Als Ort, wo sich Abaaoud "verschanzt" haben könnte, wurde laut Molins eine Wohnung im dritten Stock eines Gebäudes im Zentrum von Saint-Denis ausgemacht.

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