Impfskeptiker lassen sich auch bei erhöhtem Risiko für schweren Verlauf nicht überzeugen

Impfskeptiker lassen sich selten überzeugen - auch bei einem eigenen erhöhten Gefährdungsrisiko.
Impfskeptiker lassen sich selten überzeugen - auch bei einem eigenen erhöhten Gefährdungsrisiko. ©APA (Sujet)
Impfskeptiker lassen sich, selbst wenn das eigene Risiko für einen schweren Coronavirus-Verlauf erhöht ist, nur selten impfen, zeigen Daten des Austrian Corona Panel der Universität Wien.

Gleichzeitig deuten die Ergebnisse dieser Befragung auch darauf hin, dass jene, die bereits zu Beginn der Impfkampagne im Jänner einer Immunisierung kritisch gegenüberstanden, sich auch im Verlauf derselben bisher nicht von der Coronavirus-Impfung überzeugen ließen.

Umfrage-Ergebnisse zu Coronavirus-Impfbereitschaft

Die Wissenschafter des Austrian Corona Panel Projects führen regelmäßig seit März des Vorjahres Befragungen mit den jeweils gleichen rund 1.500 Teilnehmern durch. Der Fragebogen enthält dabei einen Kern von Fragen, die in jeder Befragungswelle (von Ende März bis Juli 2020 wöchentlich, ab August dann monatlich) vorgelegt werden, und wechselnde Module. So sollen Trends verfolgt werden können.

In ihrer jüngsten Untersuchung analysierten die Forscher unter anderem, ob die Impfbereitschaft der Teilnehmer auch tatsächlich mit der Inanspruchnahme der Impfung korreliert. Das tut sie: Im April gaben 22 Prozent der Befragten an, mindestens eine Teilimpfung erhalten zu haben. Unter denjenigen, die bei der Befragungswelle im Jänner eine sehr hohe Impfbereitschaft ("Trifft voll und ganz zu" zur Aussage "Lasse mich ehestmöglich impfen") angegeben hatten, betrug die Impfquote 41 Prozent. Bei den absoluten Impfskeptikern ("Trifft gar nicht zu" ) waren es dagegen nur fünf Prozent.

Impfskeptiker unbeeindruckt von objektiv stark erhöhtem Gefährdungsrisiko

Auch Angehörige von Risikogruppen wie Ältere oder Vorerkrankte ließen sich von ihrer Impfskepsis nicht abbringen. Aufgrund der Priorisierungen in allen Bundesländern hätten zum Befragungszeitpunkt im April besonders ältere Menschen und jene mit relevanten Vorerkrankungen unter den bereits Geimpften überrepräsentiert sein müssen. "Das ist auch der Fall - allerdings nur in der Gruppe der Impfbereiten", schreiben die Wissenschafter.

Dementsprechend steigt bei den Impfbereiten ("Trifft voll und ganz zu" oder "Trifft eher zu") mit zunehmendem Alter auch die Impfquote: Impfbereite 16- bis 29-Jährige waren zu 13 Prozent geimpft, bei Personen ab 50 stieg die Quote auf 49 Prozent. Bei den Impfskeptikern ("Trifft eher nicht zu" bzw. "Trifft gar nicht zu") gab es dagegen kein Altersgefälle. Impfskeptische 16- bis 29-Jährige kamen auf eine Impfquote von zehn Prozent, Befragte ab 50 Jahren sogar nur auf fünf Prozent. "Anders gesagt: Selbst das objektiv stark erhöhte Gefährdungsrisiko für ältere Menschen überwindet die Impfskepsis nicht", so die Forscher.

Die Ergebnisse weisen auch darauf hin, dass seit Beginn der Impfkampagne im Jänner Skeptiker kaum von der Impfung überzeugt werden konnten. Wer damals schon skeptisch war, ließ sich auch tatsächlich nicht immunisieren. "Das derzeitige systematische Angebot alleine löst bei Personen mit niedriger Impfbereitschaft also keine zusätzliche Nachfrage aus", formulieren es die Forscher.

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(APA/Red.)

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