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Inflation im April auf 1,5 Prozent gesunken

Wohnen war der stärkste Preistreiber.
Wohnen war der stärkste Preistreiber. ©pixabay.com (Sujet)
Im April ist die Inflation in Österreich auf 1,5 Prozent gesunken. Der stärkste Preistreiber waren die Wohnkosten.

Die Inflation in Österreich ist im April auf 1,5 Prozent gesunken, teile die Statistik Austria am Mittwoch zu ihren monatlichen Berechnungen des Verbraucherpreisindexes (VPI) mit. Im Vormonat lag sie noch bei 1,6 Prozent im Jahresabstand. Im Vergleich zum Vormonat blieben die Preise im April unverändert. Wegen der Coronaviruskrise musste die Berechnung adaptiert werden.

Wohnkosten waren die massivsten Preistreiber

Der massivste Preistreiber waren die Wohnkosten - ohne Wohnen hätte die Inflation nur 1 Prozent betragen. Auch Nahrungsmittel verteuerten sich spürbar. Dämpfend auf die Preise wirkte hingegen der Preisrutsch bei Treibstoffen und Heizöl.

APA

Die umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von Covid-19 hätten sich auch auf die Berechnung der April-Inflationsrate ausgewirkt, so die Statistik Austria. Ein Teil der Preise habe nicht wie gewohnt erhoben werden können und sei daher ersetzt bzw. fortgeschrieben worden. Es kamen unterschiedliche Methoden und Ansätze zur Anwendung, um die Erhebungsausfälle zu kompensieren bzw. um ihren Einfluss auf die Inflationsrate zu begrenzen.

Neuberechnung wegen Corona

Die umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von Covid-19 hätten sich auch auf die Berechnung der April-Inflationsrate ausgewirkt, erklärte die Statistik Austria. Ein Teil der Preise habe nicht wie gewohnt erhoben werden können und sei daher ersetzt bzw. fortgeschrieben worden. Es kamen also unterschiedliche Methoden und Ansätze zur Anwendung, um die Erhebungsausfälle zu kompensieren bzw. um ihren Einfluss auf die Inflationsrate zu begrenzen.

Der massivste Preistreiber waren heuer im April die Wohnkosten - ohne Wohnen hätte die Inflation im Jahresabstand nur 1 Prozent betragen. Dämpfend auf die Teuerung wirkte hingegen der Preisrutsch bei Treibstoffen und Heizöl.

Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Wohnung, Wasser, Energie im Schnitt um 2,3 Prozent. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit 0,46 Prozentpunkten. Die Instandhaltung von Wohnungen kostete um 3,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr (Einfluss: 0,19 Prozentpunkte). Mieten erhöhten sich im Schnitt um 3,2 Prozent (Einfluss: 0,16 Prozentpunkte).

Haushaltsenergie blieb beinahe preisstabil

Mit einer Teuerung von 0,5 Prozent erwies sich die Haushaltsenergie im Schnitt als beinahe preisstabil (Einfluss: 0,02 Prozentpunkte): die um 7 Prozent höheren Strompreise (Einfluss: 0,14 Prozentpunkte) wurden durch um 23,6 Prozent niedrigere Heizölpreise (0,13 Prozentpunkte) kompensiert. Feste Brennstoffe verteuerten sich um 2,5 Prozent, Fernwärme um 0,8 Prozent. Gas verbilligte sich um 0,9 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zogen um 2,6 Prozent spürbar an (Einfluss: 0,29 Prozentpunkte). Nahrungsmittel allein kosteten um 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (Einfluss: 0,27 Prozentpunkte). Insbesondere die Fleischpreise erhöhten sich mit 5,8 Prozent deutlich (Einfluss: 0,14 Prozentpunkte). Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse legten im April um 2,4 Prozent zu, jene für Milch, Käse und Eier um 1,9 Prozent. Fisch kostete im April um 6,7 Prozent mehr als ein Jahr davor. Obst verteuerte sich um 2,2 Prozent, Gemüse hingegen wurde um 1,5 Prozent billiger. Für alkoholfreie Getränke war um 1,4 Prozent mehr zu bezahlen.

Verkehrspreise durchschnittlich um 1,6 Prozent gesunken

Die Verkehrspreise sanken im Schnitt um 1,6 Prozent (Einfluss: 0,22 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren laut Statistik Austria die Treibstoffpreise, die sich um 14,7 Prozent verringerten (Einfluss: 0,47 Prozentpunkte). Im März waren sie noch um 8,5 Prozent zurückgegangen (Einfluss: 0,27 Prozentpunkte).

Der tägliche Einkauf (Mikrowarenkorb), der neben Nahrungsmitteln auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus umfasst, verteuerte sich im Jahresabstand um 3,2 Prozent, nach einem Anstieg von 2,4 Prozent im März. Der wöchentliche Einkauf (Miniwarenkorb), der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verbilligte sich im Jahresabstand um 1,1 Prozent, nach einem Rückgang von 0,3 Prozent im Vormonat.

Coronabedingt waren laut Statistik Austria rund 14,8 Prozent der Waren und Dienstleistungen des Mikrowarenkorbes und etwa 18,2 Prozent des Miniwarenkorbes mehrheitlich oder vollständig von Erhebungsausfällen betroffen und mussten fortgeschrieben werden.

Eurozonen-Vergleich: Inflationsrate betrug 1,5 Prozent

Die für Eurozonen-Vergleiche ermittelte Harmonisierte Inflationsrate (HVPI) betrug im April 1,5 Prozent (nach 1,6 Prozent im März) und war damit gleich hoch wie der VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI hätten in einzelnen Ausgabengruppen zu unterschiedlichen Veränderungsraten und Einflüssen geführt, die sich jedoch insgesamt ausgeglichen hätten, so die Statistiker.

Die Coronavirus-Pandemie machte der Statistik Austria im April jedenfalls einen gehörigen Strich durch die traditionelle Inflationsrechnung - ab Mitte März kam es zu einem Shutdown des öffentlichen Lebens und zu einer massiv eingeschränkten Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen.

Insgesamt seien im April, gemessen an ihrer Gewichtung, etwa 26 Prozent der zu erhebenden Preise für Waren und Dienstleistungen von nicht zu ersetzenden Erhebungsausfällen betroffen gewesen und hätten unter Verwendung international gängiger und EU-weit abgestimmter Methoden fortgeschrieben werden müssen, berichtete die Statistik Austria.

Für Berechnung wurden Scannerdaten verwendet

Für die entsprechend angepasste April-Berechnung des österreichischen VPI verwendeten die Statistiker Scannerdaten (für Lebensmittel, Getränke und Drogeriewaren); sie erweiterten die Online-Preiserhebung (etwa für Bekleidung) und führten eine Fortschreibung mit der Gesamtinflationsrate (bei hauptsächlich oder vollständig ausgefallenen Waren und Dienstleistungen wie Friseur und Restaurants) sowie eine Fortschreibung mit saisonalem Muster (bei saisonalen Dienstleistungen, beispielsweise Flügen, Reisen und Beherbergung) durch.

(APA/Red)

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