Hochwasser in Tirol: Kufstein besonders stark betroffen

Heftige Unwetter: Tirols Einsatzkräfte gefordert, besonders in Kufstein.
Heftige Unwetter: Tirols Einsatzkräfte gefordert, besonders in Kufstein. ©APA/zeitungsfoto.at/Daniel Liebl
In Tirol hat der starke Regen am Sonntag die Einsatzkräfte weiterhin stark gefordert. Murenabgänge, überflutete Keller und Tiefgaragen waren die Folge der heftigen Unwetter. Besonders betroffen war die Stadt Kufstein, der dortige Zivilschutzalarm wurde aber in der Früh aufgehoben, berichtete das Land.
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Die Menschen sollen aber trotzdem nicht in die Innenstadt kommen, sagte Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel der APA.

Heftige Niederschläge in Tirol: Murenabgänge und Überflutungen

In den besonders betroffenen Gebieten im Unterland haben die Niederschlagsmengen von 70 bis 120 Millimeter mit Spitzen bis zu 170 Millimeter zu einer Hochwasserentwicklung mit Scheiteln über denen eines 30-jährlichen Hochwassers geführt. Eine Entspannung ist laut ZAMG erst Sonntagnachmittag zu erwarten, für den Sonntag wurden weitere Regenmengen von bis zu 40 Millimeter prognostiziert. Die Bevölkerung ist daher weiter aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Innenstadt in Kufstein unter Wasser

"Die Innenstadt steht in einer Form unter Wasser, wie wir es noch nie erlebt haben", berichtete Krumschnabel aus Kufstein. An Aufräumarbeiten sei noch nicht zu denken. Die Feuerwehren seien damit beschäftigt, die Bäche auszupumpen und Verklausungen zu beseitigen. Vor allem die Innenstadt war stark betroffen - Straßen, Keller und Garagen standen unter Wasser. Ein Katastrophenzug war im Einsatz.

Ort Kelchsau nach Murenabgang abgeschnitten

Der Ort Kelchsau (Bezirk Kitzbühel) war in der Früh zudem wegen einer Mure abgeschnitten. Gegen Mitternacht wurde die Kelchsauer Landesstraße zum Teil von der Kelchsauer Ache weggerissen und ist seitdem nicht mehr passierbar. Mehrere Bäche waren übergetreten. Seit 01.00 Uhr kann auch der zweite Weg nach Kelchsau wegen einer unterspülten Brücke nicht mehr befahren werden. Weil in dem Ort am Abend ein Fest stattfand, waren somit rund 80 Menschen, die nicht in der Kelchsau wohnen, eingeschlossen. Im Laufe des Vormittages konnten sie aus der Ortschaft gebracht werden, berichtete die Polizei.

In Söll mussten 16 Personen im Bereich Ried aus Vorsicht evakuiert werden, da der Bereich von einem Hangrutsch bedroht ist, informierte das Land Tirol. Die Personen befinden sich derzeit in einem Hotel und werden durch die Rettung versorgt, da die Gebäude nach wie vor nicht betreten werden können.

Bahnunterführung und Campingplatz überflutet

Auch die Brixentaler Bundesstraße in Westendorf (Bezirk Kitzbühel) wurde überflutet, betroffen war die Bahnunterführung. Ein Bach trat über die Ufer, woraufhin Wasser und Schlamm über eine Wiese zur Bundesstraße flossen. Diese war während der Nacht einige Stunden gesperrt. In Itter (Bezirk Kitzbühel) kam es ebenfalls zu einer Überflutung - der Grünholzbach trat über die Böschung. Aufgrund des hohen Wasserstandes der Brixentaler Ache in Itter wurde der südliche Teil des Campingplatzes im Ort evakuiert und gesperrt. Ebenso evakuiert wurde ein Campingplatz in Maurach am Achensee (Bezirk Schwaz). Gegen 02.00 Uhr ereignete sich ein Murenabgang auf die Achensee Bundesstraße. Diese wurde anschließend gesperrt.

Kufstein von heftigem Regen besonders stark betroffen

Die Leitstelle Tirol verzeichnete von Samstagabend bis Sonntagfrüh in Kufstein 194 und im Bezirk Kitzbühel 97 Feuerwehreinsätze. Alleine in der Bezirkshauptstadt mussten die Feuerwehren bis 24.00 Uhr rund 100 Mal ausrücken. Wasser gelangte in die Innenstadt, weil Zulaufbäche des Inn über die Ufer traten. Laut Landesfeuerwehrinspektion wurden zwei Katastrophenzüge angefordert, Hilfe komme zudem aus Bayern.

Aufgrund von Vermurungs-Gefahr wurde Samstagabend die Felbertauernstraße zwischen der Mautstelle und Hinterburg gesperrt. Die Dauer der Sperre ist derzeit unbekannt. Nicht befahrbar sind außerdem die Seefelder Straße (B 177), die Eibergbundesstraße (B 173) und die Gerlosstraße in Richtung Gerlospass (B 165). Einige Zugverbindungen im Tiroler Unterland - wie jene ins Brixental - sind laut ÖBB aufgrund der Witterung unterbrochen. Fahrgäste sollen sich vor Fahrtantritt jedenfalls informieren.

"Glücklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen. Die Aufräumarbeiten werden in den Morgenstunden starten, je nachdem wie die Lage sich entwickelt", sagten Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Sie bedankten sich bei den Einsatzorganisationen für ihr schnelles Handeln.

(APA/Red)

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