Liste Jetzt steht bei NR-Wahl erneut am Wahlzettel

Peter Pilz ließ seine eigene politische Zukunft offen.
Peter Pilz ließ seine eigene politische Zukunft offen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Peter Pilz will mit der Liste Jetzt und neuen Kandidaten bei der Nationalratswahl im Herbst antreten. Welche Personen bereits zusagten, hielt er bei der Pressekonferenz am Mittwoch noch geheim.
NR-Wahl ohne Liste Jetzt-Abgeordnete

Die Liste JETZT will trotz einiger Absagen ihrer derzeitigen Abgeordneten für eine Wiederkandidatur weiter machen und bei der Nationalratswahl kandidieren. Das sagte Parteigründer Peter Pilz am Mittwoch in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz.

Pilz von Mandatarin Alma Zadic enttäuscht

Fünf der aktuell sieben JETZT-Abgeordneten hatten am Dienstag angekündigt, nicht mehr für die Liste zu kandidieren. Laut Pilz hätten die Klubchefs Wolfgang Zinggl und Bruno Rossmann sowie der Anwalt Alfred Noll aber ohnehin spätestens nach dieser Legislaturperiode ihre Plätze räumen sollen, sagte Pilz. Geplant wäre gewesen, an "junge Frauen" zu übergeben. Das Aufkommen des "Ibiza-Skandals" samt daraus resultierender Neuwahl hätten die Lage geändert.

Lediglich von Zadic zeigte sich Pilz enttäuscht, habe seine Abgeordnete doch ihre Entscheidung, sich für eine Listenkandidatur bei den Grünen zu bewerben, nicht vorher mitgeteilt, was einen einfacheren Übergang mit sich gebracht hätte. "Das ist ihr gutes Recht", meinte der Parteigründer zu dem Schritt selbst, "wir sind ein Zusammenschluss von freien und unabhängigen Personen". Ob zumindest seine Mandatarin Daniela Holzinger bleibt, solle man diese selbst fragen.

Liste Jetzt hält neue Kandidaten noch geheim

Besprochen werden sollen die jüngsten Turbulenzen und Personalia der Liste JETZT bei einer Wahlkampfklausur der Partei am kommenden Freitag und Samstag im burgenländischen Rust. Die Listenerstellung selbst erfolge dann eine Woche darauf, am 13. Juli, bestätigte Pilz. Zusagen neuer Kandidaten gebe es bereits, allerdings sollten diese noch geheim bleiben. Zudem würden laufend Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt.

Wie es mit ihm selbst weiter geht, lässt Pilz noch offen. Zwar sei er "hoffnungslos süchtig" nach Politik, meinte er, dennoch kann er sich auch ein Leben abseits davon vorstellen. Nicht zuletzt wird die Frage auch vom Wahlerfolg von JETZT abhängen. Auf die Frage, ob die Chance auf einen Wiedereinzug größer sei als die Meisterschaft des Wiener Fußballklubs Rapid, meinte er: "Ich glaube an Rapid, halte aber momentan unsere Chancen für eine Spur besser."

Abgeordnete Holzinger stellt sich hinter Pilz

Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber hat sich am Mittwoch klar hinter Listengründer Peter Pilz gestellt. "Für meinen Teil, kann ich sagen, ja, ich möchte Peter Pilz auch im nächsten Nationalrat wissen", postete sie am Mittwochnachmittag auf Facebook.

Sie wolle den Ex-Grünen erneut im Parlament haben, "um die Wölfe aus ihren Schafspelzen zu jagen", so die JETZT-Abgeordnete, die früher für die SPÖ im Nationalrat saß. In einem mit "Statement zur Zukunft unserer Liste" getitelten Beitrag erklärte sie, Peter Pilz sei nach wie vor "die schärfste Waffe der Opposition und nach wie vor der Stachel im Sitzfleisch all jener, die es sich in dieser Republik allzu gemütlich eingerichtet haben".

Zu ihrer eigenen Zukunft hielt sich Holzinger-Vogtenhuber bedeckt. Es hänge nicht von ihr alleine ab, ob Peter Pilz wieder in den Nationalrat einzieht, meinte sie in ihrem Posting, sondern "auch von den Entscheidungen vieler anderer Menschen". Sie verwies auf die für kommenden Freitag und Samstag im burgenländischen Rust geplante Klausur der Partei, an der sie teilnehmen und "gemeinsam mit unserem Kernteam" die nächsten Schritte erörtern werde. "Wir werden dort gemeinsam eine Entscheidung treffen", schrieb sie.

(APA/Red)

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