Intensivstationen in Oberösterreich: 98 von 122 Patienten nicht geimpft

Auf der Normalstation sind knapp 60 Prozent nicht vollständig immunisiert.
Auf der Normalstation sind knapp 60 Prozent nicht vollständig immunisiert. ©APA
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer rief die Bevölkerung im Bundesland noch einmal auf, sich impfen zu lassen. Auf den Intensivstationen liegen indes gut 80 Prozent ungeimpfte Patienten.

Die dramatische Lage in den oberösterreichischen Spitälern, aber auch in den Altersheimen, hat die Politik zuletzt merkbar stärker auf den Plan gerufen: Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) appellierte am Dienstag, sich aus Solidarität mit dem überlasteten Spitalspersonal impfen zu lassen.

Gut 80 Prozent der Intensivpatienten nicht geimpft

In Oberösterreich lagen am Dienstag 122 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen - 98 (80,3 Prozent) davon nicht vollständig immunisiert. Auf den Normalstationen waren es 572 Patienten, von denen 342 (59,8 Prozent) nicht vollständig immunisiert sind. In den Altersheimen sind aktuell 174 Bewohner und 309 Mitarbeiterinnen in 98 Einrichtungen Corona-positiv. Die Stadt Linz hat aufgrund eines Clusters von 37 Infizierten ein Seniorenzentrum geschlossen. Besuche - außer bei Palliativpatientinnen und -patienten - sind verboten.

Die Erhöhung von Stufe 3a, die 127 Intensivbetten und 600 Normalbetten für Coronafälle vorsieht, auf Stufe 4 (157 Intensivbetten und 750 Normalbetten) sei in Vorbereitung, hieß es beim Krisenstab. Eine Verlegung von Patienten in andere Bundesländer erfolge derzeit aber nicht. Von Triage wollte man zunächst nicht sprechen, aber es müssen zahlreiche Operationen verschoben werden, "und auch das ist eine Art von Triage", wie der Ärztlicher Direktor des Linzer Kepler Uniklinikums, Karl-Heinz Stadlbauer, am Rande eines Corona-Symposiums am Dienstag in Linz sagte.

Weg zur Impfung auch im Lockdown möglich

"Denken Sie an alle Mitmenschen, die gerade auf der Intensivstation liegen, denken Sie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Spitälern, die bis zur Erschöpfung um Leben kämpfen. Denken Sie an all jene, die jetzt auf eine wichtige Operation warten. Denken Sie solidarisch und handeln Sie solidarisch", redete Stelzer den Oberösterreichern ins Gewissen. "Gehen Sie bitte zur Impfung und helfen Sie mit, Leben zu retten - Jetzt!."

Stelzer betonte, dass der Weg zur Impfung selbstverständlich auch im Lockdown möglich und von den bestehenden Ausgangsbeschränkungen ausgenommen sei. Auch die anmeldefreien Pop-Up-Impfungen in Einkaufszentren werden - trotz der Schließung der meisten Geschäfte dort - fortgesetzt. Zudem würden bis Ende Dezember mehr als 17.000 freie Termine an den Impfstraßen für eine Buchung zur Verfügung stehen.

NEOS fordern fixen Impftermin

Die SPÖ warnte, dass bereits 37 Prozent der 333 mobilisierbaren Betten belegt seien, was ein sehr hohes Systemrisiko bedeute. NEOS forderte einmal mehr einen Brief mit fixem Impftermin an alle infrage kommenden Oberösterreicher. Bei der Stellung funktioniere das schließlich auch.

(APA/red)

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