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KMU bauten während der Corona-Krise 10 Prozent ihrer Mitarbeiter ab

Rund ein Drittel der Brafragten konnte nicht sagen, ob es ihr Unternehmen zu Weihnachten noch geben wird.
Rund ein Drittel der Brafragten konnte nicht sagen, ob es ihr Unternehmen zu Weihnachten noch geben wird. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Kleine und mittlere Unternehmen mussten in der Coronakrise im Schnitt zehn Prozent ihrer Mitarbeiter entlassen. Die Firmen erwarten heuer im Schnitt Einnahmeausfälle von über einem Drittel.

Die Coronakrise hat den Arbeitsmarkt hart getroffen. Heimische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) haben im Juni im Schnitt 10 Prozent weniger Personal beschäftigt als vor einem Jahr, ergab eine Befragung unter rund 500 Unternehmen unterschiedlicher Branchen. Von den verbleibenden Mitarbeitern waren zum Zeitpunkt der Befragung etwa ein Drittel in Kurzarbeit.

Für das Gesamtjahr 2020 gehen die befragten Unternehmen von Einnahmenausfällen im Ausmaß von über einem Drittel (38,8 Prozent) aus. Bei der ersten Umfrage der freien Wirtschaftsverbände - darunter die Österreichische Hoteliervereinigung, der Handelsverband, der Gewerbeverein, der Senat der Wirtschaft sowie das Forum EPU - im Mai lag der coronabedingte Umsatzrückgang noch bei 498.000 Euro. Trotz Lockerung der Maßnahmen zeigten sich die Unternehmen nun noch pessimistischer und gehen von einem Rückgang von im Schnitt 635.000 Euro aus.

800 Unternehmen in Österreich befragt

In Summe wurden für die Untersuchung knapp über 800 Unternehmen befragt, wobei rund 300 davon Ein-Personen-Unternehmen (EPU) waren. Unter den EPU ist der erwartete Umsatzrückgang besonders dramatisch: sie gehen heuer von einem Umsatzrückgang von fast 45 Prozent aus. Im Handel sind es 37 Prozent.

Mit den Umsätzen hat auch die Investitionsbereitschaft der Firmen abgenommen. Wurde das Ausmaß der Investitionsrückgänge bei der ersten Umfrage vom Mai noch mit 354.000 Euro je Betrieb angegeben, so lagen sie im Juni bei im Schnitt 460.000 Euro.

4 von 10 Unternehmer vor dem Bankrott

Besser als noch vor einem Monat bewerten die Unternehmen die Bemühungen der Bundesregierung, den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie entgegenzutreten. Kritisierten bei der ersten Befragungswelle 67 Prozent der Betriebe die Maßnahmen als praxisfremd, wird die neue degressive Abschreibung (AfA) von 40 Prozent der Unternehmen begrüßt und die Investitionsprämie von 35 Prozent.

"4 von 10 Unternehmer befürchten, dass es ihr Unternehmen zu Weihnachten nicht mehr gibt - auf gut Wienerisch 'eine schöne Bescherung'", so die freien Wirtschaftsverbände. Die Interessenvertreter forderten erneut ein Vorziehen der Steuerreform und die Zuführung von Eigenkapital.

(APA/red)

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