Kiss me, Kate wird wieder in der Wiener Volksoper gezeigt

Mit "Kiss me, Kate" wird ein buntes Musical in der Wiener Volksoper gezeigt.
Mit "Kiss me, Kate" wird ein buntes Musical in der Wiener Volksoper gezeigt. ©APA
Locker leicht, vergnüglich und vor allem bunt gestaltet sich das Musical "Kiss me, Kate" in der Wiener Volksoper.1956 feiertes es dort Premiere, 2012 wurde es wieder ins Programm aufgenommen. Knapp drei Stunden dauert die flotte Inszenierung, die sich Anleihen bei Shakespeare holt. In den Hauptrollen spielen Andreas Lichtenberger (als Fred Graham bzw. Petruchio) und Franziska Becker (Lilli Vanessi bzw. Kate).
So bunt ist das Musical

Und wieder einmal kommt man im Theater nicht an Shakespeare vorbei: Eigentlich plant die Truppe um Fred Graham schlicht die Aufführung von “Der Widerspenstigen Zähmung”. Doch der Stoff des Klassikers, in dem sich Kate als männerfeindliche Tochter von Baptista (Sandor Nemeth) weigert, einen Mann zu heiraten und so ihren Vater und ihre jüngere Schwester in Verzweiflung stürzt, erhält tückische Aktualität. Denn Kate und ihr zukünftiger Gemahl sollen vom geschiedenen Ehepaar Fred und Lilli Vanessi verkörpert werden. Bald fliegen daher nicht nur streng nach Shakespeare, sondern auch hinter der Bühne die Fetzen. Als auch noch die junge hübsche Bianca (Johanna Arrouas), auf die Fred ein Auge geworfen hat und ihr spielsüchtiger Freund Bill (Robin Poell) auftreten, ist das Chaos perfekt.

Musical zeigt ein Stück im Stück

Das Wechselspiel zwischen vor und hinter der Bühne wird in der Volksoper konsequent durchgezogen: Ungewöhnlich unkonventionell, steigt der Zuseher direkt in das Stück ein, noch vor offiziellem Beginn der Premiere ist der Vorhang bereits oben, man kann dem Ensemble beim Stretching und den letzten Vorbereitungen für Shakespeare zusehen. Der Regisseur kommt direkt aus dem Publikum, das Licht geht nur nach und nach aus und auch abgegangen wird nicht immer zur Seite, sondern häufig frontal durch die Menge.

Kiss me, Kate: Ein buntes Musical

Befindet sich das Geschehen gerade hinter der Bühne, ist die vorherrschende Tendenz bei den Kostümen ziemlich 1980er, alles in knalleng und neonfarben. Ist die “Zähmung” im Gange, sind es bunte Mittelalterkostüme. Das Verwirrspiel auf und hinter der Bühne löst man in der Volksoper aber nicht nur mit schnellen Kostümwechseln, auch eine Drehbühne hilft, zwischen der simpel gehaltenen Shakespeare-Kulisse und dem Backstage-Garderobenraum zu unterscheiden. Das funktioniert bestens und ergibt zusammen mit Porters Klassikern wie “Aber treu bin ich nur dir”, “Schlag nach bei Shakespeare” oder “Tom, Dick und Harry” und einem sehr souveränen Orchester unter der Leitung von Lorenz Aichner einen vergnüglichen, runden Abend.

Weitere Vorstellungen von “Kiss me, Kate” gibt es am 30. Oktober, 9., 11., 18., 26. November, 1., 2., 4., 17., 22. Dezember, 23., 26., 30., Jänner 2013, 2. Februar 2013. (APA)

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