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Impfstoff kann nicht ausgesucht werden

Die freie Auswahl des Corona-Impfstoffs ist in Wien nicht möglich.
Die freie Auswahl des Corona-Impfstoffs ist in Wien nicht möglich. ©APA/DPA/JULIAN STRATENSCHULTE
Es besteht keine Verpflichtung, sich mit dem Wirkstoff von AstraZeneca impfen zu lassen. Aussuchen kann man sich den Impfstoff aber auch bei späteren Terminen nicht.
Impfstart für Lehrer und Kingergartenpädagogen
Impf-Nebenwirkungen bei AstraZeneca
Vorbehalte gegen AstraZeneca-Impfstoff

In Wien wird nun mit der Corona-Impfung der Lehrer und Kindergartenpädagogen gestartet. Dafür wird hauptsächlich der Wirkstoff von AstraZeneca herangezogen. Im Zuge der Debatte um diesen Wirkstoff, stellt sich die Frage: Muss ich mich damit impfen lassen? "Nein", antwortete ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Aber: Auch wenn man deswegen vorerst auf die Impfung verzichtet - aussuchen kann man sich den Impfstoff aber auch bei späteren Terminen nicht.

"Keine Garantie" auf Impfstoff anderer Produzenten

Denn auch dann würde es "keine Garantie" auf einen Impfstoff eines anderen Produzenten geben, sagte der Sprecher auf eine entsprechende APA-Nachfrage am Dienstag. Im Moment würde beim Impfen gemäß der Priorisierungsgruppen vorgegangen. Bisher wurden Bewohnerinnen und Bewohner bzw. das Personal von Alten- und Pflegewohnheimen, Gesundheitspersonal, Ärzte, Seniorinnen und Senioren über 80 Jahre, Personen der Hochrisikogruppe oder mit Behinderungen sowie von Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen in hochexponierten Bereichen (zum Beispiel Covid-19-Labore) geimpft. Hier kam vor allem das Vakzin von Biontech/Pfizer zum Einsatz.

Mit dieser Woche startet nun die Immunisierung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schultypen, Hortpädagoginnen und -pädagogen sowie dem Kindergartenpersonal. Inkludiert sind dabei alle Berufsgruppen, die in Schulen oder Kindergärten arbeiten - also zum Beispiel auch Verwaltungspersonal, Schulwarte oder Hausarbeiter. Sollten die Impfadressaten nicht der Hochrisikogruppe angehören bzw. unter 65 Jahre alt sein, wird ihnen der AstraZeneca-Impfstoff verabreicht.

Keine freie Auswahl des Wirkstoffs "in Zeiten des Mangels"

"Man kann sich den Impfstoff nicht aussuchen, das ist in Zeiten des Mangels nicht möglich. Dadurch würde das Impftempo verringert", sagte der Sprecher des Stadtrats. Will sich jemand nicht mit dem AstraZeneca-Vakzin impfen lassen, steht es der Person frei, dies nicht zu tun. Man fällt allerdings damit aus der jeweiligen Priorisierungsgruppe, die aktuell vor der breiten Masse geimpft wird. In so einem Fall müsste man sich erneut auf der Vormerkplattform für einen späteren Impftermin registrieren.

Doch hier warnte der Sprecher: "Es ist noch nicht voraussagbar, wann soviel Impfstoff vorhanden ist, so dass man es sich aussuchen kann. Wer auf eine Impfung verzichtet, weil er/sie kein AstraZeneca will, kann sich natürlich wieder vormerken lassen. Bei der nächsten Möglichkeit sich impfen zu lassen, hat man aber wieder keine Möglichkeit sich den Impfstoff auszusuchen. Bis man dann den vermeintlich Richtigen erhält, kann es also ziemlich lange dauern."

Falschinformation über Impfung von Personal an Hochschulen

Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Impfstart des Lehr- und Kindergartenpersonals dementierte das Rathaus via Aussendung die kursierende Information, wonach auch das Bildungspersonal an Wiener Hochschulen geimpft werde. Das sei "ausnahmslos falsch".

Als Reaktion auf das Gerücht regierte die Stadt außerdem mit einer neuen Priorisierungsgruppe auf der Vormerkplattform. Lehrende und Beschäftigte an Wiener Hochschulen können sich nun in einer eigenen Kategorie "SchülerInnen, Studierende und Universitätspersonal" registrieren lassen und würden nun auch in der Online-Vormerkung gesondert berücksichtigt, hieß es.

In der Aussendung findet sich auch noch ein wichtiger Hinweis für das impfbereite Bildungspersonal: Beim Impftermin muss an Ort und Stelle eine Beschäftigung an einer Wiener Schule, einem Wiener Kindergarten oder einem Wiener Hort nachgewiesen werden. Dazu reiche "eine formlose Bestätigung durch den jeweiligen Arbeitgeber". Personen, die das nicht nachweisen können bzw. an einer Wiener Hochschule beschäftigt sind, könnten in den kommenden Wochen im Rahmen dieser spezifischen Impfaktion nicht geimpft werden, wurde in der Aussendung gewarnt.

Keine Zahlen zu AstraZeneca-"Verweigerern"

Dass es noch lange kein Aussuchen des Impfstoffs geben wird, hieß es am Dienstag auf Nachfrage auch aus dem Gesundheitsministerium. Für jede Person, die einen Impfstoff, biespielsweise von AstraZeneca ablehnt, gibt es ausreichend andere, die froh über diesen sind und ihn gerne annehmen würden.

Dennoch wird empfohlen, die Impftermine wahrzunehmen - ungeachtet des Impfstoffes. Jeder davon sei wirksam und sicher sowie ein individueller Schutz vor einem schweren Erkrankungsverlauf oder sogar einem tödlichen Verlauf.

Zahlen, wie viele Menschen bisher die Impfung mit AstraZeneca verweigert haben, liegen offenbar nicht vor. "Aktuell hören wir aus den Bundesländern, dass der Impfstoff von AstraZeneca gut angenommen wird. Die Bundesländer haben bereits mehr Impfdosen eingeplant als bereits geliefert wurden", hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

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(APA/Red)

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