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Konzernzentralen am Wiener Hauptbahnhof wachsen weiter

So soll es später am Wiener Hauptbahnhof aussehen.
So soll es später am Wiener Hauptbahnhof aussehen. ©APA/TOMASELLI.VS./ZECHNER&ZECHNER
Der neue Wiener Hauptbahnhof und das Areal herum nehmen nach und nach Form an. Nicht nur das Rautendach über dem Verkehrsknotenpunkt wurde fertiggestellt, auch der Bau der Konzernzentralen ist schon weit fortgeschritten. Das mit 88 Metern höchste Gebäude - die ÖBB-Zentrale - ist als Betonrohbau schon zu erkennen. Vom Aussichtsturm "bahnorama" fällt der Blick auch auf das dritte Großbauprojekt: Der Campus der Erste Bank soll ab Beginn 2016 4.500 Mitarbeiter beherbergen.
Grundstein für ÖBB-Zentrale gelegt
Campus in Wien-Favoriten

2012 fiel der Startschuss für den Rohbau des Campus’, Anfang 2016 plant die Erste Bank mit dem Einzug zu beginnen, so Christian Maeder, Projektleiter des Baus. Der 50 Meter hohe und insgesamt 165.000 Quadratmeter umfassende Bau wird alle Standorte der Bank ersetzen, nur jene am Graben und am Geiselberg werden fortgeführt. “Gesamtwirtschaftlich kommt das wesentlich günstiger”, erklärte Maeder. Neben wegfallenden Wegzeiten will man in dem neuen Gebäude vor allem an einheitlicher Kommunikation und gleichwertigen Arbeitsplätzen arbeiten. Ein Teil des Gebäudes wird weitervermietet, derzeit sei geplant, die Hälfte des Gürtelbaus an den Drittmarkt abzugeben. Nicht nur hier wird auf Nachhaltigkeit und Ökologie geachtet: Auch der Energiebedarf des Bahnhofgebäudes wird zu einem Fünftel aus der hauseigenen Geothermie und Fotovoltaik gedeckt.

Rohbau der ÖBB-Zentrale steht

Auch die Konzernleitung der ÖBB darf auf dem Prestigeprojekt Hauptbahnhof nicht fehlen: 23 Geschoße wird die ÖBB-Zentrale in die Höhe wachsen, neben der Holding werden sechs weitere Absatzgesellschaften der ÖBB wie Railcargo oder Postbus dort Platz finden. Auch der Rest des vom Architektenbüro Zechner & Zechner entworfenen Gebäudes ist schon verplant: Neben einer Polizeistation, einem Diagnosezentrum und den sozialen Diensten wird unter anderem auch eine Bankfiliale einziehen. Eventuell ist auch eine “Erlebniswelt Bahn” geplant, erzählte Andreas Kallischek, Gesamtleiter des Projekts. Im August 2014 sollen die ersten der insgesamt 1.700 ÖBB-Mitarbeiter umsiedeln.

Ausblick auf den Wiener Hauptbahnhof 

Steht man auf dem “bahnorama“, dominiert ein riesiger Erdhaufen den Blick: Dies ist der Aushub der Halle Nord, die in Zukunft die Verbindung zwischen U-Bahn und Bahnhof darstellen soll. 335 Meter oder fünfeinhalb Gehminuten werde man als durchschnittlicher Fußgänger dann brauchen. In Zukunft rechnet die ÖBB mit etwa 1.000 Zügen und 150.000 Passagieren pro Tag – das wäre in etwa das dreifache Aufkommen des Flughafens Wien-Schwechat, wie Gschnitzer vorrechnete. Doch der Aushub der Halle soll nicht ungenutzt bleiben: Eine Million Kubikmeter Material wird benötigt, um den bisher vorherrschenden Höhenunterschied zwischen den Gleissystemen von Ost- und Südbahnhof auszugleichen. Das ist notwendig, da der Hauptbahnhof nicht Kopf-, sondern Durchgangsbahnhof sein und drei transeuropäische Bahnkorridore miteinander verbinden wird.

Großbaustelle in Wien-Favoriten

Teils Baustelle, teils bereits fertig: Das Gesamtareal des neuen Hauptbahnhofs samt Stadtentwicklungsgebiet wird 109 Hektar betragen. 2019 soll alles fertig sein. “Das ist in etwa die Größe von Wien-Josefstadt”, erklärte Gschnitzer. 550.000 Quadratmeter beträgt das Areal des Büroteils, auch rund 5.000 Wohnungen werden im Stadterweiterungsgebiet rund um den neuen Hauptbahnhof geschaffen. Etwa 13.000 Menschen sollen hier als Mieter oder Eigentümer Platz finden. Im Vollbetrieb wird der Hauptbahnhof fünf Bahnsteige mit 12 Gleisen beherbergen – die Fertigstellung des Gebäudes ist für Dezember 2014 geplant, 2015 startet der Vollbetrieb.

Westbahnhof als Vorbild

Nicht nur die schnelle Anbindung soll hier Anreize schaffen, sondern auch die eine oder andere Shoppingmöglichkeit. Für das Handels- und Dienstleistungszentrum habe man sich am Wiener Westbahnhof orientiert und setzt auf einen Mix zwischen Textilanbietern (etwa 50 Prozent der Gesamtfläche von 20.000 Quadratmetern) und anderen Dienstleistern. 115 verschiedene Shops werde es geben, erklärte Kallischek. Mit einer Garage mit 630 Stellplätzen sowie 1.150 Fahrradplätzen soll die nicht-öffentliche Anfahrt gewährleistet sein. Das Einkaufszentrum soll noch vor dem Vollbetrieb des Bahnhofs eröffnen und bereits Ende 2014 starten. (APA)

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