Helfende Politiker riskieren viel

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Von Johannes Huber: Getreu dem FPÖ-Motto „Unser Geld für unsere Leut‘“ überreichte Parteikandidatin Ursula Stenzel am Mittwoch nicht der Flüchtlingshilfe, sondern dem Obdachlosenzentrum „Gruft“ einen Scheck über 5000 Euro.

Bei der Caritas-Einrichtung nahm man dies mit gemischten Gefühlen: Einerseits freut man sich über jeden Cent, andererseits wolle man nicht in den Wahlkampf hineingezogen werden. Womit ein heikler Punkt angesprochen wäre: Helfende Politiker gehen ein großes Risiko ein. Setzt sich der Verdacht durch, dass sie sich ausschließlich so warmherzig erweisen wollen, um sich beliebt zu machen, verlieren sie mehr Sympathie als sie gewinnen.Legendär ist etwa der Auftritt des damaligen Bundeskanzler Viktor Klima (SPÖ) in einem Hochwassergebiet an der Donau vor 18 Jahren: Fürs Fernsehen zog er sich gelbe Gummistiefeln an und tat, als würde er helfen. Das glaubte ihm natürlich niemand; im Gegenteil, die Masse fand das so beschämend bzw. falsch, dass er unten durch war.

Auch in der Flüchtlingskrise begeben sich Politiker auf eine Gratwanderung. Wobei sie sich nicht einig sind, wie eine Auseinandersetzung zeigt: Grüne würden die Hilfe auf dem Westbahnhof vereinnahmen, warf NEOS-Chef Matthias Strolz vor einigen Tagen beispielsweise deren Bundessprecherin Eva Glawischnig vor – was sie erwartungsgemäß zurückwies.

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