Labormediziner pochen auf Corona-Mutations-Nachweis mittels PCR-Test

Zwei medizinische Fachgesellschaften drängen auf Corona-Mutations-Nachweise mittels PCR-Test
Zwei medizinische Fachgesellschaften drängen auf Corona-Mutations-Nachweise mittels PCR-Test ©APA/EXPA/JOHANN GRODER (Sujet)
Dringlicher Appell: Um die Varianten des SARS-CoV-2-Virus hierzulande "rascher, billiger und flächendeckend nachzuweisen" pochen zwei Medizinervereinigungen auf den Einsatz von "Mutations-PCR-Test".
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Mit diesen könnte gezielt nach Hinweisen auf den britischen und südafrikanischen Mutationscluster gesucht werden. Diese Methoden sollten demnach "statt der langsameren Methode der Sequenzierung eingesetzt werden", heißt es in dem Appell an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Coronavirus-Mutationen nachweisen dauert Tage

Die britische B.1.1.7-Variante und die südafrikanische B.1.351-Variante zeichnen sich durch jeweils mehrere gemeinsam auftretende Erbgut-Veränderungen im Vergleich zum "Wildtyp" des Erregers aus. Mittels mutationsspezifischen PCR-Tests kann nach einzelnen Mutationen in den Veränderungs-Ensembles gesucht werden.

Per Sequenzierungen werden dagegen bestimmte Teile des Erbguts einer Probe oder auch das gesamte Genom des Erregers aufgeschlüsselt und analysiert. So können mehrere oder alle der für die neuen Varianten charakteristischen Mutationen gemeinsam nachgewiesen und die Variante wasserdicht bestimmt werden. Dieser Nachweis dauert dementsprechend mehrere Tage.

ÖGLMKC und ÖQUASTA streichen Zeitfaktor hervor

Die Österreichische Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie (ÖGLMKC) und die Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Standardisierung medizinisch-diagnostischer Untersuchungen (ÖQUASTA) streichen nun den Zeitfaktor hervor, machen in ihrer Aussendung jedoch keine Angabe dazu, in welchem Ausmaß sich die Ergebnisse von PCR und Sequenzierung decken.

"Die überaus rasche Verbreitung der Virusvarianten B.1.1.7 in Wien und B.1.351 in Tirol hat deutlich gezeigt: Es muss so schnell wie möglich festgestellt werden können, ob es sich bei einer Infektion um diese hochansteckenden Varianten handelt", so der Leiter der Abteilung für Klinische Virologie am Klinischen Institut für Labormedizin der Medizinischen Universität Wien, Robert Strassl.

Bisherige Sequenzierung sehr ressourcen- und zeitintensiv

Die momentan "überwiegend eingesetzte Methode der Sequenzierung ist sehr ressourcen- und zeitintensiv, sie eignet sich nicht für eine tagesaktuelle Diagnostik. PCR-Tests sind hier effizienter", zeigte sich Gregor Hörmann von der ÖGLMKC überzeugt. Auch für Christoph Buchta von der ÖQUASTA sind "mutationsspezifische PCR-basierte Verfahren eine ebenso sensitive und spezifische Alternative, um die aktuell diskutierten Virusvarianten nachzuweisen". Die Fachgesellschaften plädieren dafür "flächendeckend PCR-Tests einzusetzen" und Sequenzierungen stichprobenartig einzusetzen, "um auch bisher unbekannte Varianten zu identifizieren".

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(APA/Red)

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