Kroatien verhängt neue Corona-Beschränkungen

Kroatien verschärft die Corona-Maßnahmen.
Kroatien verschärft die Corona-Maßnahmen. ©APA/ERWIN SCHERIAU
Kroatien schränkt angesichts steigender Corona-Zahlen Veranstaltungen und Zusammenkünfte ein. Der Krisenstab erklärte am Freitag, dass ab Samstag eine Obergrenze von 50 Menschen in Innenräumen gelte.

Angesichts steigender Corona-Zahlen schränkt Kroatien Veranstaltungen und Zusammenkünfte ein. Der Krisenstab erklärte am Freitag, ab Samstag gelte eine Obergrenze von 50 Menschen für Treffen in Innenräumen. Außerdem solle der Einsatz von Impfpässen ausgeweitet werden. Ministerpräsident Andrej Plenkovic kritisierte das langsame Impftempo.

Neue Corona-Maßnahmen in Kroatien verhängt

Die Impfungen kämen nur "im Schneckentempo" voran, nachdem sie etwa 50 Prozent der 4,2 Millionen Einwohner erreicht hätten, sagte der Regierungschef. "Das ist nicht normal", erklärte Plenkovic laut einem Bericht des Rundfunksenders HRT. "Wir haben seit fast zwei Jahren eine Pandemie, mehr als fünf Millionen Menschen sind gestorben, und wir haben eine Situation, in der einige unserer Bürger immer noch nicht die Gefahr erkennen, die Covid-19 darstellt."

Massiver Anstieg von Corona-Infektionen auch in Kroatien

Wie in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas kam es auch in Kroatien in den letzten Wochen zu einem massiven Anstieg von Infektionen und Krankenhausaufenthalten, was auf niedrige Impfraten und geringe Schutzmaßnahmen zurückzuführen ist. Das Land meldete am Freitag fast 7000 Neuinfektionen, noch einmal rund 700 mehr als am Vortag.

Einige überdenken ihre Einstellung zur Impfung gegen Corona

Die Entwicklung veranlasste anscheinend einige Kroaten, ihre Einstellung zum Impfen zu überdenken. Am Donnerstagabend standen die Menschen vor einem Impfzentrum in der Hauptstadt Zagreb Schlange. Einer von ihnen war Drago Coric, der erklärte, er sei skeptisch gegenüber den Impfstoffen gewesen. Er habe aber seine Meinung geändert, nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf mehrere Tausend angestiegen sei. "Es gibt heute und in letzter Zeit viele Menschen, die sich infiziert haben", sagte er. Er sei gekommen, um seine erste Spritze zu bekommen, "zur Sicherheit".

Versammlungen auf 50 Menschen in Innenräumen beschränkt

Der kroatische Innenminister Davor Bozinovic kündigte an, dass ab Samstag nur noch Versammlungen von bis zu 50 Menschen in Innenräumen erlaubt seien. Die Treffen müssten um Mitternacht beendet sein. Außerdem sollen ab November Impfausweise für Angestellte in allen staatlichen Einrichtungen, einschließlich des Bildungssystems, eingeführt werden. Bisher waren die Impfpässe nur im Gesundheits- und Sozialwesen verpflichtend. Alternativ können die Menschen auch einen negativen Test oder einen Nachweis ihrer Genesung von einer Corona-Infektion vorlegen. Dieses Vorgehen könnte nach Angaben des Innenministers ausgeweitet werden.

Impfrate von 50 Prozent in den meisten Regionen

In den meisten Ländern der Region liegt die Impfrate bei etwa 50 Prozent oder weniger und damit unter dem Durchschnitt der Europäischen Union von etwa 75 Prozent. Die meisten Regierungen zögern, als Reaktion auf den Anstieg der Infektionen erneut Lockdowns zu verhängen und versuchen stattdessen, die Impfquoten zu steigern.

In Slowenien wollte die Regierung im Laufe des Freitags zusammentreten, um über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zu beraten. Medien berichteten von Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ministern. Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen Rekordzahlen, die die Krankenhäuser dazu zwangen, alle nicht dringenden Eingriffe zu verschieben. Slowenien mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern meldete am Freitag weitere 3770 Neuinfektionen.

(APA/Red)

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Kroatien verhängt neue Corona-Beschränkungen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen