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Kontakt auf Notwendigstes reduziert: Ärzte setzen auf Telefon und Telemedizin

Ärzte arbeiten zurzeit vermehrt über das Telefon.
Ärzte arbeiten zurzeit vermehrt über das Telefon. ©pixabay.com (Sujet)
Derzeit wird auch bei den niedergelassenen Ärzten der Kontakt mit den Patienten auf das Notwendigste reduziert. Es wird vermehrt "telefonisch", "elektronisch" bzw. "telemedizinisch" gearbeitet.
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Wiens niedergelassene Ärzte sind buchstäblich im Dienst. Sie werden aber zur Vermeidung nicht unbedingt notwendiger direkter Patientenkontakte vermehrt "telefonisch", "elektronisch" bzw. "telemedizinisch" arbeiten. Entsprechende Informationen hat die Wiener Ärztekammer auch in der Nacht auf Montag herausgegeben. Ähnlich dürften auch die anderen Landesärztekammern verfahren.

Patientenkontakte sollen auf das Notwendigste reduziert werden

"Patientenkontakte auf das Notwendigste reduzieren", heißt es in dem Schreiben. "Aus medizinischen Gründen ist zu raten, nicht dringend notwendige ärztliche Kontakte zu vermeiden und Untersuchungen, Behandlungen, etc., die nicht dringend oder zeitgebunden sind, nicht durchzuführen und Patienten abzusagen bzw. diese Termine zu verschieben", teilte die Ärztekammer mit. Ordinationen sollten von Patienten "nur nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden".

Natürlich wird die Betreuung von Patienten mit dringendem Bedarf voll aufrechterhalten. "Versorgen Sie: Notfall- und Akutpatienten", heißt es in dem Schreiben. Aber "Routine-, Kontroll-, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen sowie Untersuchungen von (gesunden; Anm.) Schwangeren" sollten vorläufig unterbleiben. Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sollten einstweilen verschoben werden. Impfungen können verabreicht werden.

Möglichst wenige Mitarbeiter der Arztpraxen sollten selbst Patientenkontakte haben. In Großpraxen sollte das parallele Arbeiten am besten vermieden werden.

Überweisung an Spitäler nur in dringenden Fällen

Überweisungen von Patienten an Spitäler sollten nur unter dringenden Bedingungen erfolgen. Bei Überweisungen an Ambulanzen sollte vorher sichergestellt werden, dass diese Einrichtungen geöffnet sind. Sonst werden in der nächsten Zukunft viele Arztkontakte im niedergelassenen Bereich per Telefon, Skype, E-Mail etc. ablaufen.

Neuigkeiten gibt es auch bei den Arzneimittelverschreibungen. Prinzipiell sollen Medikamente nur "im normalen Umfang" verschrieben werden. Pharmaindustrie, pharmazeutischer Großhandel sowie Apotheken haben in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass die Versorgung gesichert ist. Es gibt auch keine Medikamente, die man gegen eine SARS-CoV-2-Infektion selbst hamstern könnte, weil derzeit noch keine spezifisch wirksamen Therapien zugelassen sind. Für die üblichen Cholesterinsenker, Blutdruckmedikamente, Antidiabetika etc. besteht wegen des neuen Coronavirus kein erhöhter Bedarf.

Arbeit an elektronischen Rezepten auf Hochtouren

Die Ereignisse rund um Covid-19 beschleunigen offenbar auch den Umstieg auf das elektronische Rezept. "Sozialversicherung und Arztsoftwarehersteller arbeiten mit Hochdruck an einer kurzfristigen Lösung, dass elektronische Rezepte elektronisch von den niedergelassenen Ärztenan die Apotheke übermittelt werden können", teilte die Wiener Ärztekammer mit. Dies werde einerseits über die E-Medikation funktionieren, soll aber auch per E-Mail oder Fax an die Apotheke möglich werden. Das elektronische Rezept wird es wahrscheinlich ab 18. März geben. "Bis dahin können Sie ab Montag, 16. März 2020, nach telefonischem Kontakt mit dem Patienten ein Rezept per Fax oder E-Mail an die betreffende Apotheke schicken", teilte die WienerÄrztekammer den niedergelassenen Ärzten mit. Über den Zeitraum der Pandemie hinweg fällt laut Wiener Ärztekammer die Bewilligungspflicht für die meisten Arzneimittel (Chefarztpflicht).

Besondere Empfehlungen und Regelungen gibt es für Kassenärzte, die selbst zur Risikogruppe (über 60, chronische Grunderkrankungen etc.). Sie sollten am besten nur im telefonischen-/telemedizinischen Einsatz stehen. Und schließlich werden weiterhin Ärzte für die Mitarbeit beim Wiener Ärztefunkdienst gesucht. Auch dort kann teilweise im rein telemedizinischen Bereich gearbeitet werden.

 Patienten sollen nur mit Anmeldung in Ordination kommen

Die Ärztekammer empfiehlt angesichts der Corona-Krise allen Patienten, nicht dringend notwendige Besuche in Arzt-Ordinationen zu verschieben. Außerdem sollen Patienten nur mit Voranmeldung in die Praxen kommen.

Wenn der Arztbesuch aufgrund seiner Dringlichkeit nicht verschoben werden kann, sollen die Patienten möglichst pünktlich zum vereinbarten Termin kommen. Damit sollen Menschenansammlungen in den Ordinationen verhindert werden.

Krankheitsgefühl: Menschen sollen zuhause bleiben

In einem Brief an alle Ärztinnen und Ärzte ruft Szekeres alle Kollegen auf, sich vor Ansteckung zu schützen. "Bleiben Sie zu Hause, wenn sie sich krank fühlen. Bleiben Sie zu Hause, wenn sie Risikofaktoren haben", verweist der Präsident auf die Schlüsselposition, die die Ärztinnen und Ärzte bei der Bekämpfung des Corona-Virus haben.

Scharfe Kritik der Kärntner Ärztekammerpräsidentin

Scharfe Kritik am Krisenmanagement rund um das Coronavirus kommt von der Kärntner Ärztekammer. Präsidentin Petra Preiss erklärte am Montag gegenüber der APA, den Medizinern in den Praxen würde es an Schutzkleidung fehlen. "Jetzt werden pro Ordination drei Schutzmasken ausgeliefert, das ist viel zu wenig", sagte Preiss.

Die Ärzte würden extremem Arbeitsdruck ausgesetzt und hätten große Probleme, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Es würden zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. "So werden Rezepte teils an die Apotheken gefaxt, gemailt oder via SMS versendet, um keine Risiken einzugehen." Auch die Verschreibung von Medikamenten auf Vorrat, also für mehr als einen Monat, sei derzeit möglich, um die Besuchsfrequenzen zu senken.

"Aber dass die niedergelassenen Ärzte Schutzkleidung und Masken selbst bevorraten, wäre unzumutbar", so Preiss. Auch ein Aushelfen der Spitäler komme nicht in Frage, die Vorräte würden dort dringend gebraucht, denn derzeit sei es unmöglich, Nachschub zu bekommen.

>>> Weitere Informationen rund um das Coronavirus erhalten Sie hier.

(APA/Red)

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