Kramatorsk: Russland bestreitet Einsatz von Totschka-U-Raketen

Nach Kramatorsk erneut Diskussion über russische Totschka-U.
Nach Kramatorsk erneut Diskussion über russische Totschka-U. ©APA/AFP/HERVE BAR
Am Freitag wurden in Kramatorsk in der Ukraine zumindest 50 Menschen durch den Einschlag einer Rakete vom Typ Totschka-U getötet. Russland bestreitet den Einsatz dieser Raketen.
Angriff "verabscheuungswürdig"
Angriff auf Kramatorsk

Beim Einschlag einer ballistischen Rakete vom Typ Totschka-U sind am Freitag zumindest 50 Personen am Bahnhof der ostukrainischen Industriestadt Kramatorsk ums Leben gekommen. Während dieser spätsowjetische Typ offiziell zur Bewaffnung der ukrainischen Streitkräfte gehört, bestritten russische Vertreter am Freitag, dass Russland diese als nicht sonderlich zielgenau geltenden Raketen weiterhin einsetzt.

REUTERS

Russland: Ukraine verwendet Raketen des Typs Toschka-U

"Wir betonen ausdrücklich, dass taktische Raketen vom Typ Totschka-U, deren Trümmerteile am Bahnhof von Kramatorsk gefunden wurden, nur von den ukrainischen Streitkräften verwendet werden", schrieb das Moskauer Verteidigungsministerium am Freitagnachmittag in einer Aussendung.

Fragen zur Darstellung Russlands offen

Diese russische Darstellung wirft jedoch Fragen auf: Noch 2021 waren Raketen dieses Typs bei einer Militärparade im südrussischen Krasnodar gezeigt worden. Und selbst wenn seit damals alle historischen russischen Bestände dieser in den Neunzehnachtzigern entwickelten Boden-Boden-Rakete mit 120 Kilometer Reichweite ausgemustert und in allen Armeeverbänden durch neuere Raketen vom Typ Iskander-M ersetzt worden sein sollten, sind sie bei Verbündeten Russlands wie Belarus und Armenien weiterhin offiziell im Einsatz.

Aber noch im Februar waren Raketen dieses Typs bei gemeinsamen belarussisch-russischen Militärübungen getestet worden. Auf der Internetseite der russischen Armeezeitung "Krasnaja Swesda" waren Totschka-U damals als "russischer (Raketen-)Komplex" bezeichnet worden. Das Adjektiv "russisch", so zeigen APA-Recherchen, wurde am Freitagnachmittag an der relevanten Stelle der betreffenden Online-Publikation entfernt.

(APA/Red)

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