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Landstraße - Erich Hohenberger im Interview: "So lange ich kann, werde ich weitermachen"

Erich Hohenberger ist seit 30 Jahren Bezirksvorsteher in Wien-Landstraße.
Erich Hohenberger ist seit 30 Jahren Bezirksvorsteher in Wien-Landstraße. ©PID/Votava Martin
Im Zuge der Wien-Wahl 2020 bat VIENNA.at die Bezirksvorsteher zum Interview. Erich Hohenberger, Bezirkschef der Landstraße (SPÖ), sprach über Herausforderungen im Bezirk, Besonderheiten, und dass ihm nach über 30 Jahren die Arbeit immer noch Spaß macht.

Erich der Ewige wurde er zu seinem 30. Jubiläum genannt, nur der ehemalige Döblinger Bezirksvorsteher Adi Tiller hat mehr Jahre als Bezirkschef auf dem Buckel. Nun, im 31. Dienstjahr, will Erich Hohenberger immer noch nicht an die Pension denken: "So lange meine Gesundheit hält, werde ich weitermachen." Ob 2025 auch noch am Plan steht? "Nein, irgendwann ist Schluss. Ich habe jetzt auch schon ein Alter erreicht."

Eigentlich wollte er Bankdirektor werden, war auf einem guten Weg, dann zog es ihn dennoch in die Politik. "Ich war wohl der am längsten freigestellte Bankmitarbeiter Wiens", lacht Hohenberger in seinem Büro in Wien-Landstraße. In den letzten 30 Jahren haben sich einige Erinnerungsstücke angesammelt, es gibt sogar einen kleinen Fußball-Schrein mit Bildern und Pokalen. "Der Fußball ist meine Leidenschaft", sagt der 72-Jährige, jede Woche stehe er noch auf dem Platz.

Fußballplatz für Mädchen als Herzensprojekt

Mit Fußball hat auch ein Herzensprojekt zu tun, das Hohenberger angehen will - einen Mädchenfußballplatz, inklusive Umkleiden, Sanitär und Betreuung. "Da sind viele Elternvereine an mich herangetreten und haben gefragt, ob ich nicht etwas speziell für Mädchen machen kann. Viele wollen nicht mit den Burschen im Käfig spielen, das kann ich auch verstehen." Sogar einen Platz gebe es schon, jedoch mit einem Haken: Beim Schweizergarten an der Ecke Ghegastraße-Arsenalstraße ist der Fußballplatz geplant, "durch die Grünfläche läuft aber leider ein Riesen-Verkehrsband, das der ÖBB gehört. Und jetzt müssen wir den ÖBB den Grund ersetzen, wir sind da noch auf der Suche. Aber ich bin sicher, dass wir auch da zusammenkommen", ist Hohenberger zuversichtlich.

Wenn Hohenberger auf seine über 30 Jahre als Bezirkschef zurückblickt, fällt ihm auch auf, wie sehr sich der Bezirk verändert hat. "Sehr viele Wohnungen sind entstanden, leider ein bisschen zu wenig geförderte. Aber es ziehen immer mehr Menschen zu." Der Bezirk wird ca. 2025 die 100.000-Einwohner-Marke knacken. Große Neubauprojekte wie das Triiiple, drei gigantische Hochhäuser quasi neben der Südosttangente, sind gerade im Bau. "Da habe ich mich mit den Anrainern zusammengesetzt und viel Kritik erwartet. Die erste Frage war dann: 'Wo gehe ich jetzt mit meinem Hund spazieren?' und 'Gibt es ein Café im Dachgeschoss?'", lacht Hohenberger.

Wien-Mitte brummt

Mit Wien-Mitte - The Mall, das Einkaufszentrum am Rochusmarkt und der Galleria weist die Landstraße auch eine ungewöhnlich hohe Dichte an Einkaufszentren auf. "Das Einkaufszentrum Rochusmarkt funktioniert nicht so, wie sich der Eigentümer das vorstellt", gibt Hohenberger zu. "Weil es auch zu klein ist. Die Galleria kämpft ein bisschen, aber funktioniert. Wien-Mitte brummt."

Der Schwerverkehr wurde so gut es ging an den Rand des Bezirks verleg, die Landstraßer Hauptstraßer, an sich eine Durchzugsstraße, soll verkehrsberuhigter werden. "Tempo 30 ist da durchaus möglich", so Hohenberger. Fahrradwege auf dem gesamten Abschnitt seien aber schon technisch gar nicht möglich. "Auf dem ersten Stück, von Wien-Mitte bis Beatrixgasse, da liegt das Spital, da drinnen habe ich Ladezonen und da drinnen hab ich Rettungszonen. Und eine Rettungszone auflassen, das ist undenkbar." Auf dem Stück danach sei allerdings mehr Platz für Räder möglich: "Da haben wir überbreite Gehwege, bis zu 6 Meter, da kann ein talentierter Städteplaner schon etwas machen", meint Hohenberger. Auch für Begrünung im Bezirk ist Hohenberger immer zu haben. "Ein einfacher Baum kostet 1.500 bis 2.000 Euro, für den gibt es von mir immer ein klares Ja". Sobald sich aber Einbauten unter dem Baum befinden, können die Kosten auf bis zu 25.000 Euro ansteigen - pro Baum. "Da schaut die Sache ein bisschen anders aus. Das Geld hab ich nicht einfach in der Schublade liegen."

Dennoch stehen einige neue Bauprojekte an. 2021 soll der Kardinal-Nagl-Park neu gestaltet werden und auch für die Fläche des Busbahnhofs in Erdberg hat Hohenberger schon eine Idee, sobald dieser in den 2. Bezirk umzieht: "Die HTL Bautechnikum platzt aus allen Nähten und kann nur auf den Mistplatz in der Grasbergergasse ausweichen. Und der Mistplatz würde dort nicht stören."

Viele Sorgen durch Corona

Stolz ist Hohenberger, dass so viele Jobs im Bezirk gehalten werden konnten. "Mit der Zentralpost am Rochusmarkt haben wir die ganze Postverwaltung im Bezirk", daneben gebe es auch andere Großfirmen wie etwa Henkel. Doch besonders in der Corona-Zeit hatte er viele Anrufe von Menschen, die ihren Job verloren haben: "Ich habe die Stadt schon gewarnt. Ende des Jahres wird das Sozialamt übergehen mit 'Hilfe in besonderen Lebenslagen'-Ansuchen." Noch seien die Mieten zwar gestundet, auf ewig werde man das aber nicht machen können. "Die Corona-Krise ist die schlimmste, die ich bisher mitgemacht habe. Aber als Bezirk kann man da oft wenig tun. Da ist die Bundespolitik gefragt."

Selbst 2015 stand man nicht vor solchen Herausforderungen. "In Sachen Integration sind wir fast ein Musterbezirk. Die Landstraße hat die meisten Flüchtlinge in Wien übernommen und das, was viele befürchtet haben, ist bei Gott nicht eingetreten", sagt Hohenberger. Wichtig war eine gute Betreuung ab Tag 1 - durch das Rote Kreuz oder auch den Jugendverein Juvivo.

Nicht nur wegen der jetzigen Gesundheitskrise ist für Hohenberger das Thema Gesundheit wichtig. "Die Landstraße ist der einzige Bezirk, der drei Spitäler hat, dafür habe ich mich damals eingesetzt." 2003 infizierte sich Hohenberger dann mit dem Hanta-Virus, schwebte Tage lang in Lebensgefahr. "Das hat mich in meiner damaligen Entscheidung noch mehr bestärkt", sagt er rückblickend.

Prognosen sind immer schwierig

Für die Zukunft traut sich Hohenberger keine Prognosen zu machen. "Ich bin kein Hellseher, ich persönlich glaube, dass es zu weiteren Corona-Verschärfungen kommen wird, so wie die Zahlen jetzt steigen." Auch nicht festlegen will er sich bei den Ergebnissen am 11. Oktober. "Bürgermeister Ludwig wird ein gutes Ergebnis einfahren, zwei Koalitionen werden sich ausgehen", mutmaßt Hohenberger. "Will der Finanzminister aber wieder zum Vizebürgermeister zurückgehen? Ich glaube nicht."

Landstraßes vielleicht berühmtesten Bewohner, Heinz-Christian Strache, rechnet er aber gute Chancen auf den Einzug in den Gemeinderat aus. "Wenn man sich seinen Auftritt in den Sophiensälen anschaut - es waren genug Leute dort, sagen wir's mal so."

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(red)

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