Italien führt Testpflicht für Einreisende ein: Kritik von der EU

Italien-Reisende brauchen ab sofort einen Corona-Test bei der Einreise.
Italien-Reisende brauchen ab sofort einen Corona-Test bei der Einreise. ©APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Italien führt eine Testpflicht für Einreisende aus anderen EU-Ländern ein. Ungeimpfte müssen zusätzlich fünf Tage in Quarantäne. Erforderlich ist auch ein digitales Einreiseformular.

Italien hat mit den steigenden Fällen der Omikron-Variante die Corona-Testpflicht für Einreisende aus anderen EU-Ländern eingeführt. Wer nach Italien komme, müsse vor der Abreise aus dem Herkunftsland einen negativen Test auf das Virus gemacht haben, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mit. Minister Roberto Speranza habe dazu eine Anordnung unterzeichnet. Ungeimpfte müssten zusätzlich zu einem Test fünf Tage in Quarantäne.

Auch Einreiseformular für Italien-Reise erforderlich

Bislang galt für die Einreise der sogenannte Grüne Pass, also entweder ein negativer Test, ein Impf- oder Genesungsnachweis. Erforderlich ist auch ein ausgefülltes digitales Einreiseformular.

Zudem seien die Maßnahmen für Einreisende außerhalb der EU verlängert worden, erklärte das Ministerium weiter. Dort galten bereits Quarantäneregeln für Menschen, die sich zwei Wochen vor ihrer Einreise nach Italien in Drittstaaten aufgehalten hatten. Verlängert wurde auch die Einreisesperre für bestimmte Länder im südlichen Afrika, die die Regierung im Zuge sich verbreitenden Omikron-Variante verhängt hatte. Die neuen Regeln gelten laut Gesundheitsministerium ab dem 16. Dezember bis zum 31. Jänner.

EU kritisiert Italien wegen Testpflicht für Reisende

Die EU-Kommission kritisiert Italiens Beschluss. "Wenn die Mitgliedstaaten zusätzliche Bedingungen einführen oder die Vorschriften verschärfen, wie im Fall Italiens, muss diese Entscheidung auf der Grundlage der tatsächlichen Situation gerechtfertigt werden", sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova.

"Ich gehe davon aus, dass Italiens Entscheidung am Donnerstag im Europäischen Rat diskutiert wird, denn diese Einzelentscheidungen der Staaten untergraben das Vertrauen der Menschen, dass die Bedingungen überall in der EU gleich sind", so Jourova. Sie wies darauf hin, dass die von der EU-Kommission eingeführte Verordnung über den Grünen Pass vorsieht, dass EU-Bürger ohne Einschränkungen in der gesamten EU reisen dürfen, wenn sie geimpft sind, einen negativen Test haben oder eine Bescheinigung über ihre Covid-Genesung vorlegen können.

Grüner Pass "nicht tot"

Der Grüne Pass sei in seiner jetzigen Form "nicht tot" und "eines der erfolgreichsten Projekte der EU in den letzten Jahren, weil er den Menschen hilft, zu reisen, dem Tourismus hilft, zu überleben, und den Dienstleistungen hilft, sich weiterzuentwickeln", betonte Jourova. Sie wies darauf hin, dass die Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben, zusätzliche Anforderungen für den Grünen Pass einzuführen, aber sie hoffe, dass solche Entscheidungen "das Zertifikat nicht töten".

(APA/Red)

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